Keine guten Nachrichten für die Angstmacher-Branche: Österreich wird selbst bei einer Öffnung des Arbeitsmarkts von mittel- und osteuropäischen Menschen nicht überschwemmt werden. Die große Zuwanderungswelle aus den 2004 beigetretenen EU-Ländern wird auch in Zukunft ausbleiben. Und sogar die befürchtete Abwanderung von Unternehmen und damit von Arbeitsplätzen dürfte sich mittelfristig eindämmen. Der Grund liegt in der demografischen Entwicklung von Ländern wie Tschechien, Slowakei oder Ungarn und in einem Ausgleich zwischen den Märkten. Das belegt nun eine umfassende Studie des Rostocker Zentrums für Erforschung des Demografischen Wandels.
Die österreichischen Nachbarstaaten werden wegen ihrer guten wirtschaftlichen Entwicklung und wegen ihrer zunehmenden Überalterung bald die eigenen Arbeitskräfte benötigen. Und sie werden diesen Menschen wohl auch immer bessere Löhne bezahlen müssen, da sie noch stärker als Österreich mit einer schrumpfenden Arbeitnehmerschaft konfrontiert sind. Ihr einziger verbliebener Boomfaktor wird die Arbeitsproduktivität sein, die sie noch steigern können.
Österreich steht trotz aller Ängste nach der Osterweiterung weit besser da als angenommen. Das liegt daran, dass die Marktöffnung nie eine Einbahnstraße war, sondern geholfen hat und hilft, die Ungleichgewichte abzubauen. (Bericht: Seite 1)
wolfgang.boehm@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2008)

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