25.05.2012 20:04 | Meine Presse Merkliste 0

Ein Trumpf, der nicht sticht

DORIS KRAUS (Die Presse)

Die mögliche Hinwendung zu Russland belebte den serbischen Wahlkampf. Doch politische Zukunft hat diese Option keine.

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Die Serben fühlen sich seit den Balkankriegen vom Westen verfolgt. Das nationale Selbstbewusstsein erlitt nicht nur durch die Niederlage einen schweren Knacks, sondern auch dadurch, dass die westliche Gemeinschaft nie einen Zweifel daran ließ, wer für die dabei verübten Gräueltaten hauptverantwortlich ist. Die drohende Unabhängigkeit des Kosovo ist ein weiterer Tiefschlag für den serbischen Stolz. Und schuld daran ist natürlich wieder der Westen.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, wenn im serbischen Wahlkampf fleißig die „Ost-Karte“ gespielt wird: die Andeutung des Nationalisten Tomislav Nikolic, dass Serbien sein politisches Heil dann eben in der engen Anbindung an Russland suchen würde.

Doch diese Trumpfkarte sticht nicht. Denn sie geht mit der Realität zu sorglos um. Sie ignoriert, dass Serbien in Europa liegt, dass es mittelfristig von EU-Staaten umgeben sein wird, dass es schon jetzt die wichtigsten Handelsverbindungen mit der EU hat – und dass sich ebendiese EU nach hinten und vorne verrenkt, um Serbien trotz seiner nicht gerade überwältigenden Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal die Hand zur Partnerschaft zu reichen. Serbien kann diese Hand natürlich ausschlagen und eine „splendid isolation“ nach Schweizer Vorbild wählen. Nur dummerweise kann es sich das in keiner Weise leisten. (Bericht: S. 4)


doris.kraus@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2008)

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8 Kommentare
Arian
21.01.2008 13:35
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Ich habe diesen Bericht nichts hinzuzufügen es ist einfach richtig so wie es ist.

Die Serbische Tschetnik-Bewegung vereinte sich am 23. Februar 1991 in Kragujevac mit der Radikalen Volkspartei (Narodna radikalna stranka) unter Vorsitz von Tomislav Nikolić zur Serbischen Radikalen Partei.
Während der gesamten 1990er vertrat Šešelj einen deutlich rechtsradikalen Kurs und propagierte die Schaffung eines so genannten „Großserbien“, das im Westen durch die Linie Karlobag-Karlovac-Virovitica begrenzt sein sollte. Šešelj warb Freiwillige für die Jugoslawische Volksarmee und seine eigene Truppe, die von manchen „Šešeljevci“ („Šešelianer“) und „Tschetniks“ genannt wurden. Er besuchte zahlreiche Kriegsgebiete, so die Plitvicer Seen, Vukovar und die Herzegowina, wo er Reden hielt.

Šešelj drohte, das slowenische Kernkraftwerk Krško, die Hauptstadt Kroatiens Zagreb, den Vatikan, Wien und andere europäische Hauptstädte bombardieren zu lassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vojislav_%C5%A0e%C5%A1elj

Gast: demo
21.01.2008 08:02
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Das wird noch Generationen dauern ...

... bis die Serben ihre Geschichte aufarbeiten können.

Gast: Ophicus
21.01.2008 07:12
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Jaja, die EU

Auch wenn die serbischen Nationalisten sicher ihre eigene Verantwortung unter den Teppich kehren, mit ihrer Kritik am "Westen" haben sie durchaus recht.
Der EU-Mainstream tritt für einen unabhängigen Kosovo ein. Dafür gäbe es gute Gründe. Man könnte mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, den Gräueln des Krieges usw. argumentieren. Tut man aber nicht. Man vermeidet es peinlich sich mit dem Völkerrecht auseinanderzusetzen und schließt ausdrücklich jede Verwendung als Präzedenzfall aus - weil man sich dazu ja inhaltlich mit dem Problem befassen müsste.

