22.11.2009 21:56 | Meine Presse Merkliste0

Teure Lehrstunde für Angela Merkel

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die deutsche Regierung ist General Motors in die Falle getappt. Ganz ohne Not.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Man kann dem mittlerweile verstaatlichten US-Autobauer General Motors (GM) eine ganze Menge vorwerfen. Etwa, seit vielen Jahren in höchst beeindruckender Manier am Markt vorbeiproduziert zu haben. Nichts auszusetzen gibt es allerdings an der Verhandlungsstrategie des Managements, wie sich nicht zuletzt an der „Rettung“ der insolventen Tochter Opel zeigt.

Nachdem sich die deutsche Bundesregierung auf den Wunschpartner Magna versteift, nur dem austrokanadischen Zulieferer eine Milliardenspritze zugesichert und sich Frank Stronachs Konzern mit den Gewerkschaften auf einen Sanierungskurs bei Opel geeinigt hatte, ließ GM den Deal platzen. Mit der Gewissheit, der Regierung dieselben Milliarden abtrotzen zu können, die Magna bekommen sollte.

In Nordrhein-Westfalen stehen nämlich Wahlen vor der Tür – und da macht es sich nicht so gut, Opel den Bach runtergehen zu lassen. Nur, weil der Regierung der neue Eigentümer nicht passt. Zumal dieser ohnehin der alte ist und Merkels CDU die Wahlen im Mai besser nicht verliert. Dann wäre die Mehrheit im Bundesrat futsch, womit die Regierung für alle wichtigen Gesetze die Opposition brauchte. Frau Merkel hat im GM-Management wohl ihren Meister gefunden.

Eine Lehre, die den deutschen Steuerzahler noch jede Menge Geld kosten wird. Ohne damit Opel dauerhaft zu retten. Warum sollte der GM-Führung plötzlich etwas gelingen, an dem sie über Jahre hinweg kläglich gescheitert ist?


franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

15 Kommentare
Gast: Gast
07.11.2009 13:43
0 0

Vasallenstaat 2.0

Die deutsche Bundesregierung macht die Erfahrung, die die ÖSI-Bundesregierung am laufenden Band gemacht hat/macht/machen wird.: was es heisst wirtschaftliche Autonomie zu verlieren und wirtschaftlich fremdbestimmt zu sein.

Es gibt nur einen kleinen Unterschied:

Opel ist für die deutsche Volkswirtschaft unbedeutend.

Bank Austria (pardon, la banca de la pizzeria di Napoli), VA-Tech, AUA, BAWAG, ATW, Steyr, ....... sind bzw. waren die industrielle Substanz des ÖSI-Landes.

Gegenprobe: kennt noch jemand den Namen Semperit?

lb15
08.11.2009 08:09
0 0

Re: Vasallenstaat 2.0 - Semperit

Ja, ich. Und viele andere. Sie wissen offensichtlich nicht, dass Semperit Technische Produkte noch existiert und ein höchst erfolgreicher Multi ist. Forschungs- und Entwicklungszentrum in Österreich (Wimpassing), Betriebe von den USA über Frankreich, Deutschland, CZ, Polen, Indien, Thiland bis China. Seit ca. 16 Jahren wachsende Gewinne usw. www.semperit.at

Und hören Sie auf mit Ihrem Gejammere. Seit VA nicht mehr verstaatlicht ist, läuft's dort. BAWAG wurde von der Gewerkschaft gegen die Wand gefahren. Für die AUA ist mir die LH viel lieber als die unfähige ÖIAG als Eigentümer.
Übrigens, Semperit ist eine AG mit großem Streubesitz.

leokoller3
08.11.2009 08:35
0 0

Re: Re: Vasallenstaat 2.0 - Semperit

Na, da schau ich aber. Da schreiben Sie hier eine fast sachliche Antwort, haben sogar Recht damit. Und dann schreiben Sie mir weiter unter so einen linken Stuss zurueck. Da soll sich noch wer auskennen!

lb15
08.11.2009 08:46
0 0

Re: Re: Re: Vasallenstaat 2.0 - Semperit

Mein sogenannter linker Stuss ist eine Tatsachenfeststellung - kein Wunsch oder die Bezeichnung als idealer Zustand.

leokoller3
08.11.2009 09:12
0 0

Re: Re: Re: Re: Vasallenstaat 2.0 - Semperit

Noch einmal: Ich sage, dass sich der Staat nicht soviel in die Wirtschaft einmischen soll. Sie sagen, dass der Staat sich zuviel in die Wirtschaft einmischt. Ist das nicht das Gleiche???

Und ein Satz wie dieser: "Aber zahlen für die maroden Zocker aus den Banken darf sie schon. Und wenn's dann wieder ans große Verdienen geht, ist es dann Privatwirtschaft oder was?" ist schon linker Populismus.

