11.03.2010 12:09 | Meine Presse Merkliste0

Handy-Verbot: Zu schön, um gut zu sein

RAINER NOWAK (Die Presse)

In Flugzeugen werden Mobiltelefone erlaubt, in anderen Verkehrsmitteln sollen sie verboten werden. Können das die Fahrgäste nicht regeln?

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Wen nerven sie nicht: Jene Mitmenschen, die ihr Gefühls- oder Berufsleben öffentlich machen, indem sie Unterhaltungen am Mobiltelefon in einer Lautstärke führen, als müssten sie die räumliche Distanz zum Gesprächspartner akustisch überbrücken. Hautnah lässt sich dieses neo-exhibitionistische Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln miterleben. Nun soll noch das Flugzeug dazukommen. Damit fällt die letzte Bastion, in der Handys – so der Anglizismus, den der Engländer nicht kennt – bisher weder läuteten noch musizierten, obwohl allen langweilig war. Denn Fadesse dürfte nach allgemein nachvollziehbarer Feldforschung im Alltag noch immer Hauptgrund für die meisten Gespräche sein, Relevanz haben die wenigsten.

Daher klingt der Vorschlag aus zwei der drei größeren österreichischen Städte durchaus sympathisch: In öffentlichen Verkehrsmitteln in Graz und Linz soll die Benutzung der Mobiltelefone etwa verboten werden. Aber warum brauchen wir ein Gesetz? Warum weisen gestörte Fahrgäste laute Handy-Nutzer nicht freundlich zurecht? Warum sagt in Straßenbahn, U-Bahn oder Bus niemand: „Entschuldigung, bitte keine weiteren Details Ihres Sexuallebens!“ Und wenn das nichts nützt: Warum beschweren sich die Fahrgäste nicht bei ihren Verkehrsbetrieben? Laut deren Hausordnungen ist lautstarke Störung ohnehin schon verboten.

Oder könnte es sein, dass diese mühselige Form von Courage in Städten genauso fehlt wie der richtige und höfliche Umgang mit einem Telefon? (Bericht: S. 9)


rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2008)

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13 Kommentare
Gast: Crusader
12.04.2008 09:08
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Ja, unser Topproblem - Handyies in öffentlichen Verkehrsmitteln!

Endlich ist es dann still in den Öffis!
Die Dealer können dann in Ruhe ihrem Geschäft in der Straßenbahn nachgehen, man versteht die Bettler im Bus(!!!!) wieder besser. Aber irgendwie wollen sich die Kulturbereicherer dem "Lärmgebot" nicht fügen - und vor der Moschee dudelt es weiter aus allen Autos...

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handys

hochverehrter herr nowak, ich hoffe, sie lesen hier ab und zu mit.

sie sind nicht oft in öffentlichen unterwegs, nicht wahr? haben sie schon einmal versucht, einer horde nachwüchsiger, die lautstark (vermutlich muß man sie bis in die türkei oder serbien ohne handy hören), zu bitten, sie mögen leiser sein?

wahrscheinlich nicht.

versuchen sie es doch einmal. ich verspreche ihnen ein erlebnis der aussergewöhnlichen art, es schlägt jeden abenteuerurlaub, mit zumindest starkem herzrasen garantiert.

das wollen sie nicht? kann ich nachvollziehen. nur: dann bitte keine ratschläge aus dem eigenen auto mit garantiertem parkplatz (nein, kein neid, ich habe auch einen :), wovon sie ihrer netten beifahrerin sagen: schau, sind das nicht ausländer? wie exotisch und bereichernd :)

ein deutscher chefredakteur ist ein einziges mal öffentlich gefahren, seither ist sein blatt nicht mehr gutie, sondern ganz bösi. und er auch, sein sohn ist unprovoziert verletzt worden.

mc

Gast: Handy
11.04.2008 14:25
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Der größte Blödsinn den es gibt

Das Handystrahlen schädlich sind ist nicht bewiesen. Wenn man das Handy im öffentlichen Raum verbietet hätte man es erst gar nicht erfinden müssen. Ich kann verstehen wenn es in Sitzung, Unis etc. verboten ist. Aber es ist unzulänglich sie in Busen und co. zu verbieten, weil sie hier als Freizeitunterhaltung dienen; man angeben kann wann man ankommt und; und..........
Ich kann nur hofen, dass sich das die Leute nicht gefallen lassen.

Ophicus
11.04.2008 09:58
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Rechtsstaatlichkeit

Was nicht verboten ist, das ist erlaubt. Und was erlaubt ist darf man machen. Jemanden zurechtweisen weil er tut was er tun darf, nur weil es einen selber stört ist halt in unserer toleranten Gesellschaft nicht so passend.

Höflich bitten wäre da schon eher angebracht, aber im Normalfall eher zwecklos.

