25.05.2012 17:02 | Meine Presse Merkliste 0

Die Königin des Boulevard

OLIVER PINK (Die Presse)

1440 Euro für Make-up. Eine Lächerlichkeit zwar, aber eine, die sich kaum ein Politiker medial leisten könnte – außer Claudia Schmied.

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Stellen wir uns vor, ein Politiker, nennen wir ihn Alfred Gusenbauer, und sagen wir, er sei Bundeskanzler, würde sich auf dem Rückflug von seinem Urlaub upgraden lassen – er bräuchte gar nicht mehr zu landen, er würde vom Boulevard durch Sonne, Mond und Sterne geschossen werden.

Anders verhält es sich mit Claudia Schmied. Sie hatte sich 1440 Euro für „Airbrush-Make-up“ aus dem Repräsentationsbudget ihres Ministeriums genehmigt. Diese Lappalie wurde nun – wir wollen zwar nichts unterstellen, aber der Verdacht liegt nahe – von ihren Kontrahenten aus dem Lehrerumfeld via „Heute“ publik gemacht. Der Gratiszeitung war selbst nicht ganz wohl dabei („Make-up-Intrige“, „Diese Frau gönnt sich Stil“). Die „Kronen Zeitung“, eine Art Schwesterblatt von „Heute“, rückte gestern zur Verteidigung der Ministerin aus: „Mies, dumm und leicht durchschaubar“ sei die Ranküne gegen Schmied.

Und das ist kein Einzelfall, sondern hat Methode. Nachdem die Ministerin verkündet hatte, dass die Lehrer zwei Stunden länger arbeiten sollten, gab es in der „Krone“ an einem Tag einen Kommentar pro Schmied, einen Gastkommentar von ihr selbst, eine Umfrage mit dem Tenor, Schmied habe recht, und auch Michael Jeannée sandte ihr „solidarische Grüße“.

Und da sage noch einer, Claudia Schmied sei taktisch ungeschickt. Ist Faymann der König der „Krone“, dann ist Schmied die Königin. (Bericht: S. 3)


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2009)

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34 Kommentare
 
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Tempora mutantur..

Zilk wurde vom CZ-Geheimdienst gelöhnt,Schmied lässt sich fuer den Wert eines Arbeiternettolohnes auf Staatskosten frisch verputzen.Als Schmied als Bankerin unhaltbar wurde,wurde sie halt Unterrichtsministerin.
Quo usque tandem abutere patientia nostra ,Claudia!
Sie gehoert offenbar zum roten Hochadel und ist sakrosankt!Diese Kaste hiess in der Sowjetunion "Nomenklatura". Wie die Kaste bei den Nazis hiess,weiss ich nicht,da ich die Gunst der späten Geburt geniesse.
Freundschaft!

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zumindest

beim Dress-Berater scheint sie dafür zu sparen

Gast: Crusader
12.03.2009 18:15
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Gier, Maßlosigkeit und Korruption - wir haben wieder die große Koalition ;)


roger
12.03.2009 18:00
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Dichand und Schmied

Profil Nr. 11, Seite 17:
...
Schmieds Versprechen, die Lehrer für die erhöhte Unterrichtsverpflichtung bei anderen Aufgaben zu entlasten, ist bis heute vage geblieben. „Da gibt es sicher Aufklärungsbedarf“, gesteht sie. Ihre Stärke bezieht sie derzeit vor allem aus dem Volkszorn, der gegenüber Lehrern jederzeit abrufbar ist – und aus der Unterstützung der „Kronen Zeitung“, deren Wohlwollen sie sich vorvergangene Woche mit einem Besuch bei „Krone“-Herausgeber Hans Dichand sicherte.
...
Das erklärt Jeannee's heutige Post doch ziemlich.

egonreip
12.03.2009 15:57
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Aktiver Beitrag gegen die Krise

Heißt es nicht jede/r müsse seinen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten?

Und Frau S. tut dies eben, indem sie - zugegeben nicht aus der eigenen Brieftasche, aber immerhin - den Arbeitsplatz eines Visagisten/einer Visagistin sichert.

Und dieses selbstlose, aktive Engagement im einsamen Kampf gegen globale Krise wird nun kritisiert, statt als leuchtendes Beispiel gewürdigt.

