25.05.2012 17:54 | Meine Presse Merkliste 0

Die schwierige Mission des Generals

WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Es braucht in Afghanistan vor allem politische Lösungen, um dem Untergrundkampf wirksam entgegenzutreten.

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Irgendwie wirkte der deutsche Sanitätsoffizier fast gelangweilt, als er der „Presse“ das hochmoderne Feldlazarett im Bundeswehrcamp in Kunduz zeigte. Damals, im Jänner 2004, stand es völlig leer, der Offizier hatte – zum Glück – keine Patienten. Heute ist das Gebiet um die nordafghanische Stadt Kunduz längst keine relativ friedliche Oase inmitten des Kriegsschauplatzes Afghanistan mehr. Die Zeiten von „Warmbad Kunduz“, wie Deutschlands Verbündete die Region süffisant nannten, sind vorbei.

Mittlerweile haben die Taliban in ganz Afghanistan an Boden gewonnen und zeigen, dass sie auch nach fast zehn Jahren Krieg keineswegs bereit sind aufzugeben. Mit diesem Problem ist nun der neue Oberkommandierende in Afghanistan, US-General David Petraeus, konfrontiert. Dass es dabei nicht nur um ein „Taliban-Problem“ geht, macht die ganze Angelegenheit kompliziert.

Die internationalen Truppen in Afghanistan kämpfen nicht nur gegen die Milizionäre des harten Taliban-Kerns. Sie sind auch mit lokalen Aufständen gegen die Regierung von Präsident Hamid Karzai konfrontiert – und mit Bewaffneten, die sich für den Tod ihrer Angehörigen bei Nato-Militäraktionen rächen wollen.

Es braucht daher politische Lösungen, um dem Untergrundkampf den Wind aus den Segeln zu nehmen. Andernfalls wird sich Petraeus schwer damit tun, die Lage militärisch zu stabilisieren. Ob die völlige Zerschlagung des harten Kerns der Taliban gelingt, ist ohnehin ungewiss. (Bericht: Seite 3)


wieland.schneider@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2010)

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2 Kommentare
Gast: 985
04.07.2010 19:07
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Raus aus Afghanistan

der Krieg ist bereits verloren.

Eine Bevölkerung die die Taliban-Schlächterei so schnell verdrängt hat und nicht bereit ist deren Wiederkehr - über alle Clangrenzen hinweg - entschieden zu verhindern wird bekommen was sie verdient hat.

So wie wir hier.

Die Flüchtlinge aber dann bitte in andere islamische Länder (es gibt ja 70 davon) (z.B. