Integration? Dass ich nicht lache!

Eine Hundertschaft von Polizisten wurde wegen Demonstrationen gegen und für ein islamisches Zentrum aufgeboten.

Der Bau eines – nicht schrecken – islamischen Zentrums in Wien-Brigittenau ist genehmigt. Wie in einem Rechtsstaat üblich von den dafür zuständigen Behörden unter strikter Einhaltung der einschlägigen Verfahrensvorschriften. Dass dem nicht so gewesen sein könnte, dafür gibt es derzeit keinen Hinweis. Und der Islam ist (nicht seit gestern) eine von der Republik anerkannte Religionsgemeinschaft. So what?

Anrainer, die sich im Verfahren mit ihren Einwänden nicht durchsetzen konnten, demonstrieren nun gegen ebendiesen Bau. Und andere, die keine „Moscheen“ in Wien/Österreich/Europa ganz generell wollen, schließen sich dem an. Vorgänge, die eine Demokratie eben selbstverständlich ermöglicht. So what?

Natürlich sollten Studien zu denken geben, die Türken eine geringere Neigung attestieren, sich zu integrieren. Da kann ein Kulturzentrum mit Kindergarten Tendenzen, die es bei nüchterner Betrachtung gibt, hin zum Entstehen einer Parallelgesellschaft verstärken.

Gleichzeitig sollten Indikatoren zu denken geben, die einen Anstieg von Rassismus und Antisemitismus nahelegen. Denn integrationsunwillig sind nicht nur Türken. Auch Österreicher beherrschen das ganz gut. Die FPÖ unter Führung von Heinz Christian Strache lebt davon. Die Rathaus-SPÖ wieder hat spät erkannt, dass es nicht damit getan ist, der FPÖ die Faschismus-Schärpe umzuhängen. Integration ist und bleibt ein Fremdwort. Hüben wie drüben.

(Bericht: Seite 11)


dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2009)

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