22.11.2009 07:41 | Meine Presse Merkliste0

Der Audimaxismus

OLIVER PINK (Die Presse)

Jeder anderen Berufsgruppe, die einfach tagelang ihren Arbeitsplatz besetzt, würde man das nicht so ohne Weiteres durchgehen lassen.

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Studieren zu dürfen ist ein Privileg. Die Allgemeinheit zahlt dafür, dass sich einige Bürger mehr an Wissen und Bildung aneignen können als andere. Der Steuerzahler darf sich also dafür Leistung erwarten – eine Botschaft, die beim harten Kern der Uni-Besetzer eher nicht ankommt. So verständlich der Unmut über eine zu geringe Anzahl an Praktikumsplätzen, Knock-out-Prüfungen und Zugangsbeschränkungen ist – der simple Ruf nach mehr Geld und Gratisbildung für alle ist für angehende Akademiker ein wenig sehr schlicht. Zumal sich Minister Hahn nun ohnedies 34 Millionen Euro herauspressen ließ.

Somit könnten die Besetzer der Hörsäle diese nun eigentlich schön langsam wieder räumen. Die Rektorate der Unis waren bisher ohnehin sehr nachsichtig. Um eine Eskalation zu vermeiden, wich man lieber in andere Quartiere aus. Unter anderen Umständen würde man wohl von einer Kapitulation sprechen.

Dass die vorwiegend links-sektiererischen Audimax-Besetzer, die stundenlang darüber debattieren, ob man wegen eines offensichtlich Verwirrten, der andere mit einer Plastikgabel(!) bedroht, nun die Polizei rufen dürfe oder nicht, und dafür dissidenten Studierenden das Rederecht verweigern – eine Gruppe liberaler Studentenvertreter hat darum gebeten –, für die Studenten sprechen, davon ist ohnehin nicht auszugehen. Es dürfte doch eher so sein, dass die schweigende Mehrheit der Studenten ganz und gar nicht aufseiten der Audimaxisten steht.


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2009)

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111 Kommentare
Gast: ianrichardson
10.11.2009 20:50
0 0

Wer nicht sehen will...

Es dürfte doch eher so sein, dass Herr Pink einfach nicht akzeptieren kann oder will, dass diese Bewegung eben NICHT aus "vorwiegend links-sektiererischen Audimax-Besetzern" besteht. Soviel Pragmatismus und sowenig Che Guevara gab es wohl noch nie bei studentischen Protesten hierzulande. Ein journalistischer Tiefpunkt auch die Conclusio: reine Spekulation - hat Herr Punkt irgendeinen Beleg, hat er die "schweigende Mehrheit der Studenten" (Frauen scheinen nicht dabei zu sein...) gezählt?

Gast: Andy
03.11.2009 09:43
1 0

Schule ist ein Privileg

Das galt wohl auch vor der allgemeinen Schulpflicht.

Im übrigen zahlen Akademiker mehr in das Steuersystem zurück, als was ihre Universitätsausbildung kostet.

Herr Pink, gehen's was studieren, bevor Sie sich mit Nichtwissen blamieren.

Antworten Gast: mexx
03.11.2009 10:25
0 0

Re: Schule ist ein Privileg

Ein bisschen mehr Demut und Dankbarkeit gegenüber den Geldgebern wäre schon angebracht.

Und noch eines nicht alle Akademiker zahlen mehr ein.

Gast: F.Seidl
02.11.2009 10:55
2 0

das ist nicht Presse Niveau, weil:

Ein kleines Land wie Österreich muss, wenn es seinen Status Quo in Kultur und Wirtschaft behalten bzw verbessern will, in seine Unis investieren und neben Geld auch Freiräume und Selbstverwaltungsmöglichkeiten dem System Uni garantieren.

zum Kommentar:
a) der ungenaue und plakative Vergleich in der Überschrift stimmt nicht und ist vielleicht ein Zeichen dass der Autor Hochschulbildung als reinen Zuträger für die Wirtschaft auffasst. (Uni ist eben nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Ausbildung, Lehre, Forschung, "Lebensplatz" und Teil der europäischen (Kultur)geschicht!!!)

b) Studieren soll eben genau kein Privileg sein, sonst studieren dort nur "Privilegierte" und nicht alle in der Gesellschaft vorhandenen Köpfe die sich dafür entscheiden. Auch gibt es ein Recht auf Bildung im Menschenrechtskatalog.

c) Wenn sich der Autor die Mühe machen würde die verschieden Forderungskataloge zu lesen (was für einen Kommentator zu diesem Thema eigentlich angebracht wäre), würde er merken dass sein vorletzte Satz Absatz 1 eben genau eine Vereinfachung ist (die er doch selbst kritisiert), die für mich Desinformation oder Desinteresse seitens des Autors zeigt.

d) die 34 Mill€ wurden den Unibudgets vorher weggenommen (Universitätsgesetzes 2002) weil, als Notreserve betitelt, zurückgehalten!

