12.02.2012 04:11 | Meine Presse Merkliste0

Dieser Klassenkampf ist dringend nötig

NORBERT MAYER (Die Presse)

Wem schadet es, wenn die öffentliche Schule für alle Kinder bis 14 gleich ist? Niemandem. Wem nützt es? Sehr vielen sonst früh Benachteiligten.

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In der guten alten Volksschule, die alle Kinder des Dorfes in einer Klasse zusammenfasste, bis zu acht Jahre lang, gab es eine frühe, ziemlich drakonische Differenzierung durch den Lehrer – die Eselsbank. Die Rauschkinder, die Verhaltensauffälligen, die Genies, all jene, die ganz einfach störten, wurden in die letzte Reihe verbannt, damit der Dorfschullehrer in aller Ruhe seine Favoriten fördern konnte. Letztere waren nicht immer die Besten, sondern die künftigen Bürgermeister und sonstigen Meister, jene, die sich am geschicktesten ins System fügten.

Die alte Eselsbank wurde mit der Zeit verpönt, stattdessen hat man sie, wenn man das Bildungswesen aus urbaner Sicht betrachtet, in modifizierter Form wieder eingeführt. Heute gibt es für die Kinder nach vier Jahren gemeinsamer öffentlicher Volksschule die Eselsklasse und die Aufsteigerklasse. Die meisten Kinder der Immigranten und Arbeiter, die Spätzünder, die lästigen Hochbegabten und die gewöhnlichen Verhaltensauffälligen landen in der Stadt in einer Hauptschule, die Söhne und Töchter der Mittel- und Oberklasse werden durch das Gymnasium gelotst – wahrscheinlich auch jene, bei denen der IQ nicht allzu spektakulär hochwächst. Irgendwo findet sich dann doch eine Privatschule, die dafür sorgt, dass die für das B-Beamtentum nötige Reife noch irgendwie geschafft wird. Mangel an diesem durchschnittlichen Phänotyp hat es in unserem Land schon lange nicht gegeben.

Aber ist diese egoistische Besitzstandswahrung, diese frühe Teilung in oben oder unten, tatsächlich auch klug? Die Zukunft unseres Landes, sagen betuliche Politiker und andere Funktionäre, liegt in der Bildung. Nur Staaten, die ihren Bürgern eine möglichst umfangreiche und qualitätvolle Ausbildung angedeihen lassen, seien im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig, heißt es. So wäre es also nur logisch, die bestmögliche Bildung ganz früh anzusetzen – in Kindergärten, die durch entsprechende Sprachkurse dafür sorgten, dass man Ernst machte mit der Integration der Zuwanderer und anderer Benachteiligter.


Ein Klassenkampf? Aber ja! Wir haben ihn dringend nötig. Und das ist erst der Anfang. Wer ermöglicht, dass alle Kinder bis zum 14., 15. Lebensjahr Chancengleichheit haben, indem sie gemeinsam eine öffentliche Gesamtschule besuchen, handelt volkswirtschaftlich vernünftig. So können versteckte Talente länger gefördert und auch Schwächen bekämpft werden. Soziales Lernen bedeutet diese Schule für alle. Insgesamt wird das auch den Zugang zu Hochschulen fördern. Es ist ein Skandal, dass hierzulande nur elf Prozent der Arbeiter- und Bauernkinder in den Genuss höherer Bildung kommen. Beinahe 90 Prozent der heute in Österreich angebotenen Jobs verlangen höhere Qualifikationen. Die müssen wir möglichst viele unserer Kinder und Enkel erlernen lassen.

Damit die Gesamtschule erfolgreich wird, sollte sie vor allem als Ganztagsschule angeboten werden, weil die Begabten und die Schwachen differenziert unterrichtet werden müssen. Flexiblere Lehrpläne sind anzuraten. Ein Gymnasium für alle muss alles Mögliche lehren können.

