25.05.2012 17:20 | Meine Presse Merkliste 0

Sterben für einen korrupten Führer?

BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

Die plumpen Wahlfälschungen in Afghanistan machen die Lage für die Truppenentsenderstaaten auch politisch immer brisanter.

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Die Sache wird für alle Beteiligten immer brenzliger: für die Afghanen und die Staaten, die Truppen der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF stellen, allen voran für die USA und ihren Präsidenten Barack Obama. Militärisch wird der Afghanistan-Einsatz immer problematischer, weil die Taliban trotz der täglich gemeldeten Rückschläge an Boden gewinnen. Sie kämpfen immer effizienter, wie die steigenden Opferzahlen der Nato-Truppen zeigen.

Jetzt aber wird es auch politisch brisant. Als wäre der Korruptionsgeruch, den Afghanistan Präsident Hamid Karzai ausdünstet, nicht schon ekelhaft genug gewesen, erweist er sich nun auch als Profiteur einer plumpen, aber gewaltigen Wahlfälschermaschine.

Inzwischen fragt sich nicht nur in Europa, sondern auch in den USA eine wachsende Zahl von Leuten, ob es sich wirklich lohnt, immer mehr Soldaten für ein solches Land mit einem derart windigen Führer kämpfen und sterben zu lassen. Obama steht gerade vor wichtigen Entscheidungen über weitere Truppenverstärkungen. Die Indizien häufen sich, dass die Geduld auch unter seinen Parteifreunden im Kongress enden wollend ist. Inzwischen ist auch eine Mehrheit der US-Bürger dafür, die eigenen Soldaten lieber heute als morgen aus Afghanistan heimzuholen. Vietnam lässt grüßen – auch wenn Obama noch so beteuert, dass die USA „den gleichen Fehler nicht zweimal machen“. (Bericht: Seite 5)


burkhard.bischof@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2009)

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3 Kommentare
Gast: NOhammed
17.09.2009 05:05
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Wahlen

Karzai hat die Wahl besser gefälscht als sein Widersacher. Also ist er nach islamischer Sitte der Sieger.

Gast: Beobachter
16.09.2009 19:57
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Gestorben wurde immer schon .....

.... für korrupte Führer. In Afghanistan und im Irak stirbt in fremden Ländern für korrupte Führer. Die Soldaten verteidigen nicht ihre eigene Heimat, sie haben auch nicht ihre eigene Grenze mit ihren Füßen überschritten, sondern wurden Flugzeugen über mehrere Grenzen geflogen um uns - den Westen - verteidigen. Natürlich tun sie es ltztlich für die Energievesorgung. Wofür gestorben wird, das wissen die Toten in der Regel, oft wissen es die Mächtigen, manchmal nur die Hintermänner. Nicht selten sorgar nur die Waffenlieferanten.

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Die WAHREN Gründe des Afghanistan-Engagements

Angela Merkel brachte es kürzlich unmißverständlich aúf den Punkt: Die deutschen Soldaten sind NICHT NUR wegen der Afghanen am Hindukusch, sondern zur Sicherung Deutschlands vor islamistischen Terroristen! Auch für Bush war die Suche nach Osama Bin Laden das Hauptmotiv, sich militärisch gegen die Taliban zu engagieren. So gab es auch nach dem vorschnell gefeierten Sieg über die Steinzeit-Moslems kein gesteigertes Interesse, viel Geld für den zivilen Wiederaufbau des Landes in die Hand zu nehmen. Und auch nicht, mit einer seriösen Vewaltung, gut ausgebildeten, mopdern ausgerüsteten und vor allem anständig bezahlten Polizisten und Soldaten den unterschwellig latent gesellschaftspolitischen Einfluß der Taliban mit besseren Alternativen und Perspektiven langfrstig zu blockieren.

Und dennoch: Selbst die schier unausrottbare Korrpuption des Karsai-Regimes ist nicht einmal sein größter Fehler: Es ist der, das es überhaupt nix auf die Reihe bringt! Wer erfolgreich ist, bei dem werden selten moralische Maßstäbe angelegt. Und wer zumindest integer ist, dem wird man vermutlich auch dann folgen, wenn man an seiner Seite verliert; einfach deshalb, weil er für die "richtigen" Werte steht kämpft...


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