21.11.2009 14:34 | Meine Presse Merkliste0

Italien, die Roma und der Faschismus

WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Italiens Regierung stigmatisiert die Roma als potenzielle Verbrecher – offiziell, unverschämt und ohne jegliches Geschichtsbewusstsein.

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Es dient – natürlich – alles nur der Sicherheit. Mit Rassismus hat das Ganze gar nichts zu tun. Behauptet zumindest Italiens Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord. Jener Lega Nord, deren Politiker Muslime und Süditaliener kollektiv als „Terroristen“ und „Faulpelze“ zu beschimpfen pflegten. Doch diesmal werden die Roma aufs Korn genommen. Auf Anordnung des Innenministers werden nun Bewohnern von Roma-Lagern Fingerabdrücke abgenommen: Männern und Frauen, Erwachsenen und Kindern – zur „Kriminalitätsbekämpfung“ und als „Schutz“ der Roma-Kinder vor Ausbeutung.

Das Vorurteil, die „Zingari“ seien allesamt Diebe und Kinderentführer, hält sich in Italien beständig. Und erst vor kurzem griff der Mob in Neapel ein Roma-Camp mit Molotow-Cocktails an.

Doch nun werden die Roma von der Regierung unter Generalverdacht gestellt – ganz offiziell und ganz unverschämt. Und ganz ohne jedes Geschichtsbewusstsein. Vor allem den Männern rund um Gianfranco Fini sollte ihre besondere Verantwortung klar werden. Sie sollten sich daran erinnern, dass ihre Alleanza Nazionale vor nicht allzu langer Zeit dem Neofaschismus huldigte. Und daran, dass ihre früheren politischen Vorbilder gemeinsam mit deren deutschen „Freunden“ schon einmal Italiens Roma kollektiv registriert hatten. Was damals mit Registrierung begann, endete in den Gaskammern von Auschwitz. (Seite 9)


wieland.schneider@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2008)

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14 Kommentare
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An den Zensor

Wer meine Meinung zensuriert gibt mir zu verstehen: wir brauchen dich nicht als Presse-Leser.

Wie es beliebt.

Wenn hier weiter Linksnaive wie Wieland Schneider Artikel schreiben könnte ich ja gleich auch das Tatblatt lesen. Dort finde ich den selben linksnaiven Schmarren etwas pointierter formuliert.

Ophicus
05.07.2008 20:08
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Schockierend

Es ist ein absolutes Armutszeugnis für die Presse und Herrn Schneider, dass hier schon wieder die Nazikeule aus dem Gepäck gezogen werden muss.
Die Maßnahmen gegen die Roma sind nicht deshalb abzulehnen weil sie von einer Partei mit faschistischer Vergangenheit propagiert werden oder an die Anfänge der Nazi-Zeit erinnern, sondern weil sie unseren europäischen Rechtsgrundsätzen und unserer Wertordnung widersprechen.

Auch wenn es schön ist, dass Sie etwas aus der Geschichte gelernt zu haben glauben kommen auch Sie nicht darum herum sich mit den aktuellen Problemen inhaltlich auseinander zu setzen.

Gast: Crusader
05.07.2008 07:17
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Die Presse braucht sich über die Krone nicht aufregen....

Kommentare die nicht dem Weltbild der sich immer weiter dem Standard annäherten Weltbild der Presse entsprechen werden einfach liquidiert.
Was soll`s! Die Meinung der Öffentlichkeit richtet sich eh nicht mehr nach der Veröffentlichten.
kommt wahrscheinlich von dem regen Personalaustausch zwischen Presse und Standard...

Ophicus
05.07.2008 21:27
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tja

Auch eine Möglichkeit diese lästigen Abonnenten los zu werden...

Gast: Crusader
04.07.2008 22:47
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Der Wind hat sich gedreht!

Alle haben genug von Multikulti und die Faschismuskeule bringt einem nur noch zum Gähnen! Zu oft zu viel und jetzt kümmert das Faschismusgeschwätz keinen mehr Herr Journalist!
Lesen sie doch die Kommentare in ihrer eigenen Zeitung...

phuter
05.07.2008 13:50
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Möchte sehen...

Wie sie als erster jammern, wenn man sie dazu anhält Ihre Fingerabdrücke abzugeben, weil sie z.b. in einem Problembezirk wohnen, oder eine bestimmte Automarke fahren, die nachgewiesenermaßen die meisten Unfälle evoziert...
Ad Multikulti: Zigeuner gibts in Europa seit Jahrhunderten. Dass viele davon Probleme machen - vor allem in Südostseuropa - ist auch wahr. Deshalb kann sich ein Rechtsstaat trotzdem nicht hinreissen, alle unter Generalverdacht zu stellen. Es waren ja auch nicht alle Deutschen Nazis - oder ?

Antworten Antworten Gast: Crusader
06.07.2008 06:45
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Faschismuskeule... Gähn..


phuter
11.07.2008 17:24
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Nix Faschismuskeule...

Sie sind aber garantiert der erste der herumjammert, wenn man Rechtsextremisten wegen ihrer Meinung einsperrt - was ich imho auch falsch finde. Nix also Faschismuskeule.
Sie sollten lernen ein wenig weiter zu denken. Die Zigeuner sind nur die ersten... dann gehts aber weiter.... auch gegen Sie! Denn ich nehme nicht an, dass sie zu jener Clique gehören, die von Privatstiftungen und Kapitalerträgen lebt, sondern zu jener die von ihrer eigenen Hände Arbeit oder sogar sozialen Zuwendungen leben muss. Damit sind sie schon verdächtig...