Speziell, da ich eh schon gesagt habe: "Staat raus, aus Gewinnen UND Verlusten".

0 0

Re: Vasallenstaat 2.0

Na endlich...

Ein namensloser Österreicher erkennt die Sachlage...
Ja, Österreich wird inzwischen Fremdbestimmt. Das wird bis zu Verteilung des Landes zwischen bestimmten Maechten gehen!

leokoller3
07.11.2009 06:16
1 0

Angie

Wieder einmal ein Paradebeispiel dafuer, dass sich die Regierung aus der Wirtschaft heraushalten sollte. Aber die werden's nie begreifen.

lb15
07.11.2009 09:29
0 0

Re: Angie

Ja schon. Aber zahlen für die maroden Zocker aus den Banken darf sie schon. Und wenn's dann wieder ans große Verdienen geht, ist es dann Privatwirtschaft oder was?

leokoller3
07.11.2009 17:58
0 1

Re: Re: Angie

Koennen Sie nicht lesen? "... aus der Wirtschaft heraushalten ..." hab ich geschrieben, und das schliesst auch die Banken ein! Also nicht bloed staenkern.

lb15
08.11.2009 08:12
0 0

Re: Re: Re: Angie

Ich begebe mich sicher nicht auf Ihr Niveau der Wortwahl.
Sie haben geschrieben, aus der Wirtschaft heraushalten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die sogenannten Privatwirtschaft die staatlichen Kredite und Garantien mit oft erpresserischen Argumenten gefordert hat!
Also denken vor dem schimpfen!

leokoller3
08.11.2009 08:26
0 0

Re: Re: Re: Re: Angie

Also anscheinend haben Sie es immer noch nicht begriffen! Aber das ist ja bei einem offensichtlich Linken wie Ihnen auch nicht verwunderlich.

Das Heraushalten heisst auch: KEINE staatlichen Kredite und Garantien, weder fuer Banken, morode Betriebe oder sonst was!!!

Also lesen, denken und nicht bloed staenkern!!!

lb15
08.11.2009 08:45
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Angie

Nein, das begreife ich nicht. Ich unterscheide: Ihre Meinung ist, die Politik solle sich aus der Wirtschaft heraushalten. Da bin ich dafür. Ich bin nämlich kein Linker, wenn Sie schon in Kästchen denken müssen.

Ich stelle fest, dass die Privatwirtschaft jedoch sehr wohl von der Politik Garantien und Kredite fordert. Weniger Staat gilt bei Kontrolle, bei Steuern,... MEHR Staat gilt, wenn wieder einmal eine Bank, GM, Parmalat,.... gegen die Wand gefahren wurde!


leokoller3
08.11.2009 08:59
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Angie

Dann sind wir uns eh einig. Politik raus aus der Wirtschaft. Sie versteifen sich halt auf die gegenwaertige Praxis, dass die Gewinne privat und die Verluste oeffentlich sind. Ich sage, Staat raus, aus Gewinnen UND Verlusten.

leo: "Regierung aus der Wirtschaft heraushalten"
lb15: "die Politik solle sich aus der Wirtschaft heraushalten. Da bin ich dafür"

leo: "KEINE staatlichen Kredite und Garantien, weder fuer Banken, morode Betriebe oder sonst was"
lb15: "staatlichen Kredite und Garantien mit oft erpresserischen Argumenten gefordert"

Gast: Auslandsösterreicher;
07.11.2009 00:40
2 0

Milchmädchenrechung

GM braucht Opel nur deshalb weil die ganze Entwicklung Serienreifer Klein -und Mittelwagen in Rüsselheim zu Hause ist und es würde mich nicht wundern wenn GM die Entwicklung langsam in die USA verlegt und danach Opel einfach "verhungern" lässt.
Opel hat durch GM jede Menge Beschränkungen was den Markt betrifft. So darf Opel zb. nicht nach Südamerika verkaufen weil der Markt für GM vorbestimmt ist (Idiotisch! Sie sprechen das Missmanagement im Schlusssatz an.).
Sollte "Big Ed" das ändern. Die Entwicklung in die USA verlegen ist das Ende von Opel nur eine Frage der Zeit. Wobei dazu zu sagen ist, dass Opel Wirtschaftlich ja sehr gut da steht. Wäre da nicht GM im Hintergrund.
Also wird es Opel mal wie der Österreichischen Quelle ergehen?

Gast: Brennstein
06.11.2009 23:14
1 0

Vasallenstaat

Die Merkels u. Co. haben gar keine Wahl gehabt. Die müssen machen was der Kolonialherr vorschreibt. Abgesehen davon kann mit solchen geistigen Irrlichtern wie die deutsche Regierungsmannschaft, jeder Hilfsschüler erfolgreich verhandeln.

Mehr Kommentare:

Top-News