25.05.2012 17:21 | Meine Presse Merkliste 0

Afghanistans zweite Chance

THOMAS SEIFERT (Die Presse)

Präsident Karzai musste dem Druck der USA nachgeben und den Weg für eine Stichwahl freigeben. Obama kann zufrieden sein.

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Fortschritt für die Demokratie: So nannte der afghanische Präsident Hamid Karzai die gestern für 7. November festgesetzte Stichwahl. Sie war ja nach dem Bekanntwerden von Wahlfälschungen im großen Stil zugunsten von Karzai selbst notwendig geworden, und es hat wohl einiger Überredungskünste vonseiten der UNO und der USA bedurft, ehe Karzai den „Fortschritt für die Demokratie“ erkennen konnte.

Mit der Fälschung der Wahl im August hat Karzai den letzten Rest an Vertrauen, den er noch besessen hat, verspielt: Warum, so fragten sich die Regierungschefs in Washington, London, Paris oder Berlin, soll der Westen Blut und Dollars für ein korruptes Regime in Kabul opfern? Vor allem für Obama, der den Krieg in Afghanistan zum „good war“, zum „guten Krieg“ erklärt hatte, wurde Karzai mehr und mehr zum Mühlstein. Abdullah Abdullah, der Kandidat der Opposition, hat sich mit seinem Verhalten nach der Wahl hingegen empfohlen.

In Kenia führte Wahlfälschung 2007 zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern der Opposition und der Polizei; Proteste im Iran nach den Präsidentenwahlen mündeten beinahe in eine Revolution. Abdullah Abdullahs Anhänger haben keine Steine geworfen, er selbst hat sich darauf beschränkt, Pressekonferenzen abzuhalten, via E-Mail die Journalisten und via Interviews die Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten. Er hat eine faire Chance verdient.


thomas.seifert@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2009)

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3 Kommentare
Gast: Lausbub
22.10.2009 02:23
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Nur keine Aufregung wegen Karzai! ES ist doch egal, wer dort der Statthalter der USA ist!

Mit Demokratie hat das ganze von Anfang an nie etwas zu tun gehabt, sondern mit Interessenssphären! Und wenn die USA abwirtschaften (was sich derzeit abzeichnet), dann wird entweder der Iran, Pakistan oder gar China den Platz der USA einnehmen!

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kulturexport

der größte denkfehler von bush (eigentlich des gesamten westens) war der glaube, ein land innerhalb kurzer zeit aus dem mittelalter in die neuzeit zu holen.
das KANN nur schiefgehen!
(verschärft natürlich um die tatsache, dass es nie um menschenrechte und andere westliche standards gegangen ist. das waren nur schlagworte, um die eigene bevölkerung einzulullen und kriegswillig zu machen. mit der wahrheit, strategische und wirtschaftliche interessen) wäre das wohl nicht so leicht gegangen).
mE einziger ausweg: überlassen wir doch endlich afghanistan den afghanen. auch wenn das bedeutet: den taliban!
falls von diesen eine (begründete oder eingebildete) gefahr für uns ausgeht: macht die grenzen dicht, lasst niemand rein oder raus.
aber die taliban loswerden und eine transformation des landes in ein land nach unserem vorbild KÖNNEN nur die afghanen selbst bewerkstelligen. jede 'hilfe' unsererseits ist kontraproduktiv!

Antworten Gast: schlÄchter
21.10.2009 12:05
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Re: kulturexport

sg katastrofnix!
+
mfg
s.

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