In solch einer Schule sind menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die Lehrer Voraussetzung. Viele Konferenzzimmer, in denen Stunden vorbereitet, Korrekturen gemacht werden, ähneln heute Legebatterien für unglückliche Hühner.

PS: Wer die Gesamtschule ablehnt, sollte Alternativen geboten bekommen. Warum nicht auch Chancengleichheit für exzellente Privatschulen? Schaffen wir zwei, drei, viele Schotten-Gymnasien!


norbert.mayer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2010)

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29 Kommentare
 
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Cymry
22.05.2010 11:56
0 0

Es wir nicht unbedingt schaden,

aber auf jeden Fall den Privatschulen zu gute kommen. Privatschulen waren auch bisher bereits der Goldstandard des Bildungswesens.

Gast: PENSIONÄR
21.05.2010 22:46
0 0

mehr Ausbildung als allgemEinbildung

Es geht nicht gegen die Gesamtschule - sondern - auch wenn meine früheren Genossen dies nicht verstehen oder zugeben wollen - es geht gegen die NIVELLIERUNG NACH UNTEN!
In Finnland, Schweden und den anderen nordischen Ländern ist das wegen der restriktiveren Schulorganisation (Fördern und FORDERN) etwas anderes.

Merke: Schulzeit ist auch Lebenszeit

Arethas
21.05.2010 22:40
0 0

Und woher...

... kriegen wir die Schotten her für die vielen Gymnasien?

Aber im Ernst, Herr Mayer, Sie sind diesmal entschuldigt. Da es ja offensichtlich darum ging, mit "Muss" ein Kontra zu schreiben, musste ja irgendwer den Unsinn beisteuern. Ich nehme also an, Sie haben halt den redaktionellen Vorgaben entsprechend gehandelt, und glauben nicht wirklich, was Sie schreiben.

0 0

Wenn schon alle gleich gemacht werden sollen -

- dann nicht nur ein "Allerweltszeugnis" ausstellen, sondern echte Intelligenzmessung - die Russen unterrichten zB Schach - das wäre eine gute Vorbereitung für einen mensaähnlichen Abschlußtest:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/318/304294/spiel/

Sollten auch gleich alle besserwissenden Schlaumeier absolvieren


Gast: gast
21.05.2010 12:55
0 0

und woher nehmen wir das Geld?

Wenn wir für die neue/gesamte/wie auch immer-Schule das nötige Geld für individuelle Förderung und Begleitlehrer haben, warum haben wir's dann nicht auch jetzt? Zusatzlehrer und bessere Lehrerausbildung für Volks-/Hauptschule um einen Übertritt in eine AHS-Oberstufe oder eine BMS/BHS zu schaffen und wir können die Debatte wie das Ding jetzt heißen soll endlich vergessen.
Und ohne Geld schafft auch die gemeinsame Schule nur einen nach unten orientierten Einheitsbrei..

galli leo
21.05.2010 12:26
0 1

ein toller artikel!

mit einer einschränkung: der letzte absatz!

ich habe kein problem mit privatschulen, sicherlich auch nicht mit elite-privatschulen.
aber bitte erst ab 14 !!!
in eliteschulen für intellektuell oder finanziell hochbegabte mag ja der stoff intensiver gelehrt werden. aber all die anderen dinge, die noch viel wichtiger für die entwicklung eines kindes und seine sozialisation sind, lernt man in ghettos wesentlich schlechter.

Antworten Gast: leo galli
21.05.2010 13:28
2 0

Dein grosses Vorbild

- Karl Marx - lebte vom Kapital. Nur von dem eines Anderen, naemlich von dem Friedrich Engels'. Genau in Nobelviertel Highgate mit seinen vielen Privatschulen. Die koennen sich aber nur die wirklich G'stopften leisten. Also ab mit der Mittelklasse in den Keller.

