Die Sache wird für alle Beteiligten immer brenzliger: für die Afghanen und die Staaten, die Truppen der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF stellen, allen voran für die USA und ihren Präsidenten Barack Obama. Militärisch wird der Afghanistan-Einsatz immer problematischer, weil die Taliban trotz der täglich gemeldeten Rückschläge an Boden gewinnen. Sie kämpfen immer effizienter, wie die steigenden Opferzahlen der Nato-Truppen zeigen.
Jetzt aber wird es auch politisch brisant. Als wäre der Korruptionsgeruch, den Afghanistan Präsident Hamid Karzai ausdünstet, nicht schon ekelhaft genug gewesen, erweist er sich nun auch als Profiteur einer plumpen, aber gewaltigen Wahlfälschermaschine.
Inzwischen fragt sich nicht nur in Europa, sondern auch in den USA eine wachsende Zahl von Leuten, ob es sich wirklich lohnt, immer mehr Soldaten für ein solches Land mit einem derart windigen Führer kämpfen und sterben zu lassen. Obama steht gerade vor wichtigen Entscheidungen über weitere Truppenverstärkungen. Die Indizien häufen sich, dass die Geduld auch unter seinen Parteifreunden im Kongress enden wollend ist. Inzwischen ist auch eine Mehrheit der US-Bürger dafür, die eigenen Soldaten lieber heute als morgen aus Afghanistan heimzuholen. Vietnam lässt grüßen – auch wenn Obama noch so beteuert, dass die USA „den gleichen Fehler nicht zweimal machen“. (Bericht: Seite 5)
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2009)















