25.05.2012 16:54 | Meine Presse Merkliste 0

Spindeleggers Gruß an Obama

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die Regierung könnte Nutzen aus der Aufnahme von Guantánamo-Insassen ziehen. Aus populistischen Gründen verzichtet sie darauf.

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Soll man einen jemenitischen Wahhabiten, dessen größter Wunsch die Errichtung eines islamischen Gottesstaates ist, nach seiner Freilassung aus Guantánamo in Österreich aufnehmen? Ja, sofern er unbescholten ist, in seiner Heimat mit Folter, Hinrichtung oder ähnlichen Repressalien bedroht ist und nirgendwo anders hinkann. Das gebietet zunächst die Moral: Wer, wie das heimische Politiker aller Couleurs tun, die Schließung des Gefängnisses fordert, muss nun, da es geschlossen wird, das Seinige tun. Gerade Österreich, das in sicherheitspolitischen Fragen gerne auf dem Trittbrett der Neutralität mitfährt, sollte diese Möglichkeit ergreifen, internationale Solidarität zu zeigen. Aber nicht nur aus moralischen Gründen, sondern aus Eigennutz: Nie wieder wird es eine so gute Gelegenheit geben, bei Barack Obama Punkte zu erzielen. Punkte, die zum Beispiel bei den anstehenden Verhandlungen über die Politik gegen den Klimawandel von entscheidendem Nutzen sein könnten. Oder bei der Vermeidung eines sich abzeichnenden Handelskrieges mithilfe von Strafzöllen.

Bedauerlich, dass Außenminister Spindelegger diese Chance zu vergeben droht. Man möchte meinen, Spindelegger, der schon mal freudig erzählt, wie „erhebend“ es sei, im Sicherheitsrat sprechen zu dürfen, liege mehr an den devoten Huldigungen des Boulevards (Zitat: „Der für uns um die Welt reist...“) als daran, harte Entscheidungen in Österreichs Interesse zu treffen. (Bericht: S. 1, 2)


oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2009)

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16 Kommentare
Svejk
28.01.2009 21:09
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Nicht nachvollziehbar.

Die Diskussion ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt weder einen moralischen noch einen rechtlichen Grund für die Aufnahme ehemaliger Guantanamo-Häftlinge in Österreich. Und warum wir die USA als Oberlehrer betrachten sollen, bei dem wir als brave Schüler Punkte zu sammeln haben, ist völlig unverständlich. http://www.loub.at/?p=487

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Man könnte sie ja als Lehrer anstellen...


Man könnte die Guantanamo-Terroristen ja in Österreich als islamische Religionslehrer anstellen.

Gast: HAK
27.01.2009 13:12
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Hr. Grimm hat schon Recht

Bei uns wird diskutiert als ob uns die Amerikaner Sanktionen androhen würden wenn wir nicht alle 242? aufnehmen. AFAIK gibts noch nichtmal eine offizelle Anfrage, und selbst wenn dann werdens nicht mehr als 2-3 sein. Der Nutzen dieser Freundschaftsgeste gegenüber den USA ist sicherlich mehr Wert als die Kosten von 2 weiteren Asylwerbern im Land.

Antworten Gast: Niederösterreicher
28.01.2009 10:40
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Re: Nur 2 bis 3 "Asylwerber"? Sie vergessen den Familiennachzug der Großsippe!

Das beste Beispiel dafür bot wohl der Fall Arigona, wo auch die verheirateten Kinder samt Ehegatten und die pensionsbedürftige Oma auf den "Familiennachzug" warten!!

Anzunehmen ist weiters, daß die Guantanamo-Häftlinge nicht ohne jeden (wenn auch für die Internierung nicht ausreichenden) Grund in Guantanamo einquartiert wurden. Deren Überwachung wird dank Pilz dann jede Menge Geld kosten und Grund für Interpellationen im NR und Aktionismus in den Medien sein.

Aber macht nichts: Hätt mas net so tät mas net!

Gast: Autriche: un point
27.01.2009 10:54
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Bei Obama punkten schön und gut,

ich fürchte aber, dass sich Obama den Klimaschutzschwachsinn auch dann nicht ausreden lässt, wenn wir 2 - 3 Gotteskrieger aufnehmen...

kobold
27.01.2009 10:44
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Brave Österreicher

Ja, wir sollten wirklich aufzeigen und Mister Obama davon überzeugen, dass wir brave Österreicher sind und gaaanz lieeeb. Es gibt ja wirklich derzeit nichts Wichtigeres als sich bei Obama einzuschmeicheln. Nicht wahr? Herr Grimm hat offensichtlich das Selbstbewußtsein einer Fliege. Immer schön brav bleiben, Herr Grimm. Danke, setzen.

Geldfux
27.01.2009 08:04
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Wir Österreicher sind noch immer Volksschüler

Daher sagen wir sofort:"Nie wieder wird es eine so gute Gelegenheit geben, bei Barack Obama Punkte zu erzielen."

Ich habe nie gegen oder für die Guantánamo Häftlinge protestiert, aber ich protestiere gegen die mehr als 2 Jahre währende Untersuchungshaft,von Herrn Elsner, die nur schwer zu begründen ist, obwohl mir dieser reichlich unsympathisch ist. Fehler im österreichischen Justizsystem beschleunigen oft den Erfolg der Verursacher der Fehler. Frau Berger ist jetzt Spitzenkandidatin für die EU Wahl!! Aber wir sollen uns kümmern um Obama um Punkte zu machne. Die Sorgen des Herrn Pink möchte ich haben, dann würde ich mich Rosa nennen.