Antworten Antworten galli leo
21.05.2010 13:40
0 0

Re: Dein grosses Vorbild

"Also ab mit der Mittelklasse in den Keller"

die finnischen kinder werden im keller unterrichtet?

ist das vorbild für die finnen karl marx?

ist die soziale situation in finnland angespannter als in highgate/london/GB?

Gast: Gast 3
21.05.2010 11:07
1 0

Vorurteile...

Dieser Beitrag trieft nur so von Vorurteilen, was die Volksschullehrer betrifft.(Offenbar sind damit die Dorfschullehrer gemeint).Die sind in Wirklichkeit arme Hunde, auf die von allen Seiten Druck ausgeübt wird, nur jeden die Berechtigung für die AHS
auszusprechen. Die lästigen Hochbegabten findet man in der HS auch eher selten- ist auch so ein Vorurteil, mit dem sich bequem für die Gesamtschule Stimmung machen läßt.Dabei vergißt man, dass das finnische Schulmodell in Finnland unter den gegebenen Rahmenbedingungen gut funktioniert, unter den österreichischen Rahmenbedingungen wahrscheinlich ins totale Chaos führen würde,,,

tomschi
21.05.2010 09:49
1 0

Das alte Märchen von der Chancenungleichheit

"Es ist ein Skandal, dass hierzulande nur elf Prozent der Arbeiter- und Bauernkinder in den Genuss höherer Bildung kommen."
Herr Mayer, reden Sie doch einmal mit Arbeitern und Bauern und fragen sie, was sie von "Gstudierdn" halten. Sie werden sofort feststellen, warum deren Kinder keinen großen Bildungsdrang verspüren. Man muss dafür nicht einmal verheimlichen, dass man selbst Akademiker ist. Im besten Fall hört man: "Aber Du bist eh anders." "Und ich dachte immer, Du hast eine anständige Arbeit" hat aber auch schon einmal ein guter Bekannter zu mir gesagt.

Antworten Gast: pensionär
21.05.2010 22:56
0 0

Re: Das alte Märchen von der Chancenungleichheit

Früher sagte man - der große Sohn, der kräftige, der kann arbeiten, der übernimmt den Hof. Den Schwachen müssen wir halt Pfarrer lernen lassen.

Im alten kommunistischen Ungarn musste man zuerst einen Beruf erlernen und durfte dann auf Kosten der Firma studieren.

Früher mussten sich die Häuptlinge ihre Position durch besondere Leistung erwerben. Heute kann jeder Indianer nur durch die "Larvenschau" schon Häuptling werden.

Antworten galli leo
21.05.2010 12:17
1 0

Re: Das alte Märchen von der Chancenungleichheit

und genau deshalb wäre es wichtig, diese weichenstellung für das weitere leben nicht mit 10 jahren sondern erst später zu machen!
mit 14 lassen sich begabungen wesentlich leichter erkennen.
und mit 14 lassen sich kinder nicht mehr so leicht von bornierten eltern in eine schublade pressen.

Antworten Antworten tomschi
21.05.2010 12:35
1 0

Re: Re: Das alte Märchen von der Chancenungleichheit

Ich z.B. komme aus einer Arbeiterfamilie und habe die Hauptschule gemacht. In keinster Weise war das eine Weichenstellung für meinen weiteren Bildungsweg.

antikarl
21.05.2010 08:45
3 0

ich habe 2 Schuljahre

in der Hauptschule verloren, weil ein geregelter Unterricht nicht möglich war. Ab 5 Ruhestörer wird es kritisch! Aber der 3.HS ging es wesentlich besser weil diese Sitzenbleiber ausgeschieden waren. Meinetwegen Gesamtschule, aber bitte getrennte Klassen.

3 0

Null Ahnung, Herr Mayer!

Haben Sie erlebt, was rauskommt, wenn in einer Klasse uninteressierte Rüpel gemeinsam mit aufgeschlossenen, leistungsbereiten Kindern von frustrierten Lehrern unterrichtet werden?