Gleichzeitig bietet man Serbien - als Kompensation sozusagen - unter einigen Verrenkungen bessere Beziehungen zur EU an. Der Beitritt wird mal wieder als politisches Lockmittel mißbraucht. Serbien wird nicht in die EU eingeladen weil es dafür reif ist, sondern weil es gilt einen politischen Kuhhandel zu schließen um sich weiter vor Grundsatzfragen zu drücken.

Wie man solche Verrenkungen positiv bewerten kann ist mir ein Rätsel...

Antworten Arian
21.01.2008 13:39
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Re: Wer hat wieder in Serbien gewonen? Natürlich der ULTRANATIONALIST TOMISLAV NIKOLIC wer den sonst?

In den 1990er-Jahren trat die SRS für die Vereinigung aller mehrheitlich von Serben bewohnten Gebiete der sezessionistischen Teilrepubliken Jugoslawiens mit Serbien ein. Vojislav Šešelj konnte durch häufige Gefängnisaufenthalte und Schikanen der Milošević-Regierung auf sich aufmerksam machen.
In jüngster Zeit hat die Partei durch Kriegsdrohung für den Fall der Unabhängigkeit des Kosovo auf sich aufmerksam gemacht, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am 28. Juni 2006. "Wir haben den Kosovo schon mit Waffengewalt gegen viel stärkere Gegner verteidigt" habe nach Meldungen Belgrader Medien der derzeit geschäftsführende Interims-Parteichef Tomislav Nikolić gesagt. "Wir werden ewig kämpfen, dass der Kosovo in Serbien bleibt".
Anfang September 2006 wurde erneut auf einer Kundgebung der SRS der Wille geäußert, ein Großserbien zu schaffen, welches das komplette heutige Staatsgebiet von Bosnien und Herzegowina

Antworten chilly
21.01.2008 11:33
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Re: Jaja, die EU

die wähler sind trotz wähler in serbien so ist das eben in serbien als bomben auf unsere köpfe fielen haben wir auf den starassen gesungen wenn der westen jetzt immer noch nicht die mitschuld begriffen hatt, die es kontinuierlich am balkan konflikt pflegt (eu tötet die demokratischen kräfte serbiens)dann wird es noch ein lustiges jahrzehnt in der eu geben. serben werden in der eu sein aber die grenze zum kosovo wird fur die imaginären staatsabzeichen kosovos und dessen träger ein unüberwindbares gebilde sein.
deshalb sollte sich die eu zurück an den verhandlungstisch bewegen und ehrlich nach einem kompromiss suchen.

chilly
21.01.2008 01:18
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wenn ihr ein sebien wollt das immer nur blockiert dann haut nur weiter auf die serben drauf

was hilft es europa serbien gewalttätig einzunehmen wir werden ungemütliche europäer wie die albaner auch sein. serbien wird immer und immer wieder auf den völkermod der die letzten 8 jahre im kosovo passiert afmerksam machen das die albaner täter sind befreit die nato nicht von der verantwortung
sowas muss ans tageslicht

Antworten Gast: BM
21.01.2008 11:42
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Re: wenn ihr ein sebien wollt das immer nur blockiert dann haut nur weiter auf die serben drauf

Mann, das ewige serbische Gejammere, sie seien die einzig Armen und Verfolgten in Europa, ist nervtötend (und außerdem Unsinn). Serbien täte ein ehrlicherer Umgang mit seiner Vergangenheit gut, vor allem die Erkenntnis, daß es niemals nur Opfer (also Serben) oder nur Täter (also nur alle anderen) gibt.

Antworten Antworten chilly
21.01.2008 13:43
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Re: Re: wenn ihr ein sebien wollt das immer nur blockiert dann haut nur weiter auf die serben drauf

serbiens president ist der einzige in der region der sich für die taten seines volkes entschuldigt hat aber anscheinend sie GENAU SIE derjehnige der das glauben hat bzw verbreitet das nur serben täter sind.

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