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Protest um des Protestes willen

16.11.2009 | 18:21 | OLIVER PINK (Die Presse)

Student ist nicht gleich Student. Und nicht jeder, der berechtigte Sorgen in seinem Studium hat, besetzt gleich Hörsäle.

Der Internationale Studententag erinnert an den Studentenprotest 1939 in Prag, der sich gegen die Besetzung durch die Nazis richtete. Am heutigen Internationalen Studententag wird weltweit gegen die Ökonomisierung der Bildung demonstriert. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Nichts. Außer, dass Studenten daran beteiligt sind.

In Wien wird es eine Kundgebung vor der Industriellenvereinigung geben, „dem Symbol für die Ökonomisierung der Bildung“, wie die Organisatoren meinen. Pointe am Rande: Ausgerechnet die IV macht sich mit Nachdruck für die Gesamtschule stark – ein Thema, das auch im Weltbild der Audimax-Besetzer einen zentralen Stellenwert einnimmt.

Es war von Beginn an offensichtlich: Getragen von einer linken, aber lauten Minderheit, gehen die Forderungen der Hörsaalbesetzer weit über die Anliegen der Studierenden hinaus. Und an diesen auch vorbei – wie die aktuelle „Jugendkultur“-Umfrage beweist: Immerhin 23Prozent sind für einen regulierten Uni-Zugang. Die ideologischen Überbauthemen – Bildung statt Ausbildung (ein Prozent), sozialpolitische Maßnahmen (zwei Prozent), Demokratisierung der Unis (drei Prozent), freier Hochschulzugang (sieben Prozent) – interessieren das Gros der Studierenden wenig.

Während es vor 70 Jahren um Leben und Tod ging, geht es heute für viele doch nur um den Protest um des Protestierens willen.


oliver.pink@diepresse.com


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