Es bleibt jeder Regierung vorbehalten, ihr Geld so zu verpulvern, wie sie es für richtig hält. Der Iran ist nicht der erste Staat, der einen Satelliten mit einer eigenen und nicht, wie etwa Österreich, mit einer fremden Rakete in den Orbit schießt. Auf diese teure Idee sind vorher schon ein gutes Dutzend andere Staaten gekommen. Und wie so oft spielt auch diesmal Prestige eine wichtige Rolle. Es ist kein Zufall, dass der Iran zum 30.Jahrestag der Revolution seine Anwartschaft im All anmeldet. Irans Volk soll mit Stolz erfüllt werden.
Es sei dem Iran gegönnt, dass der Satellitenstart langfristig wissenschaftliche Vorteile bringt. Die Sache hat jedoch auch militärische Implikationen. Und das ist alarmierend bei einem Regime, das Israel mit Vernichtung droht und unter Verdacht steht, eine Atombombe zu bauen. Denn wer Raketen ins All schießen kann, ist auch in der Lage, sie anders zu bestücken als mit Satelliten.
Ärger aber müsste bei Iranern trotz aller patriotischer Gefühle etwas anderes auslösen: Wieder, wie schon beim Atomprogramm, steckt ihre Regierung Milliarden in ein Prestigeprojekt, während die Bevölkerung noch immer weit unter ihren Möglichkeiten lebt. Die Mullahs, seit jeher erbärmliche Ökonomen, haben die Zeit der hohen Ölpreise verstreichen lassen, ohne das Land zu modernisieren. Inflation und Arbeitslosigkeit fressen alles weg.
Khomeinis Erben sind Meister darin, Ressourcen falsch einzusetzen. Das könnte sich noch rächen. (Bericht: S. 4)
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2009)















