23.11.2009 01:23 | Meine Presse Merkliste0

Mehr SVP als FDP

OLIVER PINK (Die Presse)

Antietatismus kombiniert mit Heimatbewusstsein – so sieht das neue BZÖ des Josef Bucher nun also aus.

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Eine österreichische FDP hätte das BZÖ werden sollen, wenn es nach Josef Bucher gegangen wäre. Doch es ging nicht ganz nach ihm. Nun sieht das BZÖ eher nach SVP aus. Christoph Blochers Schweizerische Volkspartei ist zwar ebenfalls wirtschaftsliberal, gibt sich aber auch ländlich-heimatbewusst, verficht die direkte Demokratie und ist in der Ausländerfrage restriktiv. Die urban-liberale FDP hingegen postuliert Deutschland als Einwanderungsland.

BZÖ-Obmann Bucher hat sich, nicht zuletzt wegen des Drucks aus Kärnten, sehr dem Schweizer Modell angenähert. Wobei man ihm anmerkt, dass ihm etwa die Ausländerfrage nicht wirklich ein Anliegen ist. Skurrile Themen wie die Asylwerber auf der Saualm oder die Südkärntner Ortstafeln schnitt er bei seiner gestrigen Grundsatzrede nicht einmal an. Bucher redet lieber über anderes, die Flat Tax zum Beispiel. Er möchte das BZÖ zu einer antietatistischen Partei machen. Dem Unternehmersohn ist so gut wie alles suspekt, was mit dem Staat zu tun hat oder von diesem kommt. Beinahe aggressiv wurde der sonst so beherrschte, umgängliche Bucher gestern, als er auf die Gewerkschaften zu sprechen kam.

Damit er das BZÖ nun zur Partei der Leistungsbereiten ausrufen kann, muss Bucher allerdings Zugeständnisse an die Traditionalisten in seiner Partei machen: Er muss die Verlängerung der Hacklerregelung ebenso verteidigen wie ein zweites Erstaufnahmezentrum für Asylwerber ablehnen. Kein leichter Spagat auf Dauer.


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2009)

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4 Kommentare
1 0

antietatistisch?

Der schon aus seiner "obersteirischen Ära" sattsam bekannte Linke Pink vergreift sich wieder einmal in seiner Bewertung.

Wer ist denn antietatistisch?

Jene, die den Staat finanziell auslutschen wie eine Zitrone oder diejenigen, die ihn fit und zahlungskräftig halten wollen?

Steininger
27.10.2009 00:36
0 0

Und wozu das Ganze?

Für diese Themenkreise haben wir schon die ÖVP!
Seien wir ehrlich zu einander: Es gibt keinen Grund auf diesem Erdboden um diese Partei zu wählen. Da mag Bucher noch so fleißig sein, ausser der Verehrung von St. Haider gibt es keinen Existenzgrund für das BZÖ!

viktorkat
27.10.2009 13:37
0 0

Re: Und wozu das Ganze?

Wenn Ihr Kommentar humoristisch und sarkastisch gemeint war, dann soll es so sein.

Aber in Wahrheit hat sich die ÖVP schon längst von den Themen Gerechtigkeit, Leistung, Staatsreform, Steuersenkung, Pensionsreform und Schuldenabbau verabschiedet.

Wirklich ernst war es der ÖVP ohnehin NIE mit diesen Zukunftsthemen, zu wichtig war immer die Absicherung und der Ausbau der eigenen Privilegien.

Ohne der aktiven Mithilfe der ÖVP hätten wir jetzt nicht über 270 Mrd. Euro Staatsschulden, das sind 32.000 € Schulden pro Kopf, vom Baby bis zum Greis.
Ein Verbrechen an der Bevölkerung!

Gast: Logik?
26.10.2009 22:13
0 0

?

Was hat die "Ausländerfrage" mit "Südkärntner Ortstafeln" zu tun? Die sind ja Paläokärntner.

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