Minarette: Wenn Bischöfe zündeln

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

FPÖ & Co. sagen Minaretten den Kampf an – wie die Bischöfe Elmar Fischer und Klaus Küng. Sie sind im Episkopat isoliert.

Hin und wieder hat es gute Gründe, wenn ein Bischof unbekannt ist. So wie Elmar Fischer. Oder kannten Sie den Mann bis vor kurzem? Eben. Jetzt hat er landesweit eine gewisse, eher fragwürdige Aufmerksamkeit mit seinen verbalen Ausfällen gegen den Bau von Minaretten in Österreich erlangt.

Dass er im Vorarlberger Vorgänger Klaus Küng, der in St. Pölten genug Probleme aufzuarbeiten hätte, einen Kampfgefährten findet, überrascht. Wie wohl sich die beiden in Gesellschaft von Strache & Co. fühlen, mag ihre Sache sein. Interessanter ist, dass die Exzellenzen Kardinal Christoph Schönborn konterkarieren – und, nebenbei bemerkt, die Linie des Vatikans. Hat doch Papst Benedikt XVI. die Kurie beauftragt, den Dialog mit dem Islam wiederzubeleben. Im November soll es ein hochrangiges Treffen mit muslimischen Würdenträgern geben. Aufschlussreich, dass sich Bischöfe, die ihre Rom-Treue hervorheben – als ob es (in Österreich) einen Bischof gäbe, der das nicht ist – hier einen Ausreißer erlauben. Anstößig wird es, wenn Küng meint, Muslime sollten auf Minarette verzichten, solange Christen in islamischen Ländern der Kirchenbau verboten ist. So nimmt er Unschuldige verbal in Geiselhaft. Und beweist ein abstruses Verständnis freier Religionsausübung. Wie geruhen die Herren Bischöfe zu argumentieren, wenn sich jemand durch, Gott möge abhüten, Kirchtürme provoziert fühlt? (Bericht: Seite 3)


dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2008)


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23 Kommentare
 
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Von roger am 22.03.2008 um 18:21

Kirchen: wenn die Aktion Kritische Schüler zündelt

Aks-Donnerstagnewsletter vom 6. März 2008:

Da der internationale AntiRa-Tag dieses Jahr auf den Karfreitag fällt, legen wir mit der Nacht- und Nebel Aktion am Tag davor (also am 20.3.2008) einen Schwerpunkt auf die Intoleranz und den Rassismus der Kirche. Im Zuge dieser Aktion sollen Kirchen in ganz Österreich mit Sprüchen wie „Jesus war Jude“ verziert (also bemalt oder besprüht) werden, die auf die Absurdität eben dieser Intoleranz hinweisen. Zudem gibt’s Pickerl mit dem Spruch „Die Kirche ist nur eine Ausrede, um fremde Kulturen zu hassen. – Denken statt Beten!“

Nun stelle man sich mal vor, irgendwer in Österreich würde zu einer Beschmierung von Moscheen aufrufen. In den Medien gäbs Schlagzeilen, tagelange Kommentare und eine ZIB-Sondersendung.

Einseitig blind und totschweigen, wenn es notwendig erscheint. So präsentiert sich die Medienlandschaft in Österreich.

Von Gast: mike am 22.03.2008 um 14:56

"Anstößig wird es, wenn Küng meint, Muslime sollten auf Minarette verzichten, "

-" solange Christen in islamischen Ländern der Kirchenbau verboten ist. So nimmt er Unschuldige verbal in Geiselhaft."

Für jeden Menschen mit normalem Rechtsempfinden ist das nicht anstößig, sondern recht und billig.

Antworten Von franzmann am 22.03.2008 um 16:49

dümmlicher presse-kommentar

bei handelsfragen ist ganz klar dass hier konzessionen nur bei reziprozität erteilt werden. da freihandel allen beteiligten staaten von vorteil ist, ist dies auch ein beitrag für eine bessere und reichere welt.

bei den noch viel wichtigeren fragen von religion und toleranz könnte die von den bischöfen geforderte reziprozität ebenfalls wunder wirken.

die dummheit des kommentators tritt vollkommen zutage wenn er von geiselhaft von unschuldigen spricht: ist es ein größeres problem in einer moschee ohne minarett zu beten, oder für seinen glauben mit der todesstrafe bedroht zu werden, wie das neu-christen in den meisten islam-staaten droht?

ein "kaliber" wie herr neuwirth, weiss sicher auch nicht dass atib und detib vom türkischen religionsministerium gesponserte vereine sind. dieses ministerium ist für die religions"freiheit" in der türkei zuständig. soviel zum thema "unschuldige".

