11.02.2012 17:50 | Meine Presse Merkliste0

Diskutiert Bologna emotionsloser!

MARTINA SALOMON (Die Presse)

Zum Zehnjahresjubiläum wird gegen die europäische Studienarchitektur demonstriert. Vieles ist falsch gelaufen, aber tot ist sie nicht.

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Am Anfang stand eine goldrichtige Idee: Im Europa der offenen Grenzen sollten Studierende nicht durch unterschiedliche Studienordnungen aufgehalten werden. Doch auf dem Weg dorthin sind viele Fehler passiert. Der gravierendste: Man hat das dreigliedrige angelsächsische System gewählt, das in vielen Ländern – so auch in Österreich – nicht wirklich passt.

Der neue „Bachelor“ wurde zum Problemfall: weil er vom Arbeitsmarkt nicht angenommen wird, obwohl die Unis sogar zu viel Stoff hineingepresst haben. Die Studenten haben folgerichtig das Gefühl, im total verschulten Studium ihren Freiraum verloren zu haben. Nicht genug damit: Die internationale Mobilität ist sogar gesunken. Darüber muss man diskutieren, allerdings bitte in zivilisierterem Rahmen als jetzt. Wer, wie die Demonstranten vom gestrigen Donnerstag in Wien, „Fick die Uni, fick den Staat, fick Kapitalismus“ auf die Fahnen schreibt, ist nicht ernst zu nehmen.

Ganz totsagen sollte man den Bologna-Prozess noch nicht: Der Bachelor lässt sich sinnvoller gestalten, und die heimische Akademikerquote wird damit steigen – ein Ziel, das alle eint. Es ist auch in Ordnung, wenn nicht mehr so viele Studienabschlüsse wie bisher zum „Doktor“ führen. Da wird Österreich international schon lange als zu titelsüchtig belächelt. Die neue Studienarchitektur ließe sich retten, und nicht alles an ihr ist schlecht


martina.salomon@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2010)

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16 Kommentare
derpradler
12.03.2010 10:06
0 0

emotionsloser?

Bei dieser Regierung, die aus lauter Überfliegern und Brüssel-Kriechern besteht kann man, als VOLK, nur mit Provokationen arbeiten.
das müßte Sie ja wissen , als Vertreterin der angepaßten österreichischen Presse!?

Entropix
12.03.2010 10:05
0 0

wirklich bedauerlich

finde ich, dass eine seriöse Diskussion durch demonstrierende Wirrköpfe behindert wird, die ein wichtiges Thema für linken Agit-Prop missbrauchen.

Gast: Besserwisser
12.03.2010 07:09
0 0

Hat auch mit den verschiedenen Kulturen/Ansichten zu tun

Es ist auch eine Frage der verschiedenen Kulturen und Ansichten. Mittlerweile lebe ich in Holland und dort bekommt man als Bac. absolut eine Arbeit. Ist absolut kein Problem. Im dt.-sprachigen Raum, wird das Diplom aber auch (zurechterweise) mit dem Master gleichgestellt. Für jeden Arbeitsgeber ist es also so, als ob man mit einem Bac. nicht abgeschlossen hat. Mit was soll ein AG denn vergleichen. Wohl mit den Abschlüssen, die es früher gegeben hat. Europa wird zusammenbrechen, denn die Kulturen sind zu verschieden.


Gast: Lausbub
11.03.2010 19:20
0 0

Was ist ein hintangestellter "Master"?

Ich kenne den Bade-"Master", den Haus-"Master" etc. wobei der Letztgenannte in größeren Wohnanlagen sicher soviel wie ein höhergestellter Angestellter verdient. Nur mit dem Titel "Master" wird man sich besonders in Wien ein bißchen schwer tun, zumal dieses "Prädikat des/der Studieren" dem Namen in unverständlichen Verformungen nachzustellen ist und vermutlich kein Teil des Namens mehr ist.

Der "Bachlor" ist überhaupt eine "Herabwürdigung" jedes Absoventen eines mindest 6 semestrigen abgeschlossenen Hochschulstudiums, weil in der angelsächsichen Hochschultradition bereits 16-jährige (und nicht wie in Zentraleuropa 18-jährige nach der Matura / Abitur) in das Bachlorstudium eintreten. Daher hieß es früher oft, daß der angelsächsiche "Bachlor" einem zentraleuropäischen Maturanten/Abiturienten mit frühzeitiger Spezialisierung auf ein bestimmtes Fach entspricht. Jede mit dem Zusatz Diplom- od. diplomiert versehener Berufsbezeichnung wäre daher standesgemäßer als ein "Bachlor" mit dem Nachgeschmack eines "Fast-Akademikers"!.

