Für und wider Studiengebühren: Die Diskussion wird uns noch weiter begleiten. Die SPÖ beruft sich jetzt auf eine deutsche Studie, um ihren Abschaffungsbeschluss zu rechtfertigen. Die ÖVP verweist wiederum auf den tatsächlichen Istzustand: Die Studierenden treten öfters zu Prüfungen an, die Studienzeiten sind kürzer, der Ansturm zu den Universitäten hat trotz Gebühren nicht ab-, sondern zugenommen. Und Gebühren gibt es so gut wie überall im Ausland. (Bei anderen Bildungsstreitthemen beruft sich gerade die SPÖ stets auf das Ausland.)
Vieles spricht dafür, dass jene, die in den Genuss eines akademischen Abschlusses und in der Folge zu besseren Verdienstchancen kommen, auch etwas dafür zahlen. Und sei es auch nur einen nicht allzu hohen Teilbetrag, wie das bei 363 Euro pro Semester bis zum nächsten Jahr noch vorgeschrieben ist. In einem Punkt haben allerdings die Universitäten bzw. der Finanzgeber Österreich versagt: Die Studienbedingungen sind nicht entscheidend verbessert worden. Massenvorlesungen und Massenprüfungen gibt es noch immer. Detto Wartezeiten und Reihungslisten für viele Laborplätze und Seminare. Auch das Image unserer Universitäten ist im Spiegel der internationalen Rankings nicht besser geworden.
Studiengebühren ja, aber gleichzeitig moderne Hochschulen auf dem letzten Stand, gleichzeitig ausreichende Finanzmittel für Lehre und Forschung. Nur Nein sagen wie die SPÖ, nur Ja sagen wie die ÖVP wird den Bedürfnissen der Universitäten nicht gerecht. (Bericht: S. 2)
erich.witzmann@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2008)
