Gast: ökono-mist
12.03.2009 14:53
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wer in der krone gut kommt -warum auch nicht-


wir von anderen schreiberlingen gehasst.
da müssen dann auch lächerliche make-up-kosten dienen.

das ist peinlich, pink

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Re: wer in der krone gut kommt -warum auch nicht-

Überlegen Sie einmal, wie lange Durchschnittsverdiener dafür arbeiten müssen und das überlegen Sie noch einmal, ob dieses Hineinlangen in die Steuerkasse lächerlich ist.

Antworten Gast: Schmierer
12.03.2009 19:44
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Re: wer in der krone gut kommt -warum auch nicht-

Na super, gönnen Sie sich vielleicht auch was auf Steuerkosten? Oder sind Sie Banker, wenn das für Sie alles so läppisch ist???
Mir stellt es jedenfalls alle Haare auf, wenn ich solche Dinge höre!!! Schließlich ist das auch mein Geld, das da verjuxt wird!!! Das soll sie gefälligst zurückzahlen, und der Faymann auch. Die verdienen wirklich mehr als genug, dass sie sich das selber zahlen, wenn sie schon glauben, dass sie das brauchen!

Antworten Gast: TheBoss
12.03.2009 18:20
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Re: wer in der krone gut kommt -warum auch nicht-

Man stelle sich vor, Frau Plassnik hätte als Außenministerin fürs Make up 1.400 € dem Steuerzahler verrechnet. Da hätte Hans Dichand und seine Schreiber getoppt, dass die "Krone" gewackelt hätte. Lächerlich? Fürwahr!Noch dazu, kommt die "Airbrush"-Maske für Frau Schmied ohnehin nicht gut

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Anti-"Cato"

Ceterum censeo Schmiede esse abeundum.

Gast: Malerin
12.03.2009 14:22
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Viel Tünche für nix ...außer 1440 €

Eine wahre Sozialdemokratin!!! Davon lebt eine durchschnittliche österreichische Alleinverdienerfamilie einen ganzen Monat lang. Hat diese abgehobene Frau denn überhaupt kein Gespür mehr, wie das reale Leben ausschaut? Das ist das Letzte. Eine selbstgefällige, eitle Manchester-Liberalistin auf Selbstverwirklichungstrip ist das, sonst nix. Wenn sie das Monat für Monat auf Steuergeld so gemacht hat bisher, wird mir übel.

Ferrum
12.03.2009 12:18
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Selten

waren 1440.- so sinnlos investiert, wie in diesem Fall.

modestus
12.03.2009 10:37
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salaam

der tschador hat vielleicht doch eine andere dimmension.

roger
12.03.2009 06:56
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Mies, dumm und leicht durchschaubar

Frau Schmied bekommt ihre Schminkkosten ("beruflich bedingt") voll ersetzt, neben ihrem fürstlichen Gehalt gibt's dafür auch noch ein eigenes Extrabudget.

Eine Lehrerin kann ihre Schminkkosten ("beruflich bedingt") nicht einmal als Werbungskosten geltend machen.

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Re:Ich kann meine Spachtelei auch nicht geltend machen - darum lasse ich es!

Schmied ist ein Ausnahmeerscheinung in der unserer Politkaste.

Sicher könnte sie sich das Spachteln leisten, aber sie macht es privat nicht - warum sollte sie die Tortour für die Cams selber bezahlen.

Weil jeder Fayrman das macht?

Antworten Gast: Spectator
12.03.2009 08:41
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Re: Mies, dumm und leicht durchschaubar

Kurz: die Lehrer können sich die Schminkkosten abschminken. Umgekehrt kann man von der Frau Unterrichtsminister auch nicht erwarten, dass sie als einzige Politikerin der Bevölkerung ungeschminkt die Wahrheit sagt. (...von Farkas entlehnt!)

komajo
12.03.2009 06:42
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Selbsturteil

Ich glaube mit dieser Schminke hat sie sich selbst gerichtet. Das ist ein Betrag, der von vielen Menschen in einem Monat für oft harte Arbeit verdient wird. Nur ein selbstgefälliger Machtmensch lässt sich so etwas vom Steurgeld bezahlen.

modestus
12.03.2009 06:34
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€ ???

€ 1440.-..und trotzdem noch hässlich wie die nacht.
da sieht man wieder...nicht alles kann man für geld kaufen.

