Stellen wir uns vor, ein Politiker, nennen wir ihn Alfred Gusenbauer, und sagen wir, er sei Bundeskanzler, würde sich auf dem Rückflug von seinem Urlaub upgraden lassen – er bräuchte gar nicht mehr zu landen, er würde vom Boulevard durch Sonne, Mond und Sterne geschossen werden.
Anders verhält es sich mit Claudia Schmied. Sie hatte sich 1440 Euro für „Airbrush-Make-up“ aus dem Repräsentationsbudget ihres Ministeriums genehmigt. Diese Lappalie wurde nun – wir wollen zwar nichts unterstellen, aber der Verdacht liegt nahe – von ihren Kontrahenten aus dem Lehrerumfeld via „Heute“ publik gemacht. Der Gratiszeitung war selbst nicht ganz wohl dabei („Make-up-Intrige“, „Diese Frau gönnt sich Stil“). Die „Kronen Zeitung“, eine Art Schwesterblatt von „Heute“, rückte gestern zur Verteidigung der Ministerin aus: „Mies, dumm und leicht durchschaubar“ sei die Ranküne gegen Schmied.
Und das ist kein Einzelfall, sondern hat Methode. Nachdem die Ministerin verkündet hatte, dass die Lehrer zwei Stunden länger arbeiten sollten, gab es in der „Krone“ an einem Tag einen Kommentar pro Schmied, einen Gastkommentar von ihr selbst, eine Umfrage mit dem Tenor, Schmied habe recht, und auch Michael Jeannée sandte ihr „solidarische Grüße“.
Und da sage noch einer, Claudia Schmied sei taktisch ungeschickt. Ist Faymann der König der „Krone“, dann ist Schmied die Königin. (Bericht: S. 3)
oliver.pink@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2009)
















