08.02.2012 17:37 | Meine Presse Merkliste0

Barack Obama und die Israel-Lobby

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Grotesk, wie der Favorit fürs Präsidentenamt als Moslem-Freund verunglimpft werden soll.

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Mit fairen Mitteln ist Barack Obama im US-Präsidentschaftswahlkampf nicht zu stoppen. Deshalb wenden seine Gegner von Woche zu Woche schmutzigere Tricks an. Erst ließen sie ein Foto kursieren, das den Sohn eines Kenianers in somalischer Tracht mit einer Art Küchenschürze und Turban zeigt. Subtext: Barack Hussein Obama ist in Wirklichkeit nicht einer von uns, sondern ein Moslem-Freund, ein Osama.

Und jetzt verschickt Hillary Clintons Team E-Mails, in denen unterstellt wird, dass ihr Konkurrent von Israel abrücken will. Abgeleitet wird der Humbug unter anderem daraus, dass Ex-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski den Präsidentschaftskandidaten berät. Brzezinski ist vielen allein deshalb suspekt, weil er das zu Recht umstrittene Buch „Die Israel-Lobby“ lobte. Mindestens ebenso abstoßend wie der Meinungsterror übermotivierter Freunde Israels ist in diesem Fall die unverschämte Verzerrung der Wahrheit: Denn Obama hat bisher keinen Zweifel daran gelassen, dass auch er Amerikas engstem Verbündeten in Nahost die Treue hält. „Haaretz“-Korrespondent Shmuel Rosner berichtete schon vor Monaten, Obama sei genauso pro-israelisch wie Clinton, Bush oder Giuliani.

Auch sonst passt außenpolitisch kein Blatt zwischen die Präsidentschaftskandidaten. Jüngst griff Obama das verbreitete Motiv auf, dass Europa die Drecksarbeit in Afghanistan nicht den USA überlassen dürfe. Es könnten sich noch einige wundern, wie wenig Obama an der Grundausrichtung der USA ändern würde, wenn er tatsächlich Präsident werden sollte. (S. 9)


christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2008)

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6 Kommentare
Gast: schneckerl
04.03.2008 11:21
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"abstoßend wie der Meinungsterror übermotivierter Freunde Israels"

wie passt das mit "das zu Recht umstrittene Buch „Die Israel-Lobby“" zusammen?

Ophicus
02.03.2008 22:47
0 0

Netter Wahlkampfbeitrag

"Mit fairen Mitteln ist Barack Obama im US-Präsidentschaftswahlkampf nicht zu stoppen."

Die demokratische Partei hat zwar noch nicht einmal entschieden ob er überhaupt kandidieren darf, aber es ist jetzt schon sicher dass er nur noch mit unfairen Tricks vom weißen Haus fern gehalten werden kann?

Gast: Christian
02.03.2008 12:48
0 0

Welchen Weg wird Barack Hussein Obama einschlagen?

!.) Angesichts der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontrolle, die die weiße Oberschicht ausübt, vermutlich den, den man am besten mit "Uncle Toms Hütte" beschreibt: als Aushängeschild der Weißen.

2.) Es könnte aber auch sein, daß Obama die Kraft zu einer eigenständigen oder nur eigenständigeren Politik findet, da er sich auf viele Afroamerikaner oder Hispano-Amerikaner verlassen kann.

In dem Fall würde er sich vermutlich weniger juden- und israelfreundlich (wie die meisten schwarzen Landsleute) und würde seine Aufmerksamkeit mehr anderen Kontinenten wie Südamerika oder Afrika zuwenden, wo er große Sympathien von den schwarzen Bevölkerungsteilen erwarten kann.

Aus den "Strafexpeditionen" in Afghanistan und dem Irak würden sich die USA weitgehend zurückziehen!

Gast: mike
01.03.2008 20:56
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Hier sollten

die Journalisten, die sich seinerzeit an der Waldheim-Hetze beteiligt haben, sorgfältig in den Spiegel schauen, ehe sie über amerikanische Schmutz-Werbung herziehen ..

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"Think Big" ist leider nur ein Traum...

Zumindest dann, wenn man unter "Think Big" so etwas wie "großzügiges Denken" versteht. Also nicht gleich aus jeder Kleinigkeit ein Riesentamtam zu machen. Aber die USA sind eben schon lange kein "Land der Freien", sondern eines, in dem kleinkarierte Bigotterie fröhliche Urständ feiert. Und dazu kommt auch noch eine ständig wachsende Terrorismus-Hysterie, derer sich clevere Sicherheitsfirmen ausreichend bedienen. Warum also sollte all das ausgerechnet im heißumkämpften Vorwahlkampf ausgeklammert bleiben?

Daß man von Herrn Obama keine Wunderdinge erwarten darf, erklärt sich von selbst: Denn jene Mächte, die in den USA heute das Sagen haben, werden sich bestimmt nicht so schnell von den Schalthebeln der Macht verdrängen lassen; egal, WER der nächste Präsident sein wird udn egal, ob der Demokrat oder Republikaner ist; einen echten "Wechsel" in der US-Politik sollte man nicht erwarten. Weder im Inneren noch im Äußeren. Das Militär wird weiterhin den Löwenanteil des Budgets erhalten....

Antworten WELTRADIO
02.03.2008 16:17
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Re: ja

der schwarze mann glaubt an gott,,,,,,,,,meine stimme hat er. NIE WIEDER KRIEG.

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