31.07.2010 06:56 | Meine Presse Merkliste0

Muslime als Vorbild für Demokratie

ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat eine neue Verfassung, die sich andere Glaubensgemeinschaften wünschen sollten.

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Er hat es sich leichter vorgestellt, sagt Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), zur „Presse“. Drei Jahre lang bekam man von ihm zu hören, dass die neue Verfassung der Vertretung aller österreichischen Muslime bald fertig sein und Neuwahlen bald anstehen würden. Dass es doch nicht so leicht wurde, liegt vor allem daran, dass die österreichische Bürokratie gerade bei der muslimischen Community ja nichts falsch machen wollte. Zu sehr steht gerade diese Gruppe im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, jeder Anschein antidemokratischer Gesinnung zählt hier doppelt. Dementsprechend legte das für die Genehmigung zuständige Kultusamt jedes Wort auf die Goldwaage, wartete sämtliche offenen Klagen gegen die bestehende Führung ab, ehe es endlich grünes Licht gab.

Eine Präambel, in der sich die Muslime zu Demokratie und Rechtsstaat bekennen, eine neue Aufteilung der Gemeinden und eine komplexe Wahlordnung, die möglichst viele Moslems an der Basis zur Teilnahme motivieren soll – auf dieser formalen Ebene haben sich die Muslime bestens in die bürokratisierte österreichische Rechtsordnung eingefügt. Und bieten ihren Mitgliedern mehr an demokratischer Mitbestimmung als so manche christliche Kirche. Ob Österreichs Muslime dieses Angebot annehmen werden, ob manche mit derart demokratischen Regeln möglicherweise nicht viel anzufangen wissen, das steht auf einem anderen Blatt. (Bericht: Seite 21)


erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2009)

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28 Kommentare
1 2
poldionkel
30.11.2009 07:25
5 0

die allerwichtigstefrage ist

wieviele der hier lebenden moslems anerkennen die IGGiÖ als für sie stellvertretend sprechend. Es scheint eher dass diese IGGiÖ ein beschwichtigungs und einlullungsverein ist der weit entfernt von der meinung der meisten hier ansäßigen muslime agiert und mit vereinigungen wie atip usw recht wenig am hut hat und umgekehrt.

Gast: schlÄchter
29.11.2009 16:53
4 0

sg herr kocina!

jetzt darfman gespannt sein wie moslems sich mit der demratischen etscheidunder schweizer abfinden.
mfg
s.

MALSI
01.12.2009 20:58
1 0

Re: sg herr kocina!

Als Vorbilder für die Demokratie werden die
Muslime das demokratische Schweizer
Mehrheitsergebnis natürlich ohne wenn und aber akzeptieren. Was erwarten Sie denn?

Antworten Gast: josef
30.11.2009 11:31
1 0

Re: sg herr kocina!

natürlich keinerlei drohungen oder terror. sonst täte sich ja die schweizer regierung fürchten.

ichmeine
29.11.2009 05:50
3 0

Eine Präambel, in der sich die Muslime zu Demokratie und Rechtsstaat bekennen

je lauter ein Marktschreier, desto schlechter seine Ware

und einen "Rechtsstaat" gibt es auch unter der Scharia


Gast: schlÄchter
28.11.2009 17:15
4 0

sg herr redakteur kocina!


moslems unter sich können sich schon als gleichwertig ansehen und "demokratische" abstimmungen zulassen, problematisch wirds aber mit ungläubigen, gottlosen und häretikern - zu letzeren zählen zb die alewiten, die sich um eine anerkennung als eigene religion in Ö bemühen von der von ihnen gerühmten "demoratischen" offiziellen moslem. vertretung (sunnitische ausrichtung) aber massivst daran gehindert wird - war hier in der presse zulesen.
was auch hier zu lesen war, ein sehr gutes interview vom islamwissenschaftler prof tilman nagel, der zum verhältnis säkulare gesellschaft -islam folgendes sagt und das sei ihnen insb. für ihre irreführende schlagzeile ins stammbuch geschrieben - auch für den fall das sie selbst moslem sind:
"pressereporter:Praktisch alle muslimischen Gelehrten lehnen eine historisch-kritische Auslegung des Islams ab. Kann der Islam trotzdem in eine säkulare Gesellschaft integriert werden?

