23.11.2009 00:27 | Meine Presse Merkliste0

Noch lange kein Freispruch

PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Angesichts knapper Ressourcen müssen künftige Pensionserhöhungen fairer ausfallen. Daran ändert auch das VfGH-Erkenntnis nichts.

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Selbst der Oberste Gerichtshof hatte schwere Bedenken gegen die Pensionserhöhung 2008 gehegt. Eine „sachlich nicht gerechtfertigte Benachteiligung“ liege vor. Aufheben konnten die Anpassungsregeln aber nur die Kollegen vom Verfassungsgerichtshof. Und die sahen die Lage anders: Die Pensionserhöhung verstoße nicht gegen den Gleichheitssatz.

Auf den ersten Blick klingt das wie ein Freispruch für die Regierung Gusenbauer/Molterer, die die Pensionserhöhung zu verantworten hat. Doch nur weil eine Pensionserhöhung nicht verfassungswidrig ist, ist sie noch lange nicht fair. Zwar benachteiligte die Reform vor allem Kleinstpensionisten, deren Ehepartner eine höhere Pension bezogen. Es bleibt aber trotzdem unverständlich, warum in einigen Fällen höhere Pensionen prozentuell stärker als niedrigere angehoben wurden.

Ein besseres Augenmerk auf mehr Gerechtigkeit bei Pensionserhöhungen würde nicht schaden. Gerechtigkeit bedeutet aber nicht nur ein faires Verhältnis zwischen den einzelnen Pensionisten. Auch auf die jüngere Generation ist zu achten, denn sie muss die Rechnung für die Pensionserhöhungen bezahlen. Der Auftrag an die Politik lautet daher: Pensionserhöhungen der Zukunft dürfen generell nur moderat ausfallen. Umso mehr ist dann sicherzustellen, dass die moderate Pensionserhöhung auch fair verteilt wird. (Bericht: Seite 3)


philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2009)

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2 Kommentare
derpradler
26.10.2009 10:29
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Fair, das kennt der Neoliberalismus nicht!

Regierungen ,die Millionen Abfertigungen an erfolglose Manager auszahlen, kann man wohl gerade nicht als "fair" bezeichnen. Wenn in solchen Zeiten, die Parteien ihr Steueranteile drastisch erhöhen ist das auch nicht "fair", und wenn Finanzhaie ungestraft den Mitbürgern Millionen mit Gaunertricks aus der Tasche ziehen , frei herumlaufen , ist das "fair"?
Die Pensionen sind keine Sozialhilfe
sondern erarbeitetes Recht!, daher ist die Erhöhung, gemessen an einem Pensionistenindex, nur gerecht und für einen Demokraten NORMAL!

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Ungerecht

Jede andere Pensionserhöhung als eine prozentuelle ist ungerecht. Mindestbeträge für Leute, die kaum Beiträge bezahlt haben (vielleicht noch, weil sie "schwarz" gearbeitet haben) sind ebenso abzulehnen wie Höchstbeiträge. Im oberen Bereich wirkt ohnehin die Steuerprogression.

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