Antworten Gast: mexx
03.11.2009 10:30
0 0

Wir sind der Staat

Ja, Österreich muss in Bildung und Ausbildung investieren. Doch in welche?
80 % der Abgänger gehen in die Wirtschaft, die ist der Brötchengeber, nicht der Staat, weil der Staat sind "WIR" und wir müssen ihn füttern, den Staat.

Gast: guest
01.11.2009 21:22
1 1

Studieren zu dürfen ist ein Privileg.

Studieren zu dürfen ist ein RECHT, kein Privileg !!!

Antworten Gast: mexx
03.11.2009 10:28
1 1

Re: Studieren zu dürfen ist ein Privileg.

Es ist ein Privileg, dass eigentlich Dankbarkeit und Demut beinhalten sollte.

Gast: öhbefürwort
01.11.2009 11:11
0 0

tut mir leid...

wer schweigt verliert.

B.Kiddo
01.11.2009 11:11
2 0

"Hände falten, Gosch'n halten!" ...

... dürfte offenbar das Credo des Redakteurs sein, sonst könnte er nicht so unreflektiert über die (mittlerweile österreichweiten) Studentenproteste schreiben; wenn ich solche Interpretationsversuche bzw. Schlussfolgerungen zur aktuellen Lage der Universitäten in Österreich in der U-Bahn-Zeitung "Heute" lese, dann verstehe ich das ja noch, hier ist dieser Versuch mehr als deplaziert u. äußertst mager - da hat ja ein durchschnittlicher AHS-Schüler mehr Ahnung von dieser Geschichte - sorry, geschätzte "Presse", was soll das?

Antworten Gast: radius
03.11.2009 10:32
0 0

Re:

Ihr habt ja noch nicht kapiert, dass ihr politisch benutzt werdet.

mahuber
01.11.2009 04:28
2 0

wie kann man einen so ahnungslosen

in der presse überhaupt schreiben lassen?

oberdenker
01.11.2009 01:36
2 1

Dass Herr Pink kein Freund der Wissenschaft ist...

...zeigt sich an folgendem Satz: "Es dürfte doch eher so sein, dass die schweigende Mehrheit der Studenten ganz und gar nicht aufseiten der Audimaxisten steht." So eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung würde er sich sonst verwehren.

Antworten Gast: mexx
03.11.2009 10:35
0 0

Wahrnehmungsfähigkeit verloren?

Viele Studenten stehen nicht hinter ihnen. Das ist richtig.

oberdenker
04.11.2009 10:23
0 0

Re: Wahrnehmungsfähigkeit verloren?

Ja genau, das wäre etwas korrekter formuliert ;)

Antworten Gast: riddler
01.11.2009 09:33
2 0

Re: Dass Herr Pink kein Freund der Wissenschaft ist...

Das sind schon Haidersche Wahnvorstellungen der einmal gemeint hat dass ja nur ein paar 100.000 bei der damaligen Lichterkette war, und das bedeutet dass der Rest Österreichs auf seiner Seite steht

Gast: Ma.Ki.
31.10.2009 21:03
4 0

Eine Replik

Studierte, gut ausgebildte Menschen sind ein Vorteil für jede Gesellschaft. Zugleich ist Studieren auch ein Privileg, genauso wie einen sicheren Lehrplatz zu bekommen oder kostenlose Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit zu erhalten. Die Allgemeinheit zahlt dafür, dass sich Bürger wertvolles Wissen und Bildung aneignen, weil das immer einen Mehrwert mit sich bringt. Bildung kostet, aber sie zahlt sich aus. Und: Studenten, Auszubildende und Sichweiterbildende erbringen Leistung. Jetzt, als Lernende, und in Zukunft, wenn sie kräftig Steuern zahlen werden.