Nagel: Ich glaube, eine säkulare Gesellschaft hat als wesentliches Element die Historisierung der Religionen. Es kann keine Säkularität geben in einer Gesellschaft, in der ein Teil sagt, wir beharren darauf, dass unsere universale Wahrheit überall gelten muss. Das ist ein Widerspruch in sich."

das können/wollen sie und türkeibeitrittsverfechter nicht kapieren.
aber die zahlreichen postings zu diesen themen beweisen ihre leserschaft unterliegt keinem journalistischen wunschdenken.
mfg
s.

Herberti
28.11.2009 16:08
8 0

Manchmal...

ist schon alleine die Tatsache, daß so ein Artikel überhaupt geschrieben wird Erklärung genug.

Warum muß man denn extra darauf hinweisen, daß der Islam mit der Demokratie (vorgeblich) vereinbar wäre?

Leider kennen sich die Bevölkerung und die Poster schon zur Genüge aus. Bevor wir nicht Taten sehen, werden wir nichts glauben, auch wenn noch so viele schöne Behudelungsartikel geschrieben werden.

Antworten Gast: Tja
28.11.2009 16:39
4 0

Re: Manchmal...

Man muss sich eben die Presseförderung verdienen.

Und wenn man dafür den Islam schönreden muss.

Gast: Gastname
28.11.2009 14:54
7 0

Gesinnung

Eine Demokratie ist nur so stark, wie sie Demokraten hat.

Ich kenne nur zwei muslimische Gemeinschaften, die den Begriff der Demokraten wirklich verdienen. Zum einen die Ismailiten und zum anderen die Aleviten.

Statt die Unwilligen schönzureden sollte Gespräche mit den Fähigen und Willigen stattfinden. Diesen sollte mehr mediale und politische Präsenz gewidmet werden.

Antworten Gast: schlÄchter
28.11.2009 21:02
3 0

Re: Gesinnung

sg "gastname"!sehr guter beitrag, ev. auch noch die drusen, die es als pflicht sehenihrem jeweiligenlandesherrn bzw. heimatstat loyal gegenüber zu sein - so kämpfen sogar drusen in derisraelischen armee.
bin ganz bei ihnen. es wäre hochan der zeit diesen drei moslemischen konfessionen einen eigenen religionsstatus zuzugestehen, auch den schiiten und aus der "geiselhaft" der alleinvertretungswütigen sunnitisch geprägten islam. relig.gem zu lösen
mfg
s.

Gast: Maria Stückler
28.11.2009 13:44
7 0

Entscheidend ist die Anerkennung des demokratischen Rechttstaates

Ob eine Religionsgemeinschaft ihre Repräsentanten wählt oder nicht, sagt nichts über ihre Kompatibiltiät mit der Demokratie als Staatsform und den Menschenrechten aus!

Demokratie setzt eine Trennung von relgiöser und weltlicher Sphäre voraus. Etwas was im Christentum grundgelegt, dem Islam aber wesensfremd ist. Die Scharia regelt nichtn nur malles und jedes, sondern widerspricht in ihren Bestimmungen auch massiv den unversellen Menschenrechten.

Solange der Islam an der Scharia festhält - und daran ist wohl nicht zu zweifeln , ist er mit Demokratie und Menschenrechten unvereinbar, daran ändert auch die "demokratische" Verfasszbg der Glaubensgemeinschaft nicht.

