Bei den Berliner Feiern zum 20.Jubiläum des Mauerfalls waren auch koreanische Schüler Ehrengäste, der koreanische Künstler Ahn Kyu-Chul war einer der Redner vor dem Brandenburger Tor.
Korea ist bis zum heutigen Tag geteilt – und das gestrige Seegefecht zwischen einem nordkoreanischen Patrouillenboot und einem südkoreanischen Kriegsschiff erinnerte wieder daran, dass die Lage auf der koreanischen Halbinsel nach wie vor hochexplosiv ist. Bis heute gibt es zwischen beiden Koreas keinen Friedensvertrag, bis heute stehen über 28.000 US-Soldaten am 38.Breitengrad – der die Grenze zwischen den beiden Koreas markiert.
Während Europa in diesen Tagen mit Dankbarkeit der überwundenen Teilung des Kontinents gedenkt, wird im Grenzort Panmunjom täglich ein schauriges Schauspiel aufgeführt: Martialisch wirkende südkoreanische Grenzsoldaten mit Sonnenbrille stehen grimmig blickenden Nordkoreanern Aug' in Aug' gegenüber und spielen Kalten Krieg. Die Grenze ist ein Todesstreifen mit MG-Nestern, Minenfeldern und Stacheldrahtverhau.
Gibt es Hoffnung auf Wiedervereinigung der beiden Koreas? Eher nein. Alle Nachbarn und die USA haben Interesse an einer Aufrechterhaltung des Status quo. Und für Südkorea würde eine Wiedervereinigung wohl ungleich teurer werden, als es die Vereinigung der beiden Teile Deutschlands war. Aber: 1989 hat die Welt gelehrt, dass Geschichte unberechenbar ist.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2009)















