Nein, die Geldwaschmaschine, die die kalabrische Mafia unter anderem auch mithilfe des österreichischen Bankgeheimnisses konstruiert hat, ist kein österreichischer Bankenskandal: Bei einer Geschäftsverbindung mit dem größten italienischen Telekomkonzern muss man noch nicht notwendigerweise von vornherein an die berühmten „Freunde der italienischen Oper“ denken. Und als es die „Familie“ auf den Konten von RZB und Co. zu bunt zu treiben begann, wurde sie ohnehin gleich bei der Geldwäschebehörde verpfiffen. So, wie es das Gesetz vorschreibt. Alles unter Kontrolle also. Oder wie?
Leider nicht ganz: Die leidige Angelegenheit wird die Diskussion um das in Europa höchst umstrittene, weil sehr strikte österreichische Bankgeheimnis wieder in Gang bringen. Zwar sind die Zeiten vorbei, zu denen man in der Alpenrepublik sonnenbebrillt eine Bank betreten und aus dem Koffer einen Schüppel Geld auf den Namen „Donald Duck“ einzahlen konnte. Aber auch ohne anonymes Konto, das solches ermöglicht hat, ist das Land für Leute, die etwas zu verbergen haben, offenbar noch lukrativ genug. Das ist in Zeiten forcierter Geldwäschebekämpfung kein standortpolitischer Pluspunkt. Es wäre vielleicht nicht dumm, durch kluge Adaptierungen da Luft herauszulassen, bevor solche außenverursachten Skandale den Druck so groß werden lassen, dass wir zu gläsernen Konten à la Deutschland gezwungen werden. Denn das will wirklich niemand.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.03.2010)
