Antworten Gast: Martin Klein
27.01.2009 09:16
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Re: Wir Österreicher sind noch immer Volksschüler

Elsner und die Guantanamo-Häftlinge sind nicht vergleichbar. Elsner muss man mit den Leuten vergleichen, die offenbar den gegenwärtigen Fast-Bankencrash verurscacht haben. Die gehören auch alle eingesperrt, zumindest ihrer schon lukrierten Exorbitanzbezüge enteignet. man kann nicht nur einen einsperren. Aber in Österreich hat das offenbar Tradition. Da gab es in den späten Siebzigern/frühen Achtzigern des 20. Iahrhunderts einen Skandal in Wien, wo als einziger der freiberufliche Architekt Ursprunger eingesperrt wurde, die betroffenen Politiker und Beamten aber nicht belangt wurden.

Antworten Antworten Gast: Niederösterreich
28.01.2009 10:31
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Re: Re: Sie haben recht, die Bauabteilung des Mag.d.St.Wien gehörte einmal unter die Lupe genommen,

das traut sich aber in der heutigen Konstellation keiner, weil unseren links dominiserten Medien die "Vergehen" der Innenministerin Fekter aus ideologischen Gründen wichtiger sind: s.a. konzertierte Angriffe in "Österreich" und im ORF-Report, wo sich unlängst die "unabhängige" Waldner und der deklarierte Wiesner redlich bemühten, die Fekter in die Zange zu nehmen!

Herrn Pröll u. seinem Raika-Verband kann mann zu diesen "Genossen" nur gratulieren!

Gast: Christian
26.01.2009 23:43
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Oliver Grimm, der linke Bürgerschreck vom Dienst wieder in der bürgerlichen Presse!

Also gut, greifen wir einmal das Argument von Oliver Grimm auf: Wenn man sich im Rahmen seiner Meinungsfreiheit zu einem eklatanten Rechts- u. Verfassungsbruch äußert, muß man das Opfer konsequenterweise auch im Lande aufnehmen und versorgen! Schön: dann sollte Herr Grimm auch persönllich konsequent sein und die Patenschaft für einen dieser muslimischen Fanatiker samt Familiennachzu übernehmen!

Keine Angst: kein normaler Mensch würde solche Konsequenzen an eine freie Meinungsäußerung knüpfen. So konsequent war nicht einmal das "Musterland der Demokratie", die USA, beim Holocaust!! Denn die Nazis wären gerne bereit gewesen, Juden gegen bare Münze in großem Stil an die Angelsachsen zu verkaufen, was aber wegen deren Weigerung nur in geringem Maße möglich war!

Oder kann man der Grimm`schen Meinung nach die Gunatanamo-Häftlinge nur dann entlassen, wenn sie auf der anderen Seite der nördl. Halbkugel von Österreich versorgt werden??

analogo
26.01.2009 19:50
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Typisches

Beispiel für Naivitäts-Journalismus mit unfreiwiliger Komik in Richtung Besserwisserei....Ein Lehrbeispiel. Aber zur Sache: es gibt ca. 22 od.23 moslem. Staaten,einige davon könnten sich durch Umerziehung bzw. Therapien f.Ex-Gefangenen (gibt es tlws.schon) nützlich machen. Wäre eine der Möglichkeiten (abgesehen von USA u.deren event. Wiedergutmachungs Schuldigkeit).
mfg
a...

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Re: Typisches

Was hat Herr Grimm den gesagt, dass er so Naiv ist? Die Papalatur haben wir, egal ob es wen interessiert oder nicht immer offen, Handeln tun wir aber nicht.

Ich stelle keinen Persilschein für Guantanamo Häftlinge aus, doch sind manche dieser Menschen nun alles, nur keine Terroristen!

Immer diese, geht uns nix an Mentalität.

Und dass ein Moslem nicht immer ein Moslem ist, sehen wir in den Glaubenskriegen zwischen den ethnischen Gruppen im Irak.

Und wollen Sie wirklich in dem Staat leben, der sie für mehrere Jahre mit Verstößen gegen die Menschenrechte festgehalten worden sind?

Antworten Antworten Gast: Niederösterreicher
27.01.2009 00:50
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Re: Re:Wenn ein britischer Moslem etwa in Afghanistan festgenommen wird,

glauben Sie dann etwa, daß er dort nur auf Sommerfrische war?

Antworten Antworten Gast: Martin S
26.01.2009 22:56
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Re: Re: Typisches

Richtig, kann Ihnen da nur recht geben. Die einzigen WIRKLICHEN Neutralen, die Schweizer, nehmen welche auf - ohne gross die Pappn aufreissen wie die Unsrigen..

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Re: Typisches

Im letzten ORF-"Weltjournal" sah man einen Bericht über solche "Umerziehungsamps" in Saudi Arabien! Ehemalige Terroristen belegen dabei u.a. Malkurse und spielen mit Buntstiften statt Sprengstoffen herum.

Antworten Antworten Gast: sunnygirl
28.01.2009 08:14
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Re: Re: Typisches

Warum müssen wir diesem Obama eigentlich imponieren? Nur weil er alles von Amerika wegschiebt, weil es zu gefährlich ist, sie dort aufzunehmen? Warum sollte es für uns weniger gefährlich sein?

Nicht dass vielleicht von diesen Insassen die grosse Gefahr ausgehen könnte, vielmehr würde es terroristische Organisationen dazu anspornen, diese Insassen mit Gewalt zu befreien, bevor ihnen noch der Prozess gemacht werden kann.

Unser Staat lässt sich ja gerne erpressen, siehe Sahara Geiseln.

Obama wirft bereits einen gehörig grossen Schatten voraus auf das,, was noch kommt.

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