Antworten Gast: SanFranCisco
28.11.2009 14:53
0 4

Re: Entscheidend ist die Anerkennung des demokratischen Rechttstaates

Mein lieber Herr,
wenn Sie wüssten was die Scharia ist, dann würden Sie nicht so schreiben...

Denn die Scharia ist überhaupt nicht gegen die Menschenrechte...Und der Autor dieses Artikels hat auch recht, denn im Islam ist die Demokratie eine Vorraussetzung:
Man kann nie ein Leader einer Gruppe werden, sofern man nicht gewählt wird...etc.etc.etc...

Das ist der richtige Islam, das Problem ist die Umsetzung derzeit, weil die meisten Muslime dieses Prinzip nicht achten...

Das Problem liegt nicht an der Religion sondern an den Personen, die diese Religion praktizieren, und zwar auf eine falsche Art und Weise...

MfG
San Fran

Antworten Antworten Gast: Bösewicht
28.11.2009 22:30
1 0

Ja ja, die Scharia in Theorie und Praxis.

Hier zum Beispiel zum Thema Ehebruch (als eines von unzähligen dieser Art).

Der Koran sagt:
"Die Unzüchtige und den Unzüchtigen dann hautgeißelt alle mit hundert Hautgeißelungen; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden erfassen, wenn ihr überzeugt seid von Allah und dem den letzten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Überzeugten soll ihrer Pein beiwohnen."

Tüchtige Muslime machen dann das daraus:
"Eine 29 Jahre alte Frau ist im Süden Somalias vor mehr als hundert Zuschauern wegen Ehebruchs zu Tode gesteinigt worden. Ein Gericht der islamistischen Shabab- Miliz hatte die verheiratete Frau zum Tode verurteilt. Ihr lediger Liebhaber muss für die Beziehung mit 100 Peitschenhieben büßen."

MALSI
28.11.2009 17:23
2 0

Re: Re: Entscheidend ist die Anerkennung des demokratischen Rechttstaates

Mein Lieber, dasselbe Problem gabs mit dem Kommunismus auch, hat auch nirgends funktioniert... Überall die falschen Leute...

Gast: sid
28.11.2009 10:04
3 0

demokratie

herr kocina ist leider nicht der einzige redakteure der für irreführende und dumme schlagzeilen sorgt. eigentlich eine schande für die presse.

Stephanos
27.11.2009 23:00
8 0

Das neue Vorbild für demokratische Gesinnung

hat aber Probleme mit jedem, der nicht seiner Meinung ist. Die Aleviten können ein Lied davon singen.

Antworten Gast: logo
28.11.2009 09:56
1 0

Re: Das neue Vorbild für demokratische Gesinnung

Er bringt seine Gesinnung ja auch nur mit knallharter Zensur durch.

MALSI
27.11.2009 21:20
5 0

Wahlbeteiligung jetzt endlich bekanntgeben

Jetzt, da Muslime als Vorbild für die Demokratie
gelten, werden sie auch sicherlich die Wahlbeteiligung bei ihren Wahlen bekanntgeben.
Die muslimische Glaubensgemeinschaft war nämlich die einzige große Glaubensgemeinschaft,
die Angaben über die Wahlbeteiligung konsequent verweigert hatte. Aus guten Grund nämlich. Weniger als 1 % muslimische Wähler
können die IGGÖ niemals als demokratische Vertretung legitimieren.

Antworten Gast: Anselm
27.11.2009 22:04
0 0

Re: Wahlbeteiligung jetzt endlich bekanntgeben

Das Interessante ist, dass andere Glaubensrichtungen gar nicht erst ihre Organe wählen lassen.

MALSI
28.11.2009 11:52
1 0

Re: Re: Wahlbeteiligung jetzt endlich bekanntgeben

Noch interessanter sind z.B. Glaubensgemeinschaften wie z.B. die
buddhistische GG, die bei Wahlen
a l l e n Mitgliedern Wahlzettel zusendet,
auf denen man seine Kanditaten ankreuzt und diese Zettel dann einfach zurücksendet. Nicht einmal in ein Wahllokal müssens gehen die Buddhisten!
Buddhisten als Vorbild einer demokratischen unkomplizierten Demokratie!

