22.11.2009 22:31 | Meine Presse Merkliste0

Die türkische Urangst vor zu viel Anpassung

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Der türkische Premier Erdogan warnte Türken in Deutschland, sich zu assimilieren. Er hat nicht ganz verstanden, wo das Problem liegt.

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Der türkische Premier Reçep Tayyip Erdogan hat seine eigenen Vorstellungen, wie sich ein guter Türke im Ausland zu verhalten hat. Am wichtigsten dürfte ihm dabei sein, dass ein Türke immer ein Türke bleibt, ganz egal, ob dessen Familie ein, zwei oder gar drei Generationen in der Fremde lebt. Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, rief Erdogan 16.000 Fans in der Köln-Arena zu. „Keiner darf das von euch verlangen.“

Der türkische Premier dürfte da etwas fundamental missverstanden haben. In den vergangenen Jahrzehnten sind in Deutschland und Österreich ganz sicher nicht deshalb Parallelgesellschaften entstanden, weil sich türkische Einwandererfamilien allzu stürmisch angepasst hätten. Problematisch ist vielmehr, dass sich viele von ihnen abschotten – und dabei auf keinen integrationspolitischen Widerstand ihrer Gastländer stoßen.

Niemand verlangt von Türken, dass sie ihre Identität bei der Einreise aufgeben. Sollen sie weiterhin Türkisch sprechen und ihre Kultur pflegen, wenn sie wollen. Warum aber soll es frevelhaft sein, wenn Türken sich mit der Zeit so sehr anpassen, dass ihre Wurzeln verblassen und sie Deutsche oder Österreicher werden, wie das vor ihnen Zehntausenden anderen Einwandererfamilien aus Böhmen, Kroatien oder Ungarn passiert ist?

Es ist ja erfreulich, dass Erdogan nun den Auslandstürken empfohlen hat, (besser) Deutsch zu lernen. Doch er hätte ihnen auch raten sollen, endlich in Deutschland anzukommen. (Bericht: S. 5)


christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2008)

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13 Kommentare
dresak
12.02.2008 10:00
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Türkenphobie

Herr Ultsch, was meinen Sie wieviele Deutsche in der Türkei oder in anderen Mittelmeerländern leben, und dort auch weiterhin ihre Kultur und Sprache pflegen? Millionen...

Die 1,7 Mio. Türken in der BRD stellen etwa 2 % der Bevölkerung der BRD dar, sind also bevölkerungspolitisch ein kleiner Faktor, aber ein bedeutender Faktor für die Integration der Türkei in die EU. Es ist die offizielle Politik der Türkei jene Auslandstürken, die in einem EU Land leben weiterhin als Türken zu betrachten, wohingegen sie jene Türken die in anderen Ländern wie etwa der USA oder Kananda leben von der Türkei als "verloren" betrachten werden. Die Türkei betreibt also diesbezüglich schon jetzt eine Politik als wäre sie Vollmitglied der EU (4 Freiheiten des Binnenmarktes), wenngleich Sie nur über ein Assoziierungsabkommen an die EU gebunden ist, das einer Zollunion gleichkommt, und eine Zusammenarbeit in anderen Politikbereichen vorsieht.

Es gibt also keinen Grund zur Aufregung...

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Re: Türkenphobie

Wenn Deutsche (und andere "Westler") in der Türkei und anderen islamischen Ländern leben, so haben sie dabei ganz sicher eines NIE im Sinn: Diese Länder zu "erobern"!

Und damit sind wir auch schon wieder beim Herrn Erdogan. Nach der Heimkehr von jenem EU-Gipfel, auf dem endgültig der Beginn der hart umstrittenen Beitrittsgespräche zwischen Brüssel und Ankara beschlossen wurde, wurde der türkische Regierungschef von seinen Fans mit Transparenten begrüßt, auf denen stand: "Hoch Erdogan, Eroberer Europas!"

Und genau DARUM geht¿s! Warum auch sonst will Erdogan mit aller Macht in den "Christenklub EU"? Jelgiche Integration oder gar Assimilation sind ihm ja, wie von ihm erst kürzlich in Köln unmißverständlich dokumentiert, ein "Verbrechen"! Also bleibt als einzige Erklärung dafür,daß er sich außenpolitisch wie der sprichwörtliche "Elefant im Porzellanladen" aufführt, daß ihm nichts weniger als die "Anatolisierung Europas" vorschwebt.

Und DAS ist wohl das Allerletzte, was wir wollen!

Antworten Gast: Crusader
12.02.2008 12:14
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Re: Türkenphobie

Wie beliebt die "Türkei" ist bzw. die "Türken" in den anderen Mittelmeerländern sind brauch` ich ihnen wohl nicht zu sagen - ganz zu schweigen von den Anrainerländern.
Warum sie überall ungeliebt sind - die Frage stellt sich auch nicht. Sehen sie sich ihr Verhalten in den Gastländern an und sie wissen warum.
Warum gibt`s mit denen immer nur Probleme?
Antwort: Die Türken selbst sind das Problem - wer kein Österreicher, Deutscher, Franzose werden will muß halt dorthin zurückkehren wo er hergekommen ist.
Wer Kolonien will braucht seine Leute nicht nach Europa schicken meine Herrn Islamisten - wir können auch anders wenn nötig, wir lassen uns nicht kolonisieren.


dresak
12.02.2008 13:56
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Re: Re: Türkenphobie

Wie sollen 2 % der Bevölkerung, die grossteils zu den Ärmsten und den gesellschaftlichen Aussenseitern in der BRD gehören ein Land kolonisieren?

