10.02.2012 00:47 | Meine Presse Merkliste0

Schlammschlacht auf Amerikanisch

EVA MALE (Die Presse)

Schmutzkampagnen sind in US-Wahlkämpfen durchaus üblich. Aber Vorsicht: Der Schuss kann nach hinten losgehen.

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Je weiter der Wahlkampf fortschreitet und je brenzliger es wird, umso tiefer wird üblicherweise in den Schlamm gegriffen, den sich die Kandidaten dann an den Kopf werfen, wobei sie gelegentlich auch von den Medien tatkräftig unterstützt werden. Dies erleben wir derzeit in den USA, wo die ehemalige First Lady Hillary Clinton fürchten muss, nach den nächsten großen Vorwahlen in Ohio und Texas aus dem Rennen um die Nominierung zu sein.

Clinton warf ihrem Herausforderer Barack Obama außenpolitische Unerfahrenheit vor, indem sie ihn indirekt mit dem amtierenden Präsidenten George W. Bush verglich. Dass ihr Wahlkampfteam Bilder von Obama in afrikanischer Tracht kursieren lässt – sie stammen von einem Kenia-Besuch –, werten dessen Leute wiederum als rassistisch und spaltend. Schon vor einigen Wochen hat Hillarys Kampfhund Bill Obama kräftig angebellt. Dem republikanischen Kandidaten McCain wurde indes von der „New York Times“ auf der Titelseite eine Affäre mit einer Lobbyistin nachgesagt.

Scharfe Taktiken wie diese sind in US-Wahlkämpfen durchaus üblich. Sie können aber auch nach hinten losgehen und dem Angegriffenen erst recht Sympathie eintragen. Untersuchungen zeigen, dass die Wähler, vor allem die jungen, Negativ-Wahlkampf ablehnen. Und gerade das dürfte Obama zugute kommen, der eigene Fehler offen zugibt und Angriffe kühl pariert. (Bericht: Seite 7)


eva.male@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2008)

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2 Kommentare
franzmann
27.02.2008 09:25
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der übliche obama blödsinn

dass obama, der peinlicherweis als "schwarzer messias" bezeichnet wird, erst gestern in einem Londoner Times artikel (die ami-zeitungen recherchieren offenbar nur bei den republikanern) schwerstens angepatzt wurde, entgeht der autorin. er hat sich ein haus gekauf und dabei direkt von einem darlehen eines dubiosen geschäftemachers und waffendealers aus dem nahen osten profitiert. that's change you can forget!

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Es bisserl komisch schaut der Barack Obama schon aus der Wäsch¿...

Als ich dieses "inkriminierende" Foto zum ersten Mal gesehen hab, dachte ich: Ah, da schau her, der Barack als Drag-Queen; oder als Wäschermädel; oder als afrikanische Mama beim Kochen. "Amerikanisch" im eigentlichen Sinn schaut der Präsidentschaftskandidat jedenfalls nicht aus; eher wohl lustig und komisch in seiner Verkleidung als Frau...

Und trotzdem: Frau Clinton schwimmen offenbar jetzt auch noch die letzten Felle davon. Selbst wenn sie lautstark versichert, daß ihr Wahlteam NICHTS mit dem ins Internet gestellte Foto zu tun hat; in BEIDEN Parteien finden sich erfahrungsgemäß auch im Hintergrund arbeitende Sympathisanten, die das gern so für ihre "Frontleute" tun, daß man dieses nichts anhängen kann...

Den größten Fehler hatte Lady Hillary bereits vor vier Jahren begangen, als sie ihre Präsidentschaftskandidatur aus taktischen Gründen auf die Zeit NACH Bush verschob. Daß ein innerparteilicher Konkurrent von der Qualität Obamas auftauchen wird, damit hat sie nie gerechnet...

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