Von 17und4 am 21.03.2008 um 19:01

eigentlich braucht man da nichts mehr schreiben,

aber es ist einfach widerlich, wie ein Kommentator die Dinge derart verdrehen und nicht sehen kann.
Blindheit mit Dummheit gepaart führt zwangsläufig zu einem meist tödlichen Verkehrsunfall.

Und den reden solche Kommentare herbei!

Antworten Von Gast: sogotsnet am 21.03.2008 um 21:44

Re: eigentlich braucht man da nichts mehr schreiben,

selber unfall!!!!!

Von Gast: MH am 21.03.2008 um 13:01

Gleiches Recht für alle

Erstens: Dort wo man die größte Angst vor Zündlern hat, dort ist bereits Krisengebiet.
Zweitens: Man kann den beiden Bischöfen nur zustimmen betreffend ihrer Aussagen über soziale Spannungen.
Übrigens gibt es diese bereits in ganz Europa.
Wenn Erzbischof Schönborn (noch) keine Probleme erkennen kann ist das zu bedauern.
Ein gleiches Recht der freien Religionsausübung für alle Religionen auch für die eigene (christliche) zu verlangen, ist in den Augen des Autors abstrus? Das klingt nach jener Toleranz die zwar unseren Einwanderern gewährt werden muß, die jene aber nicht zu leben gedenken. Und auch nicht von ihnen verlangt werden darf?
Unverständlich ist mir auch, die Überbringer der Botschaft (sofern es der Verkündigung dieser noch bedarf) "soziale Spannungen" des Zündelns zu bezichtigen.
Oder ist es die Kommentarecke der (linken) Antiklerikalen die aus Hass auf alles Katholische lieber Islamisten unterstützen als christlich-europäische, demokratische Werte bewahren wollen?

Von Gast: Bin Ausladen am 21.03.2008 um 12:11

Bischof Fischer hat Recht. Er ist mutig und verdient Respekt.

Bischof Fischer hat auf die Probleme hingewiesen, die es heute für viele Menschen gibt, und die es bald für alle Menschen geben wird. Wenn diese Politik weiter islamisiert und die Bevölkerung austauscht.

Wo Moslems sind, sind Probleme. Das ist weitweit so.

"Der Islam ist das Problem." (Ralph Giordano)

Wer auf Kulturbereicherer steht, soll in den 3., 5., 10., 11., 15., 16. oder 17. Bezirk Wiens ziehen, anstatt aus seiner schnuckligen Eigentumswohnung in Döbling Multikulti zu predigen.

Man kann auch gleich in die Türkei ziehen. Dort hat man die super Kulturbereicherung überall. Interesse, Herr Neuwirth?

Antworten Von Gast: saladin am 21.03.2008 um 18:36

Re: Bischof Fischer hat Recht. Er ist mutig und verdient Respekt.

bischof fischer ist nicht gut unterwegs, finde ich. für einen katholischen bischof, finde ich, hat er sich ziemlich "gehen lassen" - und ich vermute, dass sich einige vorarlberger moslemfresser/innen (siehe leserbriefspalten der dort "bibel" genannten tageszeitung) ihn als "nützlichen idioten" vor ihren blau-orangen-anti-anti-karren spannen..
und außerdem: seit wann genügt es für einen katholischen bischof, die (vremeintliche) mehrheits- spichr: massenmeinung zu seiner zu machen - also ich finde, da verstößt er "wider den heiligen geist" und nebenbei auch noch gegen seinen "chef", den wiener kardinal...

Antworten Antworten Von Gast: Savonarola am 23.03.2008 um 16:11

Re: Re: Bischof Fischer hat Recht. Er ist mutig und verdient Respekt.

Was heißt hier "wider den Heiligen Geist" handeln? Wo steht, dass ein Verbot des Minarettbaus wider den Heiligen Geist ist?
Außerdem hat er ja das Recht eine eigene Meinung zu vertreten, und muss sich nicht der Mehrheits-Meinung des Kardinals anschließen.

