25.05.2012 17:31 | Meine Presse Merkliste 0

Protest um des Protestes willen

OLIVER PINK (Die Presse)

Student ist nicht gleich Student. Und nicht jeder, der berechtigte Sorgen in seinem Studium hat, besetzt gleich Hörsäle.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Internationale Studententag erinnert an den Studentenprotest 1939 in Prag, der sich gegen die Besetzung durch die Nazis richtete. Am heutigen Internationalen Studententag wird weltweit gegen die Ökonomisierung der Bildung demonstriert. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Nichts. Außer, dass Studenten daran beteiligt sind.

In Wien wird es eine Kundgebung vor der Industriellenvereinigung geben, „dem Symbol für die Ökonomisierung der Bildung“, wie die Organisatoren meinen. Pointe am Rande: Ausgerechnet die IV macht sich mit Nachdruck für die Gesamtschule stark – ein Thema, das auch im Weltbild der Audimax-Besetzer einen zentralen Stellenwert einnimmt.

Es war von Beginn an offensichtlich: Getragen von einer linken, aber lauten Minderheit, gehen die Forderungen der Hörsaalbesetzer weit über die Anliegen der Studierenden hinaus. Und an diesen auch vorbei – wie die aktuelle „Jugendkultur“-Umfrage beweist: Immerhin 23Prozent sind für einen regulierten Uni-Zugang. Die ideologischen Überbauthemen – Bildung statt Ausbildung (ein Prozent), sozialpolitische Maßnahmen (zwei Prozent), Demokratisierung der Unis (drei Prozent), freier Hochschulzugang (sieben Prozent) – interessieren das Gros der Studierenden wenig.

Während es vor 70 Jahren um Leben und Tod ging, geht es heute für viele doch nur um den Protest um des Protestierens willen.


oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2009)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
0 1

was die

presse in letzter zeit schreibt ist einfach eine frechheit. neben den streitschtriften für kreuze in schulen wird gegen die studentenproteste gewettert. und das von kommentatoren die sonst nicht durch unreflektierte polemik auffallen.

zum thema: ja natürlich sind bei den protesten ein paar linke dabei. und natürlich muss und soll man nicht alle forderungen zu unterstützen.

aber einfach pauschal zu unterstellen es gehe nur um den protest weils so lustig is zu protestieren ist (wie gesagt) eine frechheit

Gast: anti-pink
17.11.2009 17:15
0 1

keine lügen verbreiten, pink

Wenn sie schon die Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zitieren, Herr Pink, dann richtig:

Eine klare Mehrheit von 72,6% der Studierenden unterstützt die Proteste.

Die weitaus wichtigste Forderung der befragten Studierenden ist "die Universitäten von Einflussnahme der Wirtschaft
möglichst frei zu halten und für alle gesellschaftlichen Gruppen
gleichberechtigten Zugang zur akademischen Bildung zu sichern."

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091116_OTS0022/studentenproteste-mehr-als-70-der-studierenden-befuerworten-hoersaalbesetzungen-und-demonstrationen
" target="_blank">http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091116_OTS0022/studentenproteste-mehr-als-70-der-studierenden-befuerworten-hoersaalbesetzungen-und-demonstrationen


Aber ich werte ihre inhaltsleeren Ausbrüche eines frustrierten Ewiggestrigen.

0 0

Diese linken Zecken hat Strache den Zugang zur Uni ermöglicht - durch Abschaffung der Studiengebühren


afrayspeed
17.11.2009 10:38
1 0

ökonomisierung, shmökonomisierung

kann mir jemand erklären, was man sich unter der ökonomisierung der studienrichtungen publizistik, soziologie und politikwissenschaften genau vorzustellen hat?

Mehr Kommentare:

Top-News