25.05.2012 20:22 | Meine Presse Merkliste 0

Tabak und Himbeeren

MARTIN KUGLER (Die Presse)

Raucher haben es nicht leicht. Nicht nur, dass sie nach US-Vorbild immer mehr zu Buhmännern und -frauen der gesundheitsbeflissenen Nation werden.

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Raucher haben es nicht leicht. Nicht nur, dass sie nach US-Vorbild immer mehr zu Buhmännern und -frauen der gesundheitsbeflissenen Nation werden. Nun werden sie auch noch – entgegen der bisher gängigen Meinung – als Verräter an der Volkswirtschaft enttarnt. All den Studien, die derzeit zum Thema Rauchen angestellt werden, kann kaum etwas entgegengehalten werden. Allenfalls das, dass die abschließende Studie, die wirklich alle Aspekte berücksichtigt, noch aussteht.

Aber was soll man daraus lernen? Vor allem, dass die Debatte um Rauchverbote immer skurrilere Formen annimmt. Dass Rauchen ungesund ist, weiß mittlerweile jeder. Und dass Nichtraucher von den Gefahren des Tabakrauchs geschützt werden müssen, ist praktisch jedem Raucher klar. Hätte Rauchen nicht eine jahrhundertlange Tradition, hätte Tabak heute keine Chance auf eine Zulassung durch die Gesundheitsbehörden.

Damit stehen Zigaretten & Co. allerdings nicht allein da: Ein saftiges G'selchtes oder ein gschmackiger Schweinsbraten wäre heute wohl ebenfalls nicht zulassungsfähig, Und Experten betonen, dass selbst so manches als gesund geltende Naturprodukt ein echtes Problem hätte: Himbeeren zum Beispiel enthalten viele nicht gerade vertrauenswürdige Inhaltsstoffe, etwa das leberschädigende Kumarin.

Über diese „rote Gefahr“ wird freilich nicht diskutiert. Gar nicht zu reden davon, dass der Alkoholkonsum katastrophale Schäden in der Gesellschaft anrichtet. Darüber hört man gar nichts.


martin.kugler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2008)

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36 Kommentare
 
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Krabbe
19.04.2008 13:10
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Wozu eigentl.gesetzl.Maßnahmen?

Ich verstehe das ganz Hickhack nicht. Man kann wochenweise in den österr. Tageszeitungen von SN bis DIE PRESSE lesen, wie man auf Seiten der Betreiber von Nichtraucherlokalen begeistert ist über den regen Zulauf von zufriedener Kundschaft; und dies in zunehmenden Maße. Da werden Informationen aus ganz Europa gesammelt und zu diesem Zwecke veröffentlich. Am 8.4. in der SN war Dänemark an der Reihe.
Demnach ist folgendes Szenario wahrscheinlich
1. Die Betreiber von NR-Lokalen verdienen sich dumm und dämlich

2. Die Rauchhöhlenbetreiber steuern unaufhaltsam in den unvermeidlichen finanziellen Ruin.
Sozusagen die selbstreinigende Kraft des freien Marktes
greift hier Platz.

Also, lasst doch den paar 1-Raum- BeiselnBetreibern ihr uneinträgliches Geschäft mit den Süchtlern. Und NR müssen ja nicht z¿fleiss dort einkehren, in die Beisln.

Servus und ein schönes Wochenende. Und gleich gehts in mein kleines 1-Raum StammCafé
Krabbe


Gast: Gast
14.04.2008 10:43
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Nicht das wahre Problem erkannt

Ganz schwacher Artikel, der wieder einmal nur auf den von Rauchern bekannten Mythen aufbaut!

Es spricht nunmal NICHTS gegen ein GENERELLES RAUCHVERBOT außer die Sucht!

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himbeeren

sehr durchdacht, der artikel!! bekanntlicherweise gibt es ja auch passiv-himbeerenessen!!

Gast: charlie
11.04.2008 15:12
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not true

"Hätte Rauchen nicht eine jahrhundertlange Tradition..."

Hatte das Pistolenduell auch nicht eine jahrhundertlange Tradition gehabt? Oder das Hängen? Es reicht nicht Tradition zu haben. Und es stimmt auch leider nicht, dass es praktisch jedem Raucher klar ist, dass Nichtraucher von den Gefahren des Tabakrauchs geschützt werden müssen. Im Gegenteil.

Skurrile Vergleiche zwischen Tabak und Himbeeren sind diese normalerweise bedachter Zeitung nicht würdig, finde ich. Aber ich bin ja Ausländer.

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sie haben die hausfrauen/männer vergessen!

diese verachtenswerte spezies zahlt das ganze leben nichts in die sv ein, und ist dann auch noch so frech, die meisten unfälle zu haben!
diese schmarotzer gehören verboten!
;-)

Antworten Ophicus
11.04.2008 14:14
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Re: sie haben die hausfrauen/männer vergessen!

Keine Sorge. Spätestens wenn wir eine Rot-Grüne Regierung haben wird dieser Berufsstand sowieso für illegal erklärt.