Aber viel wichtiger als die Titelsucht wäre die Lösung der Frage: ist es wirklich sinnvoll, die Akademikerquote in jedem Bereich hinaufzupushen, wenn man jetzt schon weiß, daß man für diese Leute keine passenden Arbeitsplätze haben wird?


Antworten Gast: Lausbub
12.03.2010 02:15
0 0

Re: Statt "Bachlor" richtig "Bachelor".

derartige Rechtschreibfehler passieren leider, wenn es für ein englisches kein passendes deutsches Wort gibt. Die ursprüngliche lateinische Bedeutung "Junggeselle" entspricht nicht, weil es auch alte "Bachelor" geben wird. Am besten würde der der 2.Teil "Geselle" passen, weil die alten Handwerksbezeichnungen ohnehin bald vergessen sein werden !


roger
11.03.2010 18:55
0 0

Großer Mist

Hauptsache, die Akademikerquote steigt, dann scheint ja alles in Ordnung zu sein! Der Bachelor ist eine Missgeburt, um nicht zu sagen eine missglückte Abtreibung: in der Privatwirtschaft ist er nichts wert und im öffentlichen Dienst wird er zu benützt werden, billige Bedienstete einzustellen (siehe geplante Lehrerausbildung). Man hat ein funktionierendes, gut etabliertes System auf dem EU-Altar geopfert!

Antworten Gast: Odoaker
12.03.2010 10:31
0 0

Re: Großer Mist

Werter Roger, wann begreifen Sie und Ihresgleichen endlich, dass Bologna NICHTS mit der EU zu tun hat? Dieser dümmliche Reflex des die-in-Brüssel-sind-schuld und EU-Altar-blabla ist sowas von jenseitig.
Ist es so schwierig, sich umfassend zu informieren?

Antworten Antworten roger
12.03.2010 10:55
0 0

Re: Re: Großer Mist

Ach, und Sie und Ihresgleichen wollen allen Ernstes behaupten, dass das Bachelor/Master-System bei uns eingeführt worden wäre, wenn wir nicht in der EU wären? Der Euro hat wohl auch nichts mit der EU zu tun, die Schengen-Grenzen ebenfalls nicht, alles nur dümmliche Reflexe?

Wenn Sie lesen könnten, hätten Sie sicherlich verstanden, dass ich nicht Brüssel kritisiere, sondern unsere eigenen Politiker, die glauben, sie müssten allen Mist übernehmen, der von Brüssel kommt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Odoaker
12.03.2010 11:13
0 0

Re: Re: Re: Großer Mist

http://www.ond.vlaanderen.be/hogeronderwijs/Bologna/

Lesen - Verstehen.
Bologna ist kein Mist, der aus Brüssel kommt, Sie Ignorant.

Falsches wird nicht wahr, wenn Sie es wieder und wieder behaupten.

Antworten Antworten Antworten Antworten roger
12.03.2010 11:30
0 0

Re: Re: Re: Re: Großer Mist

Bologna ist ein Mist, und ohne der EU hätten wir dieses System niemals übernommen, Sie Dümmling.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten artemis70
13.03.2010 09:49
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Großer Mist

mein gott, roger, Sie sind unverbesserlich!
an "bologna" nehmen 47(!) staaten teil, davon sind also 20 nicht eu-mitglieder, z.b. die schweiz!
wenn sie keinen blassen schimmer haben, sollten Sie den mund nicht so weit aufreißen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten roger
16.03.2010 12:38
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großer Mist

1.) Ich reiße meinen Mund so weit auf, wie ich will.
2.) Nochmal: ohne EU hätten wir dieses blöde System nie übernommen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten artemis70
16.03.2010 16:41
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großer Mist

tun Sie, was Sie nicht lassen können.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Odoaker
12.03.2010 11:42
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Re: Re: Re: Re: Re: Großer Mist

Eigentlich ist das Perlen vor die Sau werfen, aber ein letztes Mal:
Die Gruppe der Bologna-Staaten besteht zu einem Gutteil auch aus Ländern, die nicht bei der EU sind und auch niemals sein werden.
Auch in Lateinamerika gibt es Bestrebungen, den Bologna-Prozess voranzutreiben.
Brüssel - Die Weltregierung, oder wie?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten roger
12.03.2010 14:01
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großer Mist

Diskutieren Sie Bologna emotionsloser! Oink?

Was in Lateinamerika passiert: ist mir herzlich wurscht.

Brüssel - die Weltregierung? Ist erklärtes Ziel der EU, die will doch genau so wichtig sein wie die USA! Vielleicht mit Odoaker dem I. als Kaiser?

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