25.05.2012 16:59 | Meine Presse Merkliste 0

Bitte keine Bevormundung

MARTIN FRITZL (Die Presse)

Meinungsumfragen sind ein wesentliches Element der Information – auch wenn die Institute manchmal danebenliegen.

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Hat die SPÖ vor der Kärntner Landtagswahl manipulierte Umfragen lanciert, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer eins im Lande vorgegaukelt haben? Falls es so gewesen sein sollte, ist der Versuch jedenfalls fürchterlich ins Auge gegangen. Mobilisiert wurden nicht die eigenen Wähler, sondern die des BZÖ. Die Kärntner haben die Landeshauptmannfrage klar beantwortet: Sie wollten nicht Reinhart Rohr, sondern Gerhard Dörfler an der Spitze sehen.

Auch wenn die Prognosen deutlich danebengelegen sind, sollte man daraus aber kein Veröffentlichungsverbot für Meinungsumfragen kurz vor der Wahl ableiten, wie dies das BZÖ macht. Verbote sind nie gut, Bevormundung schon gar nicht. Warum sollen die Wähler nicht erfahren dürfen, wie die Stimmungslage kurz vor der Wahl ist? Und wenn man Umfragen verbietet, weil damit Wahlen beeinflusst werden könnten, dann kann man mit dem gleichen Argument auch kritische Zeitungskommentare verbieten.

Und die angeblich gefälschten Prognosen? Da sind die Meinungsforschungsinstitute selbst gefordert. Ein Institut, das da mitspielt, ruiniert seine eigene Glaubwürdigkeit – und die einer ganzen Branche dazu. Gewisse Selbstregulierungsmechanismen scheinen notwendig zu sein. Sonst werden künftig Meinungsumfragen überhaupt nicht mehr ernst genommen.


martin.fritzl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.03.2009)

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8 Kommentare
Gast: Kurt22
06.03.2009 18:47
0 0

????

Was lese ich da in der "Presse"? "Verbote sind nie gut, Bevormundung schon gar nicht"? Da gibt¿s Verbote und Bevormundungen, bei der sich die Raucherhasserzeitung "Presse" aber ganz ordentlich ins Zeug haut, bitte um Erklärung, wo gut und wo schlecht!

Svejk
05.03.2009 22:11
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Verantwortung nicht abschieben

Nicht die Verantwortung abschieben! Es ist Aufgabe der Journalisten, als Gatekeeper Information von Propaganda zu trennen, die Informationsflut überschaubar zu machen. Es waren die Massenmedien, die immer wieder derartig unsinnige Umfragen völlig unkritisch weiterverbreitet haben. Zeit, zu kritischem Journalismus zurückzukommen! http://www.loub.at/?p=545

NeroRosso
04.03.2009 15:32
0 0

Bitte keine Bevormundung

Nein die brauchen wir nicht!

Das eigentliche Dilemma ist ja etwas Anderes:
wodurch unterscheidet sich eine Veröffentlichung einer (un)seriösen Umfrage von der Veröffentlichung einer (un)seriösen Rating Agentur?
Richtig: Letztere richtet viel Schaden an, gerade erlebt.

Das wäre doch mal was zum Nachdenken:
"Veröffentlichungen von nicht gesicherten(!) Daten" generell zu verbieten, doch was sollten dann die Medien noch berichten.

