22.11.2009 09:00 | Meine Presse Merkliste0

Eine Visitenkarte namens AUA

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die Austrian Airlines beenden ihre Ära der Eigenständigkeit mit einer desaströsen Bilanz.

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Hat der frühere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mit seiner Einschätzung, wonach die AUA „eine Visitenkarte Österreichs in der ganzen Welt“ sei, tatsächlich recht, dann sollten wir in den nächsten Monaten besser zu Hause bleiben. Unsere „Visitenkarte“ namens AUA hat nämlich gerade verlautbart, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 242 Millionen Euro Verlust eingeflogen zu haben. Eine Summe, die bis Jahresende auf 300 Millionen Euro anwachsen dürfte. Womit das Kunststück gelungen wäre, in wenigen Jahren 1000 Millionen Euro zu versenken. Für eine „sanierte“ Fluglinie (© Ex-AUA-Chef Alfred Ötsch) eine ganz schöne Summe.

Angesichts derartiger Zahlen kann man sich freilich nicht mehr ganz sicher sein, ob die Verwendung des Begriffs „Eisenbahn der Lüfte“ nicht etwas ungerecht gegenüber den (ebenfalls schwer defizitären) ÖBB ist. Fest steht, dass die immer wieder anfallenden Verluste der AUA kein Ergebnis unfreundlicher Naturgesetze sind – sondern Ausfluss eines kolossalen Versagens der Eigentümer. Im Falle der AUA hatte der Staat als größter Aktionär alle Zeit der Welt, dem Management über die Aufsichtsräte den klaren Auftrag zu erteilen, aus einer aufgeblasenen und gewerkschaftsnahen Fluglinie ein schlankes Unternehmen zu formen. Stattdessen wurde beschwichtigt und weggeschaut.

Wenigstens entblödet sich heute niemand mehr, die „Verscherbelung“ der „Perle“ AUA an die Lufthansa anzuprangern. Das ist leider das einzig Erfreuliche an den aktuellen Zahlen. (Bericht: S. 17)


franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2009)

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11 Kommentare
Gast: Salzburger
31.10.2009 07:56
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Staatlich organisierte Sprachverluderung

"As" ist ein französisches, aus dem Lateinischen stammendes Wort. Es besteht ebensowenig Anlaß, es als "Ass" zu schreiben, wie zu behaupten, ich hätte ein "Pluss" auf dem Konto.

Gast: ökonom
30.10.2009 17:51
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und alle chancen wurden vertan

vor allem auch die chance, die aua einigermaßen anständig an scheich Al Jaber loszuwerden. das hätte noch ein wenig in die portokasse österreichs gebracht. aber ihn hat man ja als "kleines würstl" abgetan.

der scheich hat aber in der finanzkrise sein vermögen um 2 mrd. vermehrt und nicht horrende verluste im finanzbereich gebaut, wie die "experten".

lieber der lufthansa 500 mio. dazugeben, das geschenk überhaupt anzunehmen.

furiose wirtschaftspolitik!

periskop
30.10.2009 08:30
1 0

Wie weit geht die Sprachverluderung noch?

Gestern beschäftigt sich eine Überschrift mit dem "Ass" der Opposition, heute steht:
Wenigstens entblödet sich heute niemand mehr, die "Verscherbelung" der "Perle" AUA an die Lufthansa anzuprangern.
Merkt denn niemand, dass hier das genaue Gegenteil von dem gesagt wird, was Schellhorn offenbar meint?
Diese Stilblüten sind mir nur zufällig aufgefallen, ich lese ja nur, was mich interessiert. Für den, der alles liest, ist die "Presse" wahrscheinlich eine noch viel schlimmere Lachnummer!

Antworten Gast: gast
30.10.2009 10:49
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Re: Wie weit geht die Sprachverluderung noch?

http://www.duden.de/definition/entbl%C3%B6den

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Re: Wie weit geht die Sprachverluderung noch?


Die Rechtschreibreform dürfte wohl spurlos an ihnen vorübergegangen sein?

Sonst wüssten sie dass die höchste Spielkarte seit Jahren als "ASS" geschrieben wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ass_%28Spielkarte%29

Auch was im Absatz um die vormaligen Entblödungen vieler Politiker rund um die "Perle AUA" (lesen sie unten Originalzitate Faymanns) stilistisch oder semantisch abwägig wäre bleibt mir ein Rätsel.

Zur Information - sich entblöden bedeutet: sich erdreisten, erkühnen, erfrechen....

Somit ist der Absatz klar verständlich und in Sinn und Satzbau untadelig.

periskop
30.10.2009 15:22
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Re: Re: Wie weit geht die Sprachverluderung noch?

Mein Duden kennt "Ass" nicht, ein neuerer, den ich inzwischen einsehen konnte, leider schon. "entblöden" gibt es nur als "sich nicht entblöden", im Artikel steht statt "nicht" sinngleich "niemand mehr". der Duden erklärt das mit "sich nicht scheuen", und das ist wirklich das Gegenteil von dem, was Schellhorn sagen wollte!

Antworten Gast: Luzius
30.10.2009 10:05
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Re: Wie weit geht die Sprachverluderung noch?

Verstehen Sie das nicht, oder tun Sie nur so? Deshalb sind die beiden Begriffe "Verscherbelung" und "Perle" ja unter Anführungszeichen gesetzt.

leokoller3
30.10.2009 02:58
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Gusenbauer hatte Recht!

Die AUA ist die Visitenkarte Oesterreichs. Traege, marod, unsanierbar, vollgestopft mit Unfaehigen und Guenstlingen. Da soll noch einmal wer sagen, der Gusenbauer wusste nicht, wovon er spricht. Und in Baelde wird die neue Visitenkarte Oesterreichs OeBB heissen.

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Und sowas wird Minister und sogar Bundeskanzler


Faymann im August 2008:

"Die AUA steht gut da, müssen nichts verschenken"

Er sei der Meinung, "die AUA stellt eine gute Marke dar und wir müssen nichts verschenken".

Grundsätzlich hob Faymann hervor: "Ich halte nichts davon, alles ab- und auszuverkaufen".

"Die AUA soll eine starke österreichische Fluglinie bleiben", so Faymann am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Das beizubehalten erfordert entsprechende Einflussnahme, die ich bei der Wahl eines strategischen Partners in Form einer Sperrminorität gesichert wissen möchte. Ich verlange daher, dass der gemeinsame Anteil von ÖIAG und dem österreichischen Konsortium 25 Prozent der Anteile plus eine Stimme ausmacht", betonte Faymann.

Das extreme Drängen zum schnellen Verkauf weist auf künstliche Panikmache hin", erklärte Faymann.

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faymann wurde infrastruktur-minister im jänner 07

(bis nov. 08)

schon toll, wie man in solch kurzer zeit ein unternehmen ruinieren kann.
zumal es sich ja bei seiner amtsübernahme um einen musterbetrieb handelte, dem die vorgänger-regierung(en)/minister klare, zukunftsweisende konzepte und entsprechendes höchstqualifiziertes führungspersonal mit auf den weg gegeben hatten.
etwas anderes wäre auch undenkbar, schließlich verstehen NUR vaupee-geführte regierungen etwas vom wirtschaften, oder?

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Re: Und sowas wird Minister und sogar Bundeskanzler

na ja Was erwarten sie von einem welcher ausser Politiker zu spielen nichts gelernt hat

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