25.05.2012 17:17 | Meine Presse Merkliste 0

Sicher ist sicher: Der Lehrerjob

ERICH WITZMANN (Die Presse)

Die Pädagogischen Hochschulen schlagen Alarm: Die Anmeldezahlen steigen exorbitant an, die Kapazitätsgrenze ist erreicht.

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Die Rede vom mehrmaligen Jobwechsel, davon, dass man sich nach dem ersten Berufseinstieg weiter qualifizieren muss für den nächsten Job – all das dürfte Schall und Rauch sein. Mit 18, 19 Jahren wird das sichere Lehrerdasein angepeilt, künftig zwar ohne Pragmatisierung, vielleicht auch mit einem geringeren Einkommen, dafür aber auch ohne Job- und Kündigungssorgen. Ein und dieselbe Profession bis zum Ruhestand. Der Ansturm auf die Pädagogischen Hochschulen schlägt in diesem Jahr alle Rekorde und macht das Sicherheitsbedürfnis junger Menschen – gerade in der gegenwärtigen Krisenzeit – deutlich sichtbar.

In der gesamten Schuldiskussion wird stets der Ruf nach den Besten für den pädagogischen Beruf laut. Die Besten – egal ob männlich oder weiblich – werden aber immer noch durch attraktive Gehälter angesprochen. Und gerade da liegt es im Schuldienst im Argen. Die von der Unterrichtsministerin geplante Besoldungsreform, die freilich von einem gleichbleibenden Lebenseinkommen ausgeht, wird da auch nur ein erster Schritt sein – und wer weiß schon, wann der Finanzminister wirklich grünes Licht dafür geben wird. Hier sollte die Ministerin mit engagierter Überzeugungskraft und im eigenen Wirkungsbereich rasch handeln. Und dann könnten (ganz ohne Streit) bestens bezahlte Pädagogen auch eine höhere Unterrichtsleistung erbringen. (Bericht: Seite 4)


erich.witzmann@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2009)

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8 Kommentare
Gast: skimpy
07.08.2009 04:58
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der artikel

bedient alle klischees über lehrer. allein das wort job ist falsch. nach 30 lehrerjahren weiß man, was man geleistet hat. die mangelnde anerkennung durch die gesellschaft ist nicht gerechtfertigt. freude bereitet jedoch, wenn man sieht, was aus schülern für erfolgreiche staatsbürger wurden. auch aus schwierigen.

Gast: taz
06.08.2009 20:29
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Alle wollen noch schnell einen Platz in der Titanic

Weil man die letzten 30 Jahre im Staatsdienst (Sicherheit und viel Geld für wenig Leistung) gut leben konnte, muß es die nächsten 30 Jahre nicht auch richtig sein.

Es wird halt im Staatsdienst so werden wie vor den 70er Jahren: "er hat am ersten nicht viel und am letzten nicht viel, aber das was er hat hat er sicher". Aber ein Unterschied zu damals wird es trotzdem geben: "....das was er hat ist auch nicht mehr sicher".

Gast: mike
06.08.2009 12:39
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Da müßte man aber "die Besten"

schon vor Studienbeginn - und dann noch mehrmals - herausfiltern ..

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Geschützte Werkstätten...

haben halt auch ihren Reiz.

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Nun ja

wenn sich nur die Besoldung verbessert, heißt das noch lange nicht, dass die Leistung besser wird. Wozu auch?

leokoller3
06.08.2009 06:13
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Witzmann oder Witzbold???

Wenn wir jetzt schon "künftig zwar ohne Pragmatisierung, vielleicht auch mit einem geringeren Einkommen, dafür aber auch ohne Job- und Kündigungssorgen", wie uns der Witzbold erzaehlt, diese "exorbitanten" Anmeldungszahlen haben, wie wird's dann ausschauen, wenn wir die "attraktiven Gehaelter" zahlen? Dann wirds nicht ausufernd, sondern flaechendeckend ueberschwemmend sein. Glaubt er, dass dann nur mehr "die Besten" ansuchen, wenn's mehr Geld gibt?

Leider nein, Hr. Witzbold. Mehr Geld erhoeht zwar die Anzahl derjenigen, von denen man auslesen kann, wahrscheinlich sogar das Niveau, aber ohne ordentliche Auslesekriterien wird sich nichts aendern.

Der Autor hat allerdings in einem Punkt Recht. Sogar die junge Vollkaskogesellschaft weiss schon, wo's die wenigsten Unfaelle gibt.

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Ah

wir hatten ähnliche Gedanken... :-)

Antworten Antworten leokoller3
07.08.2009 06:36
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Re: Ah

Naja, aus dem Artikel kann man ja wirklich wenig Anderes herauslesen.

Uebrigens, Ihr Name oder Nick kommt mir bekannt vor.

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