Wien glich in den vergangenen Stunden einer Stadt, die einen Räuber der Kronjuwelen aus der Schatzkammer oder Entführer mindestens der halben Bundesregierung sucht. Dabei sucht die Polizei doch nur nach mehr Anerkennung in der Bevölkerung und vor allem bei „ihrer“ Ministerin.
Maria Fekter hatte ja erst in der „Presse am Sonntag“ ihrer Unzufriedenheit über die Performance der Wiener Truppe im Kampf vor allem gegen Wohnungs- und Hauseinbrüche hemmungslos freien Lauf gelassen. Nun also eine Großaktion, wie sie die Stadt seit Äonen nicht gesehen hat. Alles nur Alibi? Billigste Schmiere? Gar eine Art Amoklauf einer völlig desorientierten Organisation? Ein derartiger Verdacht ist rasch geäußert. Besonders vertrauensbildend wirkt es da auch nicht gerade, wenn die Polizeiführung über die Erfolge ihrer Großaktion bisher beharrlich schweigt.
Bei vielen hat die Exekutive ihren Vertrauensvorschuß angesichts der Kriminalitätsentwicklung – nicht der letzten Monate, der letzten Jahre! – verspielt. Es bleiben Zweifel, ob derartige singuläre (?) Aktionen gegen steuern können.
dietmar.neuwirth@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2009)