Von roger am 21.03.2008 um 11:25

Hin und wieder

hat es gute Gründe, wenn ein Journalist unbekannt ist. So wie Dietmar Neuwirth. Oder kannten Sie den Mann bis vor kurzem? Eben.
FPÖ & Co nehmen die Sorgen der einheimischen Bevölkerung wenigstens ernst. Aber wahrscheinlich müssen Sie solche "standardmäßigen" Kommentare verfassen, um weiter in den Genuss der Presseförderung zu gelangen.

Von prosto am 21.03.2008 um 11:08

Ausnahmslos jede Moschee ist vorprogrammierte Landnahme und ein Sargnagel für eine offene Gesellschaft

Die Inder können ein Lied davon singen:

http://frontpagemagazine.com/Articles/Read.aspx?GUID=85447CC0-5BC0-4B50-BD31-7718A136D661

Die Amerikaner suchen noch den kategorischen Imperativ in der islamischen Ethik, und werden nicht fündig:

http://www.frontpagemag.com/Articles/Read.aspx?GUID=6AA49466-2575-491F-B712-CEA90FCCCD0D

Der Islam mit seiner nicht ko-existenzfähigen Piratenethik ist eine einzige Beleidigung für den bescheidenen Rest der Menschheit.

Für die Kumpanen Mohammeds gilt, was Churchill während des Krieges über die Nazi-Deutschen gesagt haben soll:
Entweder hast du sie rechtzeitig bei den Stiefeln oder früher oder später an der Kehle.

Na dann!


Von poldionkel am 21.03.2008 um 10:58

islam und multikulti

der islam und das verkorkste multikulti wird bei uns erst dann als problem erkannt werden wenn es den sogenannten " feingestrickten" an den kragen, sprich ans gute leben geht. bis jetzt haben am arbeitsplatz und im gemeindebau nur die sogenannten "proleten" ihre zorres
mit den diversen kulturbereicherern gehabt, und wurde als dumpfe braune massen abgekanzelt wenn sie maulten. aber wenn endlich einmal im 18 und 19 bezirk die randale beginnt und die frau magistra um ihren beraterposten bei einer angesehenen consulterfirma zittern muß, etwa weil die dragiza oder zora mehrsprachiger ist als sie , dann wird auch die heute noch so politisch korrekte mischpoche nach änderung heulen.

Antworten Von Gast: Kurt22 am 21.03.2008 um 11:45

Re: islam und multikulti

...oder wenn Üzgül seine persönlichen Sachen ins Redakteursbüro auf seinen neuen Schreibtisch legt. Oder die grünen Damen zum Kopftuchtragen auffordert, Zwangsheirat kommt ja bei den meisten nicht in Frage. Spätestens aber, wenn beim Heurigen nur mehr Wasser ausgeschenkt werden darf, werden es Alle kapieren, ob das dann noch zeitgerecht ist, wage ich zu bezweifeln. Wie heißt es in ener anderen Ecke: "Wehret den Anfängen", für die Anfänge ist es aber schon viele zu spät.

Von Gast: Bösewicht am 21.03.2008 um 10:19

Heiliger Simplizius, bitt´ für Herrn Neuwirth!

Zündeln ist das, was Sie selbst mit Ihrem letzten Satz betreiben.

Den Dialog mit Muslimen kann man wohl suchen, es gibt aber keinen. Es bildet sich lediglich eine Parallelgesellschaft aus. Dass diese Entwicklung den sozialen Frieden im Land gefährden kann, scheint mir eine berechtigte Sorge.

Warum gibt es mit Buddhisten und mit Juden hierzulande keine Probleme? Offenbar gibt es doch Unterschiede zwischen den Religionen. Diesem Geheimnis könnten Sie ja einmal auf den Grund gehen.


Von Ophicus am 21.03.2008 um 08:48

Problematisch

Das unselige (aber übliche) Junktim zwischen Kirchenbau in islamischen Ländern und Moscheebau in säkularen ist absurd. Entweder ist es in Ordnung wenn Minarette gebaut werden oder eben nicht.
Im ersten Fall darf man es den hiesigen Moslems nicht verbieten, nur weil sich ausländische Moslems daneben benehmen. Im zweiten Fall darf man es hiesigen Moslems nicht erlauben, nur weil ausländische Moslems guten Willen gezeigt haben.

