Viele Lehrerinnen und Lehrer werden unter Garantie am Sonntag den Auftritt ihrer obersten Chefin in der ORF-„Pressestunde“ mit Interesse verfolgt haben. Jede Wette, dass Unterrichtsministerin Schmied so mancher Lehrkraft den Sonntag verdorben hat, auch wenn sie das x-te Mal seit dem Ausbruch des Konflikts mit der Lehrergewerkschaft um zwei zusätzliche Unterrichtsstunden in der Klasse ihren „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ versichert hat, wie sehr sie diese brauche.
Allerdings werden vor allem viele jüngere Lehrer darüber alarmiert sein, wie Schmieds Beschäftigungsgarantie ausschaut. Denn diese bedeutet keineswegs, wie Schmied eingeräumt hat, dass alle an ihrer bisherigen Schule ihren Job behalten werden. Vor allem jüngere Lehrer(innen) können sich schon einmal darauf einstellen, ab Herbst woanders zu unterrichten. Die betroffenen Schüler sollten für das heurige Schulende einen ausreichenden Vorrat an Taschentüchern anlegen, wenn sie den einen oder anderen ihrer Lieblingslehrer verlieren. Und viele Lehramtsstudenten, für die es gar keine Stelle geben wird, sind gut beraten, sich gleich um eine Ersatzbeschäftigung umzusehen.
Viele Schüler werden Schmieds Aussagen nicht gesehen haben. Schade. Ihnen ist eine Gratisnachhilfestunde in Politischer Bildung und Politikerversprechen entgangen. Im Schulalltag muss es wohl knallhart heißen: Claudia Schmied wurde beim Schummeln erwischt. (Bericht: S. 2)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2009)
