Gast: Kurt22
11.04.2008 11:48
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Nur nicht denken

Danke für einen objektiven Artikel ohne Hass auf Raucher. So einfach ist aber die Welt der Raucherhasser: Statistiken über¿s Passivrauchen, wo 2 Drittel der Fälle über 85 Jahre wurden (in dem Alter kann man sicher die Todesursache genau darauf einschränken). Häufigstes Argument "mit Alkohol schadet man sich nur selbst" (das taucht sicher in den Kommentaren auf): Fragen sie die PA nach den Zahlen der Frühpensionisten durch Alkohol (manche schon mit unter 30 Jahren), lesen sie am Montag die Zeitungen, wieviele Tote und Verletzte es durch Alkolenker gab, oder schauen sie einmal auf einen Friedhof, wieviel Kinder dort deswegen schon liegen! Aber es heute politisch erwünscht, die Raucher als asozial abzutun, hoffentlich freuen sie sich ebenso, wenn es dann um das Über-/Untergewicht, ungesundes Essen (was immer das ist), Freizeitsport (Skifahren, Tennis, usw.) geht. Am Ende steht dann ein gestylter Einheitsmensch, der die Liste der Verbote in seinem grauen Overall hat.

Antworten Ophicus
11.04.2008 14:11
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Re: Nur nicht denken

Alkoholkonsum hat - anders als Rauchen in Gesellschaft -keine direkten Auswirkungen auf Dritte. Den indirekten Auswirkungen wird aber sehr wohl mit Verboten begegnet. Man darf zwar Alkohol trinken, aber dann nicht Auto fahren. Das entspricht in etwa der Regelung, dass man zwar Rauchen darf, aber nicht an Orten wo der Rauch von anderen Menschen eingeatmet werden könnte.

Einzuschränken ist nicht die Selbstzerstörung sondern das Einwirken auf Unbeteiligte. Das ist beim Alkoholkonsum selbstverständlich staatlich geregelt, beim Rauchen aber eine unzulässige Einschränkung der Freiheit?
Über den genauen Umfang von Verboten und Regelungen kann man natürlich - wie bei jeder Interessensabwägung - diskutieren. Aber dass Probleme durch Alkohol ignoriert würden ist schlicht falsch.

Diese seltsame Konstruktion jede Selbstschädigung wäre als Schädigung der Sozialsysteme und der Volkswirtschaft auch eine Schädigung an Dritten ist aber wirklich ziemlich skurril und gefährlich.

Gast: liebes maehdi
11.04.2008 09:55
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Einfache Rechnung

Ich plädiere für sehr starken Nichtraucherschutz, dies nur vorweg - mir ist es völlig egal, ob in Lokalen geraucht werden darf oder nicht. Was ich nicht mag, ist die etwas verquere Logik - sollte es zutreffen (ich hege keinerlei Zweifel an wissenschaftlich fundierten Zahlen) dass mich als starken Raucher Lungenkrebs mit ca. 55 Jahren hinwegrafft (diese Krankheit hat eine schlechte Prognose, damit sind wohl die Kosten nicht so exorbitant), dann bin ich volkswirtschaftlich gesehen ein äußerst nützliches Wesen der Gemeinschaft - ich zahle Beiträge ein, habe aber keinen Bedarf mehr daran. Sollte ich mich entschliessen, doch nicht mehr zu rauchen, werde ich vielleicht 87, koste jede Menge Pension und die letzten drei Jahre meines Lebens Unsummen an Kranken- und Pflegekosten. Deswegen wäre es wohl an der Zeit, die Argumente etwas abzuändern - das Leben ist nun einmal lebensgefährlich! Liebe Grüsse.

Antworten dr. philpp
11.04.2008 16:22
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Re: Endlich hat Platter einen würdigen Gegner gefunden

liebes maehdi : Achtung, das Gehirn wird durch Rauchen auch geschädigt........

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Sie sind

... mittlerweile ein allseits bekannter und lautstarker (daher auch unangenehmer) Querulant, jeglicher Diskussionskultur ermangelnd - ein IRRländer (nicht Ire) eben!

Antworten andibue
11.04.2008 13:41
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Zu einfach gerechnet

Schon einmal darüber nachgedacht, welche Kosten die Krebstherapie verursacht? Der Raucher, bei dem beim Routinecheck zufällig Lungenkrebs diagnostiziert wird und der am nächsten Tag ohne jegliche therapeutische Kosten tot umfällt, mag ein nettes Gedankenmodell sein, entspricht aber nicht der Realität. Ein einziges Jahr Krebstherapie verschlingt die Kosten von 20 Jahren Pension.

Ophicus
11.04.2008 09:53
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Unsinn

Der Schweinsbraten hätte auch heute kein Problem zugelassen zu werden. Genauso wie diverseste moderne Erfindungen der Junk-Food-Industrie.
Der Knackpunkt ist nämlich, dass ich mit fettem Essen oder Alkohol mir die Giftstoffe ins eigene Blut jage, wo sie zwar Schaden anrichten, aber eben nur bei mir.
Rauch geht aber nicht nur in die Lunge sondern auch in die Luft - die nun einmal die Tendenz hat von mehreren Leuten eingeatmet zu werden.