Dennoch ist der Ruf der derzeit in ganz Österreich protestiereden Studenten, nach mehr Geld und Gratisbildung für alle, ein wenig schlicht. Sie haben Recht in ihrer Forderung, aber sie müssen konkretere, konzertierte Forderungen stellen. Die Besetzer der Hörsäle müssen ihre Interessen stärker bündeln und ihre Bewegung professionalisieren. Und mit den sich solidarisch zeigenden Rektorate, Professoren, Lehrangestellte, Verbände, Politiker etc. stärker zusammenarbeiten.

Dass die engagierten, aus allen politischen Lagern kommenden Audimax-Besetzer stundenlang debattieren - über Universitätspolitik, Demokratie, Rechte und Gesellschaft - ist löblich und beeindruckend. Sie stimmen demokratisch ab, tauschen sich aus und wollten etwas verändern. Und: Sie schafften eine mutige und beeindruckende politische Bewegung, die man in Österreich schon lange nicht mehr gesehen.

Es ist den Studierenden zu wünschen, erfolgreich zu sein.

Gast: Joerg
31.10.2009 19:25
0 0

Billiger geht's nicht als in diesem Kommentar!

Man will die Allgemeinheit gegen Studierende aufbringen ganz klar.
Die Allgemeinheit zahlt ungemein viel für jeden Schas - insbesondere kompensiert sie durch ihre Lohnsteuern die kaum vorhandenen Vermögenssteuern!!!
Das ruiniert die Allgemeinheit,
Investitionen in die Bildung hingegen gibt ihr auch etwas zurück !

Antworten Gast: mexx
03.11.2009 10:45
0 0

Re: Billiger geht's nicht als in diesem Kommentar!

Um sicherlich berechtigte Punkte (Verschulung, Prüfungsketten) umzusetzen, muss man ja nicht gleich die Hochschule besetzen. Dafür hat die Allgemeinheit kein Verständnis.

Antworten Gast: ehem. Student
31.10.2009 21:37
0 1

Re: Billiger geht's nicht als in diesem Kommentar!

Studierende sind doch auch Bestandteil der Allgemeinheit ;-) .
Nur ein paar links-linken Studenten wollen sonderbare u. abstruse Forderungen durchsetzen - als nächstes fordern sie wahrscheinlich den Weltfrieden und Marihuana auf Rezept (nicht dass ich dagegen was einzuwenden hätte - aber eben alles in allem ziemlich unrealistisch u. weltfremd).

0 0

Re: Billiger geht's nicht als in diesem Kommentar!

Die Allgemeinheit steht nicht auf der Seite der Studierenden und schon gar nicht auf der Seite der Hörsaalbesetzer. Nur haben die das noch nicht verstanden.

junius
31.10.2009 18:56
0 0

so was von ahnungslos und daneben ...


Antworten Gast: radius
03.11.2009 10:47
0 0

Re: so was von ahnungslos und daneben ...

Sie bringen keine Argumente. Vielleicht sollten Sie sich die Gegenseite und andere Meinungen auch anhören bzw. zulassen.

Antworten Gast: Dr. D
31.10.2009 19:07
0 0

Re: so was von ahnungslos und daneben ...

Danke, Du sprichst mir aus der Seele!

0 0

@Police Academy Studenten aka Pink-Hasser

ich habe für Euch heisse Beruftipps:
entweder büffelt fleissig schon den Wr Stadtplan OK! man hat ja jetzt GPS aber für die Taxlerprüfung sind Ortskenntnisse doch noch goldes wert
oder strampelt mit dem Mountainbike schon mächtig den Wr.wald rauf und runter (fürs Xmas Business als Fahrradbote sind stramme Wadeln ein großer Bonus)
oder lehrt schon mal den Zigarettenautomat. (Für einen einsamen Nachtwächterposten ist die Tschick oft der einzige treue Compagnon!)

Ihr werdet begeistert sein, wieviele Studentenkollegen mit Euch euer neues Berufsfeld nach Abschluss teilen werden ("Jo griass Di! Du a dabei?")

0 0

Re: @Police Academy Studenten aka Pink-Hasser

Oh jeh!
..lehrt [statt leert] den Zigarettenautomaten..
Bin wohl selber von der Police Academy :-(

Gast: kopfschüttler
31.10.2009 16:20
0 0

sehr geehrter herr pink,

dieser komentar ist selbst für ihr niveau schlecht recherchiert und von einer gewaltigen journalistischen erbärmlichkeit!

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