Gast: ökono-mist
12.03.2009 03:49
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Jetzt schminkt sich der runzlige Underdog halt den Sozialismus ab...

Eine Lächerlichkeit? Na ja...

Stellen wir dieser halt einmal gegenüber, was ein ungeschminkter sozialdemokratischer Durchschnittswähler so alles auf sich nehmen müßte, um den Staat so zu rühren, daß dieser 1.500 Euro herausrückt:

Er müßte z. B. sein gepflegtes, fahrbereites Familienauto zur Schrottpresse bringen. Ungeschminkt (also ohne allzuviel Spachtelkitt auf der Karosserie!), da es ja verkehrssicher sein muß, weil sich sonst - laut amoralischer Politiker-Logik - eine Verschrottung (für Mehrwertsteuerstaat und Händler!) nicht rentieren würde.

Dann müßte der folgsame Genosse ein MinisterInnen-Monatsgehalt in die Hand nehmen (oder, wenn er es nicht hat, bei der Bank aufnehmen) und zum Autohändler tragen, welcher mehr als 4000 Euro davon an den selben Staat weiterreichen darf, welcher dem armen Sozi die 1500 Euro so großzügig "schenkte".

Mit der Differenz können sich dann gleich zwei Minister schminken!

Fazit: siehe Überschrift (für Verwirrte: die ist oben^^)


Gast: Lausbub
12.03.2009 01:26
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Ganz anders argumentierte Fellners "Österreich" im Fall Rauch-Kallat!

Der wurde am Ende ihrer Ministerschaft nicht einmal eine befristete Entgeltfortzahlung von monatl. 6.700 EUR gegönnt (zum Vergleich: ihre aktiven Ministerkollegen/innen verdienem mtl. rd. 17.000 EUR, auch wenn sie von ihrem Ressort überhaupt nichts verstehen und auf die "Vorerledigungen" ihrer Beamtenschaft angewiesen sind. Auch 15o ooo EUR für Bewirtungen wurden Bartenstein vom "Österreich", obwohl davon rd. die Hälfte von der EU übernommen wurden (ein Vergleich mit Repräsentationskosten des BPr., der BuKa, anderer Minster bzw. in der Privatwirtschaft wären in diesem Zusammenhang interessant)!

Insgesamt hat man den Eindruck, daß unser Boulvard die Genossen Politiker ständig schönredet und gegen die Schwarzen stichelt, um den Österreichern wieder das "Kreisky`sche Paradies" schmackhaft zu machen!

Re: Ganz anders argumentierte Fellners

Dann müssen die Schwarzen halt auch soviel inserieren wie die Roten. So läuft's nämlich.

Antworten Antworten Gast: Lausbub
14.03.2009 02:10
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Re: Re: Natürlich könnte man es auch ganz anders sagen:

wie "schiach" mußt wohl die Schmied sein, daß ihre "Vertuschungsaktion" so viel Geld kostet!

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Die 1440 Euronen hätte sich die Dame

STATT des Make-Ups in die Visage picken sollen.

Wäre:
a) attraktiver und sie würde ihre Spargesinnung im Gesicht tragen.

b) das Geld könnte nach Einbruch der Dunkelheit einem karitativen Zweck gespendet werden (etwa "Rettet die Reichen")

c) Wolfgang Schüssel müsste nicht grübeln, ob er eine Stiefschwester hat.


Antworten Gast: ökono-mist
12.03.2009 02:45
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Re: "Die 1440 Euronen..."


Zu Punkt c) Ihres Beitrages: Und Gerhard Randa braucht gar nicht zu ahnen, daß er womöglich eine Zwillingsschwester hat, die auch nicht mehr in der Bank ist...

Gast: beschwerer
11.03.2009 23:03
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Comic

Die Frau sieht eh schon immer aus wie eine Comic-Figur

Gast: Gästin
11.03.2009 21:59
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Den ORF vergessen

Herr Pink, Sie haben den ORF vergessen: vor kurzem hechelte in den 18 Uhr Nachrichten die Moderatorin mit eindeutigen Suggestivfragen von einer Politikerin zur nächsten - Prammer, ÖGB, Frauenministerin etc.) - und alle, alle waren für Fr. Schmied! Eine reine Belangsendung für die Ministerin....

 
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