Sie haben nichts als eine Türkenphobie!

Herberti
12.02.2008 17:54
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Re: Re: Re: Türkenphobie

1) Es sind nicht nur 1.7 Mio (2%), sondern laut Erdogan 3 Millionen!

2) stellen die Moslems schon mindestens 10% aller Neugeborenen, und das bei 5% Bevölkerungsanteil. In Frankreich wird geschätzt, daß jedes 4. Neugeborene ein Moslem ist.

Die Islamisierung ist daher nicht ein Hirngespinst, sondern Realität. In Österreich werden Moslems bis zur Mitte des Jhdts bei den Kindern die Mehrheit haben, zum Ende des Jhdts dann allgemein.

Wie es in Ländern mit moslemischer Mehrheit für andere Religionen aussieht brauche ich wohl nicht auszuführen.

dresak
13.02.2008 08:49
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Re: Re: Re: Re: Türkenphobie

Selber schuld wenn Sie keine Kinder mehr haben. Man kann die Gesetze der Natur eben nicht umgehen. Jener der mehr Kinder hat vermehrt sich eben mehr als jener der keine Kinder hat.

In allen westlichen Demokratien ist Religion jedenfalls Privatsache!

Lepanto
11.02.2008 22:35
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Ah, der Herr Ultsch.

Dabei hab ich gehofft, einen Kommentar vom Herrn Nowak zu finden, über den pösen H.C. oder so.

Gast: 2tes Deja-vu
11.02.2008 22:08
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Das 2. Deja vu oder die 3. Invasion

URANGST??? Bleiben Sie ruhig und wachen Sie auf Herr Ultsch!!!
Lesen Sie sich in Ruhe doch einmal durch die Islamo-Verfassung und die Geschichte der letzten 14 Jahrhunderte durch!
Dann verstehen Sie alles.
Der alte, krumschwertige Demokratiezug-Trittbrettfahrer hat nichts missverstanden! Er ist gläubiger Moslem.
Er hat, wie jeder von ihnen, nun einmal den unrücknehmbar-versiegelten, eschatologisch-politischen Auftrag seines GottGesandten, die Welt von allen Nichtmoslems (so wie die Arm..enier) zu reinigen.
Ca. 54 Millionen (offiziell um die 20Mio. nach der getürkten Statisik) Antiassimilatoren wurden nicht zum Spass nach Eutroja verlegt.
http://www.pi-news.net/2008/02/erdogans-koloniale-eroberungspolitik/

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Falsch gewählte Gegenbeispiele!

Herr Ultlsch, bei den von Ihnen erwähnten Gegenbeispielen einer "geglückten Integration" handelt es sich ausschließlich um EUROPÄER! Da war das Gemeinsame zwischen Herkunftsland und Gastland auf jeden Fall größer als das Trennende einiger kultureller Variationen!

Es macht nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob ein gemeinsames Ziel auf verschiedenen, allerdings mehr oder weniger parallel laufenden Wegen angestrebt wird - oder ob man von diesem Ziel erst gar nichts wissen will!

Insofern hatte Henryk M. Broder im letzten "Anne Will"-Talk recht, als er die in Deutschland lebenden Muslime die einzige Zuwanderergruppe nannte, welche die westliche Gesellschaft mehrheitlich verachten. So wird¿s wohl nie was mit der "Integration".

Noch weniger freilich mit der "Assimilation". Diese wurde übrgiens seit 2000 Jahren auch von den Juden befürchtet. Weil sie darin eine Gefahr für ihren Glauben sahen. Zuviel "Verwässerung" durch das Christentum wäre das Ende des mosaischen Glaubens...

ohneland
12.02.2008 07:37
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Re: Falsch gewählte Gegenbeispiele!

Broder hat nicht von den Moslems als Problem gesprochen, sondern von den Türken. Die Begründung liegt darin, dass bei den Türken die gefährliche Religion des Islam nur ein Instriment des noch gefährlicheren und expansiven Turk-Rasissmus ist.

Antworten Gast: hawkeye
11.02.2008 22:47
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Re: Falsch gewählte Gegenbeispiele!

Schau, schau, was die "Presse" da so züchtet! Kann man tiefer sinken?

Gast: Vielleicht
11.02.2008 19:29
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hätte er ihnen raten sollen

endlich wieder in der Türkei anzukommen.

Steininger
12.02.2008 09:41
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Re: hätte er ihnen raten sollen

Ja! Das ist wohl die letzte Konsequenz von Erdogans krauser Argumentation. Wenn Deutsche mit türkischer Abstammung keine Deutschen sind, sondern Türken dann kann man sie auch wieder dorthin zurückschicken.
Welch ein menschenverachtender Unsinn! Die Büchse der Pandora.
Erdogan hätte besser geschwiegen als solche Sachen zu verzapfen!

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