Dann kommt raus, dass "in der vierten Klasse der Stoff der zweiten Klasse unterrichtet werden muss, weil einige Kinde den Stoff der zweiten Klasse noch nicht beherrschen" (das ist ein Originalzitat von Klassenvorstand und Mathe-Lehrerin in einer 4. Klasse HS in Wien!).

Wird eine Klasse eines Gymnasiums dadurch besser, weil auch noch ein paar bildungsunwillige Rüpel drinnen sitzen?
Ach ja: die kriegen dann (wenn's gut geht) einen "Begleitlehrer". - Warum kriegen die dann nicht auch gleich ein anderes Klassenzimmer, damit sie die anderen, leistungsbereiten Kinder nicht stören?

Herr Mayer, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie "als Blinder von der Farbe" schreiben!

Antworten Gast: DI deine mutter
09.06.2010 14:59
0 1

Re: Null Ahnung, Herr Mayer!

und die lernunwilligen kinder sind mit ihrem unwillen gesegnet? schwachsinn

Herr DI, von nix eine ahnung aber hauptsache das maul aufreißen!

herzlichst,

deine mutter


Antworten byrig
21.05.2010 21:58
0 1

Re: Null Ahnung, Herr Mayer!

voll ihrer meinung!der herr mayer muss entweder ein in der wolle gefärbter linker sein,oder er ist einer der bürgerlichen idioten,die schon lenin beschrieben hat.
von dieser sorte gibt`s in der övp inzwischen auch schon genug-angefangen von der steirermafia unter diesem schilcher bis hin zu dem hernn leitl.

Antworten Gast: Frau Herr
21.05.2010 15:33
0 0

"Bildungswillige und -unwillige Kinder" ?!?

Kinder sind neugierig, sie lernen gerne, wenn man ihre Interessen erkennt und unterstützt.
Nicht von Ungefähr nennt man die Neugierde gerne ein "kindliche".

Es ist großartig, zu sehen, welche Lebensfreude Kinder haben, wenn sie lernen "dürfen" und unsere Verantwortung als Erwachsene besteht darin, sie in ihrerm natürlichen Drang nicht zu behindern!

0 0

Re: bildungswillige/-unwillige Kinder

Ihre Verallgemeinerung verstelle die Sicht aufs Problem.
Wenn jedes Kind einen persönlichen "Coach" hat, kann das wohl funktionieren.
Meist sind das Eltern, erwachsene Freunde oder (in Einzelfällen) gute Lehrer.
Nur: wenn einer halben Klasse (oder noch mehr) diese familiären Coaches fehlen, schaffen das die Lehrer nicht mehr, selbst wenn sie's wollen - schon gar nicht im "Fachlehrer-System", das aber bei gehobenen Bildungsansprüchen unverzichtbar ist.
Das Problem wird verstärkt, wenn diese Kids zu viele in der Klasse sind.

Ja: auch früher hatten wir Kollegen, die prahlten: "Ich bin ja nicht blöd, dass ich was lern'" - die waren aber mangels Erfolges recht schnell aus der Klasse bzw. aus der Schule draußen - der Rest konnte in einer einigermaßen leistungshomogenen Klasse in Ruhe lernen und hat die Schule und dann das Leben gemeistert.

Antworten Antworten Antworten Gast: Frau Herr
21.05.2010 19:13
0 0

Antwort

Ich wünsche mir eine Schule, in die Kinder gerne gehen, weil sie dort Interessante Dinge lernen können, und in die Lehrer gerne gehen, weil sie sich die Zeit nehmen können um herauszufinden, wie sie welchem Kind am besten dabei helfen können.

Ein Utopie? Ja, zweifelsohne.

Darüber hinaus ein klarer politischer Standpunkt, von dem aus man konkrete Schritte tun kann, behutsam und aufmerksam auf das jeweils Mögliche, das sonst vielleicht gar nicht in den Blick kommen würde...

Gast: Richard
21.05.2010 05:28
0 0

Alles verstehen?