Ophicus
05.07.2008 21:33
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Naja

Das Problem ist nicht die Kritik an dem System. Das ein Rechtsstaat sich zu sowas nicht hinreißen lassen sollte ist schon richtig. Nur ist die Argumentation halt furchtbar unsachlich. Ob die Nazis das auch gemacht haben oder nicht sagt nichts darüber aus ob diese Maßnahme gerechtfertigt ist oder nicht. Sie ist auch nicht weniger problematisch wenn sie von einer weniger vorbelasteten Partei kommt...

Es sollte um Inhalte gehen, nicht um historische Vergleiche. Man muss Argumente bringen, nicht die Nazi-Keule. Und gerade zu diesem Punkt gibt es ja nun wirklich keinen Mangel an Argumenten.

phuter
11.07.2008 17:28
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Es gibt rechtsstaatliche Prinzipien...

Und die werden in den letzten Jahren in bedenklicher Weise über Bord geworfen. Die Verfolgung von kriminellen muss auf das Individuum bezogen geschehen - alles andere wäre Sippenhaft.
Obwohl mich die Nazivergleiche normalerweise auch nerven - wenn solche Maßnahmen von DER Nachfolgepartei Mussolinis kommen, dann ist nicht einmal ein Vergleich notwendig - das sind die selben! Also ist das sehr wohl angebracht...

Antworten Antworten Gast: 789undaus
05.07.2008 15:29
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Es waren nicht mal alle Nazis Deutsche

aber wohl die "überwältigende Mehrheit" wie man so sagt. Ihre Anmerkungen sind nicht unrichtig, allerdings könnte man nach Jahrzehnten der Minderheitenförderung und Negierens der Bedürfnisse und Wünsche der großen Bevölkerungsmehrheit sich endlich wieder um deren Rechte und Anliegen kümmern. Die erarbeitet nämlich alles was so verteilt wird und kann sich dafür permament anhören wie schlecht sie ist, auch von Dank derer die das Erarbeitete so empfangen ist eher wenig zu merken, tw. auch wenig davon dass diese selbst das ihre dazu beitragen. Die Lebensbedingungen haben sich- dank EU-Reichtumsverlagerung nach oben und Ostöffnung mit bekannten Folgen- nicht nur für "arme" Minderheiten sondern für den Großteil der Bevölkerung verschlechtert und diese will jetzt eines: wieder MEHR ihren gerechten Anteil am von ihnen erwirtschafteten Kuchen, MEHR hören auf ihre Bedürfnisse (sind weder Schwulenehen noch Zigeunerrechte, noch PC, noch Ausländerrechte, noch Flüchlingsrechte, noch Islam, noch EU).

phuter
11.07.2008 17:36
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Man sollte nur schauen, dass man nicht den falschen Hund verprügelt...

Am zerbröseln des Mittelstandes sind nicht die Zigeuner schuld! Auch die Ausländer sind nur in begrenztem Maß dafür verantwortlich - Wer holt sie denn ins Land? Es sind jene, die daran interessiert sind billige Arbeitskräfte zu bekommen. Die Maßnahmen müssten sich also gegen Banken, Börsianer, Kapitalisten im weitesten Sinne richten. Wenn das politische Klima nach rechts Rückt, und das Ergebnis lediglich eine Diskriminierung der unteren Schichten ist, dann wird das vielleicht kurzfriedig den unteren Mittelstand befriedigen - gewonnen ist damit aber nichts - denn abgezockt wird oben - nicht unten!
Bedenken Sie dass ich mich selbst in keinster Weise als links begreife... Ich habe nur zu Geifern aufgehört und begonnen nachzudenken...

raeter
04.07.2008 20:21
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Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

November 07, Dublin
Zeitungsmeldung im Irish Independent.
Kleinkriminalität in Rom: über 70 % der zwischen Jän und Sept.07 festgestellten Strafhandlungen wurden von "rumänischen Staatsbürgern" begangen. Gleichzeitig ist in Rumänien die Kleinkriminalität um 27 % zurückgegangen. Dass solche Meldungen in Österreich nicht veröffentlicht werden, verwundert nicht.

Unsere PC-gehirngewaschenen Journalisten sollten sich die Frage stellen, warum es in nahezu allen Ländern mit Roma "Vorurteile" gibt. Warum sind alle Sozialisierungsversuche fehlgeschlagen? Könnte es sein, dass die Roma nicht nur Unschuldslämmer und Opfer sind?

Mit operettenhafter Zigeunerromantik kommt man der Realität nicht nahe.

Gast: Also
04.07.2008 19:57
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das hätte ich vielleicht

in einem harngelben Fremdenblatt erwartet, aber nicht in der Presse.

1) Sie verschweigen den realen Hintergrund der hohen Kriminalität und (auch innerhalb der EU) illegalen Einreise bzw. illegalen Aufenthalte Angehöriger dieser Gruppe in Italien. Die besondere Gefährdungslage ist nicht nur nach Alltagserfahrung vieler Italiener, sondern auch durch statistische Verfahren objektivierbar.

2) Es scheint Ihnen entgangen zu sein, daß alle EU-Bürger in kurzer Zeit bei Paßausstellungen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen. Es besteht also keinerlei sachlicher Anlaß, deswegen die Faschismus- und Gaskammerkeule zu schwingen.

Bewahren Sie klaren Kopf und Augenmaß!

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