Die Audimax-Besetzer an der Uni Wien haben es sich gemütlich eingerichtet – ein rasches Ende der Studentenproteste ist damit nicht zu erwarten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Aktivisten nicht fähig sind zu formulieren, wie man ihnen den Abzug schmackhaft machen könnte. Das schadet vor allem ihnen selbst: Beginnen die Studenten nicht bald konstruktiv zu arbeiten, graben sie sich selbst das Wasser ab. Der Protest wird zum Selbstzweck und irgendwann im Sand verlaufen.
Die Schwäche der Besetzer liegt dabei weniger in ihren Ideen, wie etwa jener von kostenloser Spitzenbildung für alle. Dass ein Streik von Ideologie und überzogenen Forderungen lebt, ist normal. Auch ist, wer gegen schlechte Studienbedingungen mobil macht, nicht verpflichtet, dem Verursacher gleich auch die Lösung des Problems frei Haus zu liefern.
Der radikal basisdemokratische Anspruch ist der Fehler: Seit Tagen lähmt sich die Bewegung mit Endlosdebatten in einem unkontrollierbaren Plenum. Dort wird viel fantasiert, zu konkreten Ergebnissen kommt man nicht. Die Studenten verspielen damit jede Chance, zum ernst zu nehmenden Verhandlungspartner zu werden und den Protest mit handfesten Forderungen zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. So werden sie mit der Erkenntnis leben müssen, in erster Linie an sich selbst gescheitert zu sein. Immerhin ist das alles eine Art politisches Seminar einer sonst als unpolitisch verrufenen Jugend.
christoph.schwarz@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2009)