Warum muss jeder Schüler ALLES verstehen? Glauben Sie wirklich, dass das das Ziel von Unterricht sein muss?
Es gibt in jedem Gegenstand interessierte und weniger interessierte Schüler. Bis zum 14.LJ sollen ja die Schüler herausfinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und sich dann entscheiden können.
Ich finde es anmaßend von vielen Lehrern (vor allem in der AHS- Unterstufe) dass sie sich das Recht herausnehmen Schüler, die weniger Begabung oder Interesse haben, zu beschimpfen oder vor der Klasse bloß zu stellen!
Was wirklich geändert gehört ist die
Lehrerausbildung. Der Begriff "Lehrer" muss neu definiert werden, erst dann wird es zu einer wirklichen Systemänderung kommen!

Gast: Gähn
21.05.2010 00:17
4 0

Blablabla

Schulscheck einführen und die Leute können es sich aussuchen und mit den Füssen abstimmen, welche Schule sie bevorzugen. Kostet nicht viel, spart Geld und ist effizient.

Timberwolf
20.05.2010 22:45
2 0

Sehr geehrter Herr Mayer!

Sie treten also für eine Gesamtschule ein, in der zwischen Begabten und Schwachen differenziert wird, die unterschiedlich unterrichtet werden - mir entzieht sich hier der Unterschied zum derzeitigen System.
Weiters möchte ich anmerken, dass es auch in Gymnasien bzw. höheren Schulen zu einer Nivellierung nach unten kommt; Begabte langweilen sich also im Unterricht, weil der Stoff mehrmals durchgekaut wird, damit ihn ja alle verstehen. Soviel zu Ihrer Behauptung, es gäbe keine "Verlierer" in einer Gesamtschule. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem Land, in dem Begabung, Wissen und Können noch immer der Mehrheit suspekt sind, eine wirksame Förderung der Talentierten möglich wird.

Antworten galli leo
21.05.2010 12:22
0 0

Re: Sehr geehrter Herr Mayer!

das von ihnen beschriebene symptom des 'langweilens' liegt aber ausschließlich im verantwortungsbereich des lehrers.

wird nicht im rahmen der forderung nach einer gesamtschule immer wieder darauf hingewiesen, dass der status-quo bez. 'fähigkeiten' des lehrers in der regel nicht ausreichen wird?
beharren wir also auf unserem ineffektivem und teurem schulsystem, weil wir die lehrer bewahren wollen vor veränderungen?

Mr. Bond
20.05.2010 22:44
0 0

Schule

Halt ich ja für sehr wahrscheinlich, dass 90% der Jobs in Österreich eine "höhere Qualifikation" als eine Hauptschule voraussetzen...und natürlich brauchen wir in Zukunft auch keine Facharbeiter mehr, lieber machen alle einen "höheren" Abschluss...es ist doch wohl auch von Bedeutung, dass es Leute gibt, die eine Lehre machen und dadurch wichtige Berufe besetzen...scheint also nicht ganz durchdacht, der Plan...

Tom93
20.05.2010 19:56
1 5

pure vernunft in einem presse-kommentar!

ich muss mir wirklich die augen reiben ob so viel sachverstand und empathie für die verdammten dieser erde. wach ich oder träum ich?

herr mayer ist ganz am schluß, gottlob, noch eingefallen, FÜR WEN er hier schreibt, nämlich für die "Mittel- und Oberklasse" deren "Söhne und Töchter ...durch das Gymnasium gelotst werden – wahrscheinlich auch jene, bei denen der IQ nicht allzu spektakulär hochwächst" und hat noch schnell ein plädoyer für privatschulen im allgemeinen und fürs schottengymnasium im besondern eingeschoben. damit niemand ihm vorwerfen kann, er würde einem humanistischen impuls zu mehr bildung für alle zu sehr nachgeben. gerade noch mal die kurve gekratzt, aber ansonsten: volle zustimmung.

 
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