Es ist ein grober uninspirierter Propagandakurzfilm, den der niederländische Abgeordnete Geert Wilders da unter großem Getöse ins Internet gestellt hat. Der Erkenntnisgewinn des billigen Machwerks liegt bei null, der künstlerische Wert darunter. Holzhammermethoden helfen in der Auseinandersetzung mit den anti-aufklärerischen Tendenzen im Islam nicht weiter. Es reicht nicht, Gewalt-Suren aus dem Koran zu zitieren und dann abgetrennte Köpfe und andere Terrorszenen dagegenzuschneiden. Danke, Herr Wilders: Dass sich verwirrte islamistische Terroristen auf den Koran berufen, wussten wir schon, bevor Sie den Regisseur in sich entdeckten.
Doch verstörender noch als das verunglückte Filmchen sind die hysterischen Reaktionen darauf. Nicht nur die niederländische Regierung, sondern gleich auch die EU-Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission fühlten sich bemüßigt, den cineastischen Flatus des Herrn Wilders zu verurteilen, damit die muslimische Wutabteilung ja nicht wieder Fahnen, Botschaften oder anderes anzündet. Damit beugte sich Europa vorauseilend dem neurotischen Diskurs der Frustriert-Aggressiven. Tatsächlich dauerte es am Freitag nicht lange, bis Politiker von Jordanien bis zum Iran empört forderten, den Film zu zensurieren.
Da aber hört sich der Spaß auf: In Europa muss Meinungsfreiheit heißen, dass auch ein geschmackloser Schrott wie Wilders' Pamphlet in Umkreis gelangen – und sich selbst richten darf.
christian.ultsch@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2008)
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