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Ja, warum

weisen Fahrgäste Raucher nicht zurecht, die immer auf der Luv-Seite stehen und ihnen schon beim Warten auf die Straßenbahn die Luft verpesten? Weil man es nicht riskieren will, sich zur Belästigung auch noch eine Gosch'n anhängen zu lassen. Ganz einfach.

Antworten Gast: Roadrunner
11.04.2008 12:58
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Re: Ja, warum

Kann nur sagen: Lieber Passivrauch im Freien als Hundekot an den Schuhen. Sie sollten sich einmal mit einem Hundebesitzer darüber unterhalten, dann wissen Sie, was "Goschn anhängen" bedeutet, danach suchen Sie die Konversation mit Rauchern.

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Re: Re: Ja, warum

da ein hund mein leben schöner macht, ich schreibe jetzt bewußt nicht hundebesitzer, eher besitzt sie mich :), gebe ich ihnen vollkommen recht.

es gibt diese netten ständer, wo man ein säckchen ziehen kann und die hinterlassenschaft entfernen und sogar auch dort entsorgen kann.

viele haben immer so ein säckchen einstecken, ich auch, in jeder jacke und jedem mantel steckt eines.

ich finde es kein argument, weil man hundesteuer bezahlt, man sich nicht dafür verantwortlich sieht.

so bringt man menschen zu recht gegen hundemenschen auf. und leider werden dann alle in einen topf geworfen.

die verantwortlichen, nachdenkenden und die unverantwortlichen.

mfg
mc

Antworten Gast: Kurt22
11.04.2008 11:11
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Re: Ja, warum

1:) Thema verfehlt! 2.) Als militante NR können Sie sich auch auf die Lee-Seite stellen, als Zuhörer können sie nur den Waggon wechseln, treffen aber sicher auf die nächsten Telefonierer. 3.) siehe Artikel "richtiger und höflicher Umgang"; scheint Ihre Stärke auch nicht zu sein. Übrigens kann ich Ihnen versichern: vom Passivrauchen im Freien ist noch keiner gestorben, da sind die Umweltgifte schon schlimmer.

andibue
11.04.2008 13:32
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Re: Re: Ja, warum

Leider, leider, wenn Sie ein bisschen mehr Fachwissen und weniger Polemik aufbrächten, dann wüssten Sie, dass selbst an einer stark befahrenen Strasse nicht annähernd die Schadstoffkonzentration erreicht wird, wie in der Nähe auch nur einer einzelnen rauchenden Person. Wo es passiert, ist irrelevant, Passivrauchen ist immer lebensgefährlich!

Antworten Antworten Antworten Gast: Kurt22
11.04.2008 19:33
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Re: Re: Re: Ja, warum

Wissen ist Macht, nichts wissen macht offenbar auch nix!

Antworten Antworten Gast: Goldfisch
11.04.2008 12:30
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Handys umgehend in den Öffis verbieten.

Ja Kurterl, du bist zweifelsohne einer dieser Dodeln, der rücksichtslos uns Normalen das Öffisfahren vermiest. Die Grundregel alles menschlichen Zusammenlebens ist nämlich: "alles ist erlaubst, wenn es den Mitmenschen nicht schadet". Das Handytelefonieren dagegen ist nicht nur eine widerliche Belästigung; das dabei freigemachte EMC (electro magnetic compatibility), die Strahlung also oder genereller, der Elsmog, ist schädlich.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kurt22
11.04.2008 19:44
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Re: Handys umgehend in den Öffis verbieten.

Irrtum, Fischerl, bin beruflich mit dem Auto unterwegs, bleibe beim Telefonieren trotz Freisprechanlage stehen, rauche nicht in Gegenwart von Nichtrauchern, und fahre nicht mit euch "Normalen" in Öffis, Gott sei Dank.

Antworten Antworten Antworten Gast: emc²
11.04.2008 15:36
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Re: Handys umgehend in den Öffis verbieten.

na, im wikipedia nicht zu ende gelesen? das "compatibility" ist gar nicht schädlich, meint es doch nicht die strahlung sondern die verträglichkeit von elektronischen geräten, will heissen die gegenseitige beeinflussung.
hatte bislang von bgm. nagl eine gute meinung und habe ihn auch gewählt, aber das ist wohl etwas überzogen. das verbot wäre verständlich, wenn der öffentliche verkehr in graz insgesamt eine ruhezone wäre und der bus ein ort der erholung und der stille, oder wenn die fahrgäste längere strecken zurücklegen würden, wie mit der bahn.
das ist aber ganz und gar nicht so. und wenn das telefonieren in öffis generell verboten wird, verstehe ich nicht, warum eine normale unterhaltung zweier fahrgäste und die automatische haltestellendurchsage nicht ebenfalls als belästigung verstanden werden.

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