Das Grundproblem ist aber, dass man eben dieses nicht beurteilen kann. Das Dilemma ist bei jeder Freiheit (Religion, Kunst, Meinung) das gleiche.
Jemandem etwas erlauben nur weil er behauptet es wäre für seine Religionsausübung notwendig ist eher unklug - behaupten kann das schließlich jeder.
Wenn aber der Staat definiert was zur Religionsausübung nötig ist stellt das schon wieder eine Einmischung dar.

Von dr. philpp am 21.03.2008 um 06:27

Was hat ein Minarett

mit Religionsfreiheit zu tun??? Aber vielleicht mit Ortsbildpflege???? Es gibt Orte, da wird dir die Farbe der Dachziegel vorgeschrieben, aber ein Symbol orientalischer Bauweise soll man dulden???
Apropo Religionsfreiheit: Eine Religion, welche die Trennung von Staat und religionsgemeinschaft nicht akzeptiert ist eine Ideologie.

Von prosto am 21.03.2008 um 03:12

Wer das nicht sieht, hat schon verloren

Also schrieb Michael Fleischhacker am 15. 9. 2007:

"... Politiker wie .... verschleiern gerne durch Hinweise auf Straches und Missethöne ihre vollkommene Ignoranz gegenüber dem Problem des Islam als Religion, die nicht durch das Feuer der Aufklärung gegangen ist. Sie sind damit genau so fahrlässig wie alle Wohlmeinenden, die davon schwätzen, dass man den Kampf der Kulturen verhindern müsse. Der findet nämlich längst statt, weltweit, zwischen Gesellschaften, die Religion und Politik trennen, und solchen, die das nicht tun. Wer das nicht sieht, hat schon verloren."

Von nonanett am 20.03.2008 um 22:38

stimmt,

man darf in der ganzen szenierie den grazer bischof nicht außer acht lassen - der ist zwar still, würde aber wohl auch gerne wie küng und fischer ... capellari steht sich wohl selbst im wege, klaus küng wird in diesem fall sicher sein protégé unterstützten (müssen) und elmar fischer sieht auf seinen vorarlberger bergen die minarette sprießen, also los zum augendoktr odr?

Von Gast: Crusader am 20.03.2008 um 21:54

Der dümmste Multikultikommentar seit langem...

Da gibt`s nicht mal mehr Worte dazu.

Antworten Von nonanett am 20.03.2008 um 22:30

Re: Der dümmste Multikultikommentar seit langem...

kommentator kriegt sehr gut, kreuzfahrer kriegt nicht genügend. hi cuisader-dummy

Antworten Antworten Von Gast: Crusader am 21.03.2008 um 08:29

Re: Re: Der dümmste Multikultikommentar seit langem...

Poster kriegt die Empfehlung zukünftig den Standard zu lesen...

Antworten Antworten Antworten Von junius am 21.03.2008 um 08:49

Re: Re: Re: Der dümmste Multikultikommentar seit langem...

analoge empfehlung an crusader, künftig die kronenzeitung zu lesen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Von Gast: Maria Theresia am 22.03.2008 um 10:50

Re: Re: Re: Re: Der dümmste Multikultikommentar seit langem...

Herr Neuwirth könnte aus vielen hier veröffentlichten Kommentaren lernen, was er bisher verschlafen hat, was aber die Bischöfe Küng und Fischer klar sehen: Muslime fordern bei uns nur immer die Rechte ein, die sie uns in ihren Ländern nicht gewähren. Am besten fand ich den Satz "Wie geruhen die Herren Bischöfe zu argumentieren, wenn sich jemand durch, Gott möge abhüten, Kirchtürme provoziert fühlt?" Hat Herr Neuwirth denn wirklich keine Ahnung, was sich zum Beispiel in Saudiarabien wirklich abspielt? Daß man dort für den Besitz einer Bibel eingesperrt wird? Daß dort ein Moslem bei einer Konversion zum Christentum zum Tode verurteilt wird? Und zwar im Namen der Religion! Herr Neuwirth sollte sich informieren, ehe er in der "Presse" schreibt!

 
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