21.11.2009 16:12 | Meine Presse Merkliste0

Der kranke Mann an der Donau

BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

Ungarn braucht endlich Politiker, die der eigenen Bevölkerung die Wahrheit sagen. Linke oder rechte Populisten werden das nie tun.

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Von allen durch ständige koalitionsinterne Streitereien schwer gebeutelten Regierungschefs in Mitteleuropa macht der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány derzeit die jämmerlichste Figur. Aber auch sein Land steht im EU-Vergleich katastrophal da – mit dem höchsten Budgetdefizit und dem niedrigsten Wirtschaftswachstum. Nicht, dass allein Gyurcsány und seine Sozialisten für diese Misere verantwortlich sind. Schon die Vorgänger-Regierungen haben munter Geld, das eigentlich nicht da war, ausgegeben und das Land über seinen Verhältnissen leben lassen.

Kein Wunder, dass die linksliberale Koalition jetzt zerbrach – im Kern, weil in Gyurcsány jeglicher Reformeifer erloschen ist und er jeglichem populistischen Marktgeschrei nachzugeben bereit. Gibt es nun eine sozialistische Minderheitsregierung, die von den liberalen Freien Demokraten geduldet wird, hält die Malaise zwei weitere lange Jahre an.

Aber auch, wenn bei vorgezogenen Wahlen der konservative Oppositionschef Viktor Orbán wieder ans Ruder kommt, wie die Umfragen prophezeien, wird Ungarn nicht aus seiner Krise herauskommen. Orbán hat sich in den vergangenen Jahren als völlig hemmungs- und verantwortungsloser Populist erwiesen, dem es nur um seine Macht, aber nicht um sein Land geht. Was Ungarn braucht, sind Politiker, die endlich die Wahrheit sagen – auch darüber, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen, bis das Land saniert ist. Linke oder rechte Populisten aber werden das nie tun. (Bericht: S. 9)


burkhard.bischof@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2008)

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6 Kommentare
Ferenc
07.04.2008 22:51
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Ignoranz

Nun, das ist mal wieder typisch. Der Eine gut, der andere schlecht. Wir, Ungarn, wissen schon seit tausend Jahren, wie man auf das falsche Pferd setzt. Herr Bischof hat vollkommen recht. Seinen Zeilen ist nichts hinzuzufügen, außer ein "Ja, Sie haben recht". Wenn die Ungarn dies auch endlich verstehen, und anstatt mit Herz, auch mal mit Hirn Politik machen würden, dann wäre das Land nicht dort, wo es ist. Nämlich am Arsch der Welt. Es ist nämlich vollkommen richtig-neue Männer braucht das Land. Und ja, Gyurcsány und seine Garde sind klägliche Schießbudenfiguren. Das ist jedoch Orbán und seine neu-patriotische Schar auch. Linke und rechte Populisten. Wie es dem Volke danach ergeht, das interessiert keinen. Hauptsache, die Kasse stimmt. Und wer nun wieder meint, die Zeit von Orbán wäre gut gewesen, dem empfehle ich mal nachzuforschen, wann die meisten Staatseigentümer privatisiert wurden. Erstens, zweitens, wann die heut so geliebten Multis, ins Land kamen-Steuerfrei, und es auch blieben

Gast: Bugyli
04.04.2008 10:55
0 0

..es ist schon 6 Jahre, die Fidesz nicht an der Macht ist...

Stört das Hr. Bischof nicht dass unter Orban der Wirtschaftswachstum Ungarns unter den beste Europas werde, und der Budgetdefizit viel weniger werde?

"Schon die Vorgänger-Regierungen haben munter Geld, das eigentlich nicht da war, ausgegeben und das Land über seinen Verhältnissen leben lassen."---die Vorgänger-Regierung werde die Medgyessy-Regierung, nicht Orbans.

Und keine schlechte Wörter über Gyurcsanys Regierungspartner: die SzDSz. Die SzDSz ist unter 5%, aber sie haben mehr Ministerstellen als 25%, und sie haben viel mehr Vertretung unter die Entscheidungen von die jetztregierende Amt als 5%. Gyurcsany selbst ist ein SzDSz Kreatur, er hat seine Stelle bekommen, wann die SzDSz hat gesagt dass Medgyessy muss gehen (es gab eine Debatte über ein SzDSz-Minister). Sie sind für viele unseren Problemen gleich verantwortlich als die MSzP.

Gast: Furcht Fear
03.04.2008 21:45
0 0

Es ist, Schande aber richtet aus.

Wir haben ein Gyurcsány, das etwas für unsere Wirtschaft tun wollte, aber verloren seinen Boden mit Lügen.
Wir werden mit Orbán betrübt, die nichts wünschen, aber Energie aber haben nicht einen Anhaltspunkt über Wirtschaft erhalten. Jedoch hat er die Fähigkeit, Verfechter durch Lügen und Absurditäten zu erfassen.
Es gibt zu viele Analogie bis 1933 in der Weimar Republik oder bis 1947 in Ungarn.
(Traurig, soll ich nicht Deutsches sprechen.)

We have a Gyurcsány who wanted to do something for our economy but lost his ground with lies and with mistakes.
We will be afflicted with Orbán who want nothing but power but have not got a clue about economy. However he has the ability to gather supporters by lies and absurdities.
There are too many analogy to 1933 in Weimar Republic or to 1947 in Hungary.

Antworten Gast: Istvan
04.04.2008 10:45
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Re: Es ist, Schande aber richtet aus.

Traurig,wenn jemand so denkt,und Gyurcsany so falsch einschäzt.Er ist einer,der reden kann,aber nichts erreicht hat,außer das das Land wirtschaftlich,moralisch zur Grunde gerichtet hat.Ich verstehe,dass leute gibt,die auch aus dieser Situation profitiert haben.Das Volk lebt aber in Armut!Wenn jemand das leugnet-der lügt!Seit 2002 sind die soc-lib.an der Macht!Das hat nicht Orban gemacht,sondern Gyurcsany mit seinen Kumpanen!Höchste Zeit,dass Sie verschvinden!

Gast: Istvan
03.04.2008 18:02
0 0

Istvan

Ich habe in Ungarn 31 Jahre gelebt.Damals waren die Kommunisten an der Macht.Jetzt sind Ihre Kinder die das Land zur Grunde richten!Orban Viktor ist nicht populist,und nicht rechtradikal-Er sagt die Wahrheit!Hier am Westen sieht man die Lage falsch,vor allem kennen die Situation nicht.Ungarn jetzt(szoc-lib.Regierung):ein Bananenrepublik,korrupt,ungerecht!Die Bevölkerung ist verarmt,die Machthaber stehlen unverschämt!

Gast: Sylvike
02.04.2008 22:22
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.....

So schlecht ist uns nicht gegangen mit Orbán Viktor! Liebe Orbán als Gyurcsány!

Schöne Grüsse aus Ungarn:)

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