Zentralmatura hat ihren Namen nicht verdient

Über die Note entscheidet immer noch der Lehrer.

Die Zentralmatura hatte ursprünglich einen tieferen Sinn: Sie sollte die Leistung der Maturanten in ganz Österreich vergleichbar machen. Doch dem Anspruch kann die Zentralmatura, so, wie sie in Österreich umgesetzt wird, nicht gerecht werden. Weiter ist ein Sehr gut an einer Schule nicht gleich einem Sehr gut an einem anderen Standort.

Dass die Vergleichbarkeit darunter leidet, dass Schüler einer Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (Bakip) nicht die gleichen Beispiele lösen müssen wie HTL-Kollegen, die deutlich mehr Mathematikunterricht genossen, ist akzeptabel. Andere Regelungen, die verzerrend wirken, sind es keineswegs. Dazu zählt die Beurteilung. Dabei haben noch immer die Lehrer das letzte Wort. Die zentral erstellte Kompensationsprüfung zeigt nun, wohin das führen kann: In Kärnten beurteilten die Lehrer locker. Hier schafften 84 Prozent diese Art Nachprüfung. In Salzburg nicht einmal die Hälfte. Die Bezeichnung zentral hat das nicht verdient.

julia.neuhauser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2016)

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