1 0

Der Papst hat es geschafft....

Das in evangelischen Gemeinden Mitbestimmung seit Jahrhunderten funktioniert wird hier schön verschwiegen.

Das katholische Christentum ist Staatsreligion und daher Platzhalter für alle christlichen Glaubensrichtungen. Punkt.

Gast: Spötter
27.11.2009 20:10
5 0

Ich bleibe trotzdem Christ

Kocina soll ruhig Muslim werden, um dann auch selbst von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit profitieren zu können. Verbietet ihm keiner.

Gast: Bösewicht
27.11.2009 19:59
10 0

Realtiätsverlust eines Redakteurs

In keinem einzigen (!) Land auf dieser Erde, in dem Muslime die Mehrheit stellen, gibt es eine Demokratie, die diese Bezeichnung auch nur ansatzweise verdient. In fast allen Ländern, in denen Muslime die Mehrheit stellen, werden Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften verfolgt, gefoltert und ermordet.

Und dann kommt dieser Herr Kocina daher, und will seine Leserschaft für blöd verkaufen.

Antworten Gast: SanFranCisco
28.11.2009 14:59
0 0

Re: Realtiätsverlust eines Redakteurs

Ich finde es lustig, wie Sie Herr "Bösewicht" schreiben...Denn am Anfang schreiben sie folgendes :

" In keinem einzigen (!) Land... "

Dann, in dem darauffolgenden Satz :

" In fast allen Ländern,... "

!!!

Erstens, sie drücken sich nicht korrekt aus!

Zweitens, in ein paar europäischen Ländern wird dies zwar nicht an die Öffentlichkeit gebracht, aber es gibt dennoch Verfolgungen etc.etc...

Drittens, es gibt genug Länder, die die Demokratie zur Gänze akzeptieren, was auch sein sollte!!!

Meine Damen und Herren, seid nicht vorurteilhaft!!! Habt keine Vorurteile....
Es ist das Schlimmste, wenn man ein "Medienopfer" ist...

Allein durch Berichte und Artikeln wird man nicht klüger,...

MfG
San Fran

Antworten Antworten Gast: Bösewicht
28.11.2009 19:56
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Re: Re: Realtiätsverlust eines Redakteurs

ad 1) Die beiden Sätze haben unterschiedliche Aussagen. Ich weiß nicht, ob in Jordanien Christen verfolgt werden, aber eine Demokratie ist Jordanien jedenfalls nicht.

ad 2) Es stimmt schon, dass auch in Deutschland Priester per Gewaltanwendung durch Muslime genötigt werden, Ihren Wohnort zu wechseln, dass Kirchen und christliche Gräber geschändet werden usw. Es stimmt auch, dass derartige Fakten in europäischen Medien nicht oder nur unzureichend dargestellt werden. Dennoch würde ich Deutschland nicht als ein Land mit Christenverfolgung bezeichnen, weil der Staat derartiges Verhalten keineswegs unterstützt. In der Türkei sieht die Sache dagegen völlig anders aus. Da sind Christen tatsächlich Menschen zweiter Klasse.

ad 3) Meinen Sie Demokratien vom Schlage eines Iran, Irak oder Afghanistan? Bitte ersparen Sie mir eine Diskussion über derartige Demokratien.

Meine Quellen zum Islam sind der Koran und Berichte über Christenverfolgung in islamischen Staaten.

Die Biographie des heiligen Franziskus sollten Sie übrigens tatsächlich einmal lesen. Dieser Mann wird zu Recht als Heiliger verehrt!

MALSI
28.11.2009 17:22
0 0

Re: Re: Realtiätsverlust eines Redakteurs

Wie wird man klüger? Sprich!

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