Die Volkswirtschaftlichen Schäden sind dabei weniger das Problem, das Problem ist die (mehr oder weniger) direkte Einwirkung auf Dritte. Und da ist selbstvergiftung und fremdvergiftung schon ein Unterschied.

Wenn mal also in der Richtung vergleicht ist eher fraglich, ob der Verbrennungsmotor heute noch eine Chance auf Zulassung hätte.

Gast: Gast
11.04.2008 08:19
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Rauchen schadet allen

Ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen muss beschlossen werden.
Das Rauchen soll mit allen Mitteln bekämpft werden mit dem Ziel, die Raucherquote auf unter 20% der Erwachsenenbevölkerung zu senken.

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Re: Rauchen schadet allen

Klar, und ich habe auch nichts dagegen, denn dann werden halt die Raucherklubs wie Pilze an Stelle vieler bisheriger Lokale aus dem Boden schießen, in denen ich absolut sicher sein kann, daß mir die Gesellschaft Ihresgleichen erspart bleiben wird und ich mich daher in Ruhe mit intelligenten Leuten unterhalten kann.

Antworten Antworten dr. philpp
11.04.2008 16:24
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Re: Re: Rauchen schadet allen

Dr. Döblinger. Achtung, Rauchen schadete (wie man merkt) auch dem Gehirn....

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Re: Re: Re:

Ich gestehe, daß in Ihrem Fall tatsächlich Anzeichen vorliegen, daß das Passivrauchen ...

Antworten Antworten Antworten Antworten dr. philpp
12.04.2008 14:57
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Re: Endlich hat Platter einen würdigen Gegner gefunden

GENAU!!!!

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quod erat demonstrandum!


Antworten miss chief
11.04.2008 09:00
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Re: Rauchen schadet allen

was geht es sie an ob ich rauche ?

Antworten Antworten Ophicus
11.04.2008 09:55
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Re: Re: Rauchen schadet allen

So lange sie dabei keinen Rauch in die Luft und damit auf die Allgemeinheit loslassen nichts. Nur habe ich bisher noch keinen Raucher gesehen, der das fertig bringt.

Antworten Antworten Antworten miss chief
11.04.2008 10:39
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Re: Re: Re: Rauchen schadet allen

wenn jemanden mein rauch stört, werde ich ihn nicht daran hindern woanders hinzugehen.

ich sehe nicht ein wieso ich für die gesundheit von individuen die mir nicht einmal besonders gut gesinnt sind verantwortlich machen lassen soll.

Antworten Antworten Antworten Antworten andibue
11.04.2008 13:45
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Re: Re: Re: Re: Rauchen schadet allen

In dem Moment, wo Sie sich in der Nähe einer anderen Person eine Zigarette anzünden, machen Sie selbst sich für die Gesundheit dieser Person verantwortlich.
Ihre Argumentation wäre so, als würde ich verlangen, dass ich jedes Wochenende besoffen mit dem Auto nach Hause rassen darf, weil die anderen müssen ja nicht auf der gleichen Strasse sein wie ich.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten miss chief
11.04.2008 14:38
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Re: Re: Re: Re: Re: Rauchen schadet allen

nachdem die fronten so verhärtet sind, werde ich weiter rauchen und sie weiter schimpfen. momentan sieht es so als als könnten sie mir ihre sicht der dinge via gesetz aufzwängen.

ich werd mir das allerdings merken und glauben sie mir, irgendwann werd ich schon gelegenheit haben, auch ihnen eine ihnen teure freiheit wegzunehmen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten dr. philpp
11.04.2008 16:27
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Rauchen schadet allen

Als "Freiheit" eine Tätigkeit zu bezeichnen, welche anderen schadet ist schon stark!!!!!
Wie Freiheit zum besoffen Fahren, zum Rasen, zum zuschlagen oder was????? Fällt unter fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung....

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten miss chief
11.04.2008 17:29
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Rauchen schadet allen

ich rauche zuhause (alleine), im freien, im gesindestiegenhaus an meiner arbeitsstelle und sehr selten in cafés und restaurants. wenn ich wo eingeladen bin wo man nicht raucht, dann frag ich gar nicht sondern rauche entweder nicht oder im freien. das sind lauter orte die man als nichtraucher eigentlich eher meidet.
wenn ich in paris bin, dann genieße ich die rauchfreie luft in den lokalen (in meinem lieblingscafé allerdings weniger) und finde die geselligkeit die sich oft vor lokalen wegen der gemeinsam 'erlittenen unterdrückung' einstellt schön, so schön, dass ich das in wien fast vermisse.
mir da eine schädigung anderer zu unterstellen ist eine frechheit ! es ist ja nicht so dass ich auf die säuglingsstation im akh geh und dort alles vollqualme ... leute wie sie sind es die mit ihrer hysterie
in der lage sind auch noch die rücksichtsvollsten raucher
gegen die ja nicht ganz unberechtigten anliegen der nichtraucher aufzubringen !

 
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