Gast: MH
04.03.2009 10:41
0 0

Gelinkte Prognosen und Propagandamaschinerie

sind diesmal ins eigene Auge gegangen. Allerdings ruinieren sie nicht nur die Glaubwürdigkeit und den Ruf der Meinungsinstitute sondern auch den Ruf der Medien die diese bewusst falschen Voraussagen veröffentlichen.
Die Medien heutzutage sind in ihrer politischen Berichterstattung und einseitigem Meinungsjournalismus ohnehin schon sehr unglaubwürdig geworden - ähnlich den Politikern.
Sie haben das selbst verschuldet mit der Linkslastigkeit der meisten Medien ( allein die vielen Gratisblättchen die einem -bes. Wien- unaufgefordert ins Haus, in Bahn, Straße entgegen flattern) die in keinem Verhältnis mehr steht zu der politischen Überzeugung der Österreicher.
Die "linksten" die Grünen sind die kleinste Partei aber führen das "große Wort" zB im ORF wo man auch deren Themen Homos, Ausländer dementsprechend behandelt und deren Ideologie als die einzig Richtige darstellt.
Propaganda unter dem Deckmäntelchen "objektiv" und "unabhängig" gehört mit guten Grund verboten!

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Eine Antwort:

"Hat die SPÖ vor der Kärntner Landtagswahl manipulierte Umfragen lanciert, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer eins im Lande vorgegaukelt haben?"..."jedenfalls fürchterlich ins Auge gegangen."

Was wenn es gefruchtet hätte, wäre das ein Demokratischer Akt gewesen?

"Verbote sind nie gut, Bevormundung schon gar nicht."

Seit dem der erste Steinzeitmensch einen anderen mit einem Stein erschlagen hat, sind Verbote geboren worden um uns Barbaren zurückzuhalten. Also Verbote jetzt zu verbieten als Selbstfindungsakt der Menschheit ist wahrlich naiv.

"Und die angeblich gefälschten Prognosen? Da sind die Meinungsforschungsinstitute selbst gefordert. Ein Institut, das da mitspielt, ruiniert seine eigene Glaubwürdigkeit"

Wenn eine Partei für "ihre" Wahlumfrage zahlt präsentiere ich ihr eine. Je länger ich Prognosen für eine Partei abliefere, desto sicherer hab ich sie als Stammklientel. Oder glauben Sie wirklich, jemand erinnert sich heute noch an Umfragen aus dem Jahr 2000?

Antworten freeman
04.03.2009 13:28
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Ist das offizielle Verbot

wirklich das einzige, was dich hindert, Deine Mitmenschen nach Belieben zu erschlagen?

Nunja, "moralisch gefestigt" sieht dann wohl anders aus.

Merke: Verbot ist nicht gleich Verbot, deswegen ist es sinnlos die Existenz eines Verbotes mit der eines anderen rechtzufefrtigen.

Die Tatsache, daß Mord, Diebstahl und Co verboten sind bedeutet nicht, daß dies auch bei Apfelsaft und außerehelichem Geschlechtsverkehr gerechtfertigt wäre.

Knieriem
03.03.2009 21:49
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Meinungsumfragen vor Wahlen beschränken?

Also ich glaube nicht, daß die SPÖ umfragen manipuliert hat - obwohl -nein, eher nein! Ich wäre aber trotzdem stark dafür Meinungsumfragen 1 - 3 Monate vor der Wahl zu verbieten, bzw. deren Veröffentlichung. Erstens weil sie eh nicht einmal annähernd stimmen, zweitens es mir auf die Nerven geht , in fast täglichen Rhythmus von, sich oft widersprechenden Umfragen belästigt zu werden, und drittens würde ich mir erhoffen, daß Politiker und Wähler weniger taktieren.

citoyen
03.03.2009 18:54
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Von Meinungsforschern und anderen Lügnern

1) Verbote sind sinnlos, weil die Umfragen doch veröffentlicht würden.
2) Die Meinungsforscher sind mittlerweile noch unzuverlässiger/unseriöser als die Wetterfrösche. Ein wenig spielt aber auch "wishful thinking" mit: die links-grüne Welt, die sie sich wünschen, spielt es halt nicht.
3) Ich nehme Wahlprognosen, genau so wie Politkerausagen, schon lange nicht mehr ernst.
4) Alles bleibt wie es war: die Parteien bestellen sich Gefälligkeitsumfragen, um die eigene Klientel zu motivieren/beruhigen. Manchmal geht das halt in die Hose.

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