08.11.2009 11:46 | Meine Presse Merkliste0

EU-Atomlobby strahlt heller denn je

DORIS KRAUS (Die Presse)

AKW sind keine erneuerbaren Energieträger. Aber Nuklearenergie ist in der EU eine Realität, ohne die kein Klimaziel erreicht werden wird.

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Paradox, aber wahr: Ausgerechnet die vollmundigen Klimaziele der EU zur Senkung der CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 bei gleichzeitiger Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien um 20 Prozent haben der Atomkraft zur Renaissance verholfen.

Diesen Trend will Frankreich, nukleares Aushängeschild der EU, beim Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag nutzen, um diese Energieform zu forcieren und unter dem Titel „erneuerbar“ verbuchen zu lassen. An Helferlein mangelt es Paris dabei nicht. Es gibt eine lange Liste neuer EU-Mitglieder, die bereuen, sich beim Beitritt auf die Schließung alter AKW festgelegt zu haben (Bulgarien, Litauen, Slowakei), oder sich sorgen, wie sie selbst die ehrgeizigen Klimaziele ohne nukleare Hilfe erreichen können. Die Atomlobby in der EU strahlt heller denn je.

Nur Österreich will sich von diesem Glanz nicht blenden lassen und gegen jede Gleichstellung der Atomkraft mit erneuerbarer Energie kämpfen. Damit hat Wien einerseits Recht. Atomkraft ist nur insofern „saubere Energie“ als oben Wasserdampf rauskommt. Es muss aber auch das schwierige Problem der Endlagerung berücksichtigt werden.

Andererseits aber ist Österreich auf dem Holzweg. Ohne Atomkraft wird die EU ihre Klimaziele nicht erreichen können. Akzeptiert man diese Prämisse, muss man aber auch anerkennen, dass dafür möglichst sichere und möglichst saubere AKW nötig sind. Das zu verhindern tut auch Atomgegnern keinen Gefallen. (Bericht: Seite 7)


doris.kraus@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2008)

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6 Kommentare
Gast: Uli
14.03.2008 19:36
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Der Betrieb von AKWs ist volkswirtschaftliche Idiotie

Ausgestrahlt!

Der Betrieb von AKWs ist volkswirtschaftliche Idiotie

Bei der Berechnung von Atomstrom fehlt ein entscheidender Kostenblock. Dies resultiert aus einer Studie der renommierten Baseler PROGNOS AG für das deutsche Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Bei Berücksichtigung aller Folgekosten betragen die errechneten Versicherungskosten pro Kilowattstunde Atomstrom reell bis zu 4, - DM. Die Grundsatzstudie hat den Titel "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung".

BELEG:
http://dip.bundestag.de/btd/13/106/1310698.pdf

Jetzt sind die "Klimahysteriker" dort angekommen, wo sie schon immer hin wollten!

Der C0²-Schmäh beginnt seine erhoffte Wirkung zu entfalten! Greenpeace ist der nützliche Idiot der Atomlobby!!!

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Was spricht noch gegen die Zukunftsfähigkeit der Atomkraft?

Subventionen: Für OECD und Nicht-OECD-Länder samt dem einstigen Ostblock liegt die Summe weltweit bei mindestens einer Billion Dollar - die für erneuerbare Energien dagegen in den letzten 30 Jahren (bis 2000) höchstens bei 40 Milliarden.

Enorrmer Wasserbedarf für Dampfprozesse und Kühlung.

Geringe Effizienz: Die Abwärme der abgelegenen Kraftwerksblöcke eignet sich kaum für Kraft-Wärme-Kopplung (hohe Kosten für Fernwärmeleitungen).

Gefahrenanfälligkeit: "Neue Kriege", die nicht mehr zwischen Staaten ausgetragen werden, Gefahr des Atomterrorismus - nicht nur durch Flugkörperattacken auf Reaktoren.

Endlagerung: Atommüll muß für 100.000 Jahre sicher gelagert werden. Kein politisches System kann dafür Garantien und Verantwortung übernehmen ?

Schleichende radioaktive Verseuchung: Niemand kann die Risken abschätzen, die radioaktive Freisetzungen auch in kleinem Umfang langfristig auf Natur und Menschen haben.

Siehe: http://www.ohnepolemik.at/energie/konventionell/

Antworten Gast: pm
12.03.2008 12:25
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Re: Was spricht noch gegen die Zukunftsfähigkeit der Atomkraft?

da gibts noch mehr: uran ist wie schon im artikel erwähnt nicht erneuerbar, der bau von kraftwerken ist extrem teuer, uranabbau verwüstet weite landstriche.

und schlussendlich lassen sich auch wenn man diese punkte unberücksichtigt lässt keine klimaziele mit atomkraft erreichen, es müssten erstmal enorme anstrengungen unternommen werden um den anteil der atomenergie in zukunft überhaupt zu halten. (die kraftwerke europas, sind fast alle kurz vor dem ende ihrer laufzeit).

Gast: rotlauf
11.03.2008 18:49
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Halbwertszeit 12000 Jahre

Das ist 6x Geburt Jesu bis heute. Der Beginn der menschlchen Kultur bis heute ist ca. solange. Mindestens so lange wird man das Zeug nicht nur lagern sondern auch bewachen müssen. Zuverlässig. Wie ? Von wem ? Von der EU die es in 12000 Jahren noch gibt ? Wer zahlt das ? wer zahlt die Schäden wenn eines der Dinger in die Luft geht ? Wer bewacht das verseuchte GEbiet 12000 Jahre lang ? In 12000 Jahren vergehen nicht nur Staaten sondern ganze Zivilisationen. Und das alles wegen "Klimaschutz" wo der Rohstoff noch wesentlich kürzer verfügbar ist als Erdöl, das heißt schon viel früher aus ? Wie charakterkrank muß man sein um so ein "Geschäft" zu machen.

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Re: Halbwertszeit 12000 Jahre

Selbst dann ist die Strahlung noch tödlich, da ja nur die "Hälfte" der Anfänglichen

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