Raucher haben es nicht leicht. Nicht nur, dass sie nach US-Vorbild immer mehr zu Buhmännern und -frauen der gesundheitsbeflissenen Nation werden. Nun werden sie auch noch – entgegen der bisher gängigen Meinung – als Verräter an der Volkswirtschaft enttarnt. All den Studien, die derzeit zum Thema Rauchen angestellt werden, kann kaum etwas entgegengehalten werden. Allenfalls das, dass die abschließende Studie, die wirklich alle Aspekte berücksichtigt, noch aussteht.
Aber was soll man daraus lernen? Vor allem, dass die Debatte um Rauchverbote immer skurrilere Formen annimmt. Dass Rauchen ungesund ist, weiß mittlerweile jeder. Und dass Nichtraucher von den Gefahren des Tabakrauchs geschützt werden müssen, ist praktisch jedem Raucher klar. Hätte Rauchen nicht eine jahrhundertlange Tradition, hätte Tabak heute keine Chance auf eine Zulassung durch die Gesundheitsbehörden.
Damit stehen Zigaretten & Co. allerdings nicht allein da: Ein saftiges G'selchtes oder ein gschmackiger Schweinsbraten wäre heute wohl ebenfalls nicht zulassungsfähig, Und Experten betonen, dass selbst so manches als gesund geltende Naturprodukt ein echtes Problem hätte: Himbeeren zum Beispiel enthalten viele nicht gerade vertrauenswürdige Inhaltsstoffe, etwa das leberschädigende Kumarin.
Über diese „rote Gefahr“ wird freilich nicht diskutiert. Gar nicht zu reden davon, dass der Alkoholkonsum katastrophale Schäden in der Gesellschaft anrichtet. Darüber hört man gar nichts.
martin.kugler@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2008)

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