10.02.2012 00:04 | Meine Presse Merkliste0

Die große Hillybilly-Show

EVA MALE (Die Presse)

Die Dauerpräsenz von Bill Clinton im Wahlkampf wird seiner Frau Hillary nicht nützen. Im Gegenteil.

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Bill Clinton hat im Wahlkampf seiner Frau die Rolle des Kampfhundes übernommen. Er kläfft und beißt – Journalisten wie Wähler. Da ist offensichtlich jemand von der Leine gelassen worden. Es ist kein Zweikampf, den sich die demokratischen Spitzenkandidaten Barack Obama und Hillary Clinton liefern. Denn die Clintons kommen seit jeher im Doppelpack; man nennt sie nicht umsonst das zweiköpfige Monster. Falls die ehemalige First Lady tatsächlich den Sprung ins Weiße Haus schaffen sollte, dann zieht auch ihr Mann wieder dort ein. Aber wie viele Präsidenten braucht das Land?

Obwohl der Ex-Präsident immer noch beliebt ist, könnte sich seine Dauerpräsenz für Hillary Clinton dennoch als hinderlich erweisen. Viele Amerikaner haben genug von der Clinton-Ära. Von Altbekanntem, nicht immer Bewährtem.

Wenn Bill sich in Szene setzt, kommt ihm das Wort ich immer noch viel leichter über die Lippen als Hillary. Er unterstützt seine Frau, pinkelt ihr durch sein rüdes Auftreten aber erst recht ans Bein. Was will Bill wirklich? Versucht er sich bloß erkenntlich zu zeigen, weil sie ihm während der Lewinsky-Affäre die Stange gehalten hat?

Eine andere Frage ist aber wichtiger: Warum hat es die erste Frau, die sich ums US-Präsidentenamt bewirbt, notwendig, permanent einen dominanten Mann an ihrer Seite zu haben? Wie wär's mit einem Maulkorb für ihn? (Bericht: S. 9)


eva.male@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2008)

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4 Kommentare
Gast: hawkeye
25.01.2008 15:28
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Seit ich dies gestern las, ...

verfolgt mich die Vorstellung, daß der Hillibilly der Hillary maulkorbtragend ans Bein pinkelt, während sie ihm unverdrossen die Stange hält ... geht das überhaupt?

Heiliger Hirschbold, hilf!

Gast: Maulkorb
25.01.2008 14:28
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zu schwach

.. um dem Prolo-Bill einen Maulkorb zu verpassen ist die Möchte-Gern-Dame Hillary wohl zu schwach. Aber für's Regieren von Amerika reicht es schon?

dresak
25.01.2008 12:30
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Bill soll seiner Frau helfen, das gehört sich so!

Wenn er seiner Frau im Wahlkampf hilft kann er wenigstens sonst nichts anstellen. Er ist es ihr jedenfalls schuldig nachdem was er angestellt hat.

Also Bill hilf deiner Frau, sie hat dir damals auch geholfen! Sei ein guter Ehemann, auch wenn Du deine Frauengeschichten damit nicht vergessen machen kannst.

Viel Glück Bill, und bleib sauber!

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Parallelen zum Wahlkampf in Rußland...

Wenn in Rußland irgendwo Medjedew in einer Wahlkampfveranstaltung erscheint, so steht, unsichtbar, aber immerhin "gefühlt", Wladimir Putin hinter ihm. Wenn Medjedew in den Kreml einzieht, sitzt Wladmiir ebenfalls mit am Tisch. Wer WIRKLICH die politischen Fäden zieht, das weiß johnehin jeder...

Im US-Wahlkampf wird es so aussehen, daß Bill Clinton seiner Hillary beim Regireren das "Handerl hält". Es wird dann zwar offiziell die erste PräsidentIN das Zepter schwingen; doch zumindest optisch wird der Eindruck erweckt, daß es EIGENTLICH ihr Gatte ist, welcher die politischen Fäden zieht.

Ob Bill dann auch noch in irgend einer offiziellen Funktion ins Hillary-Team aufgenommen wird? Es wäre durchaus möglich. Vielleicht wäre es nicht unbedingt IHRE Idee, aber ER wird sich schon hinein quetschen. Die "Örtlichkeiten" sind ihm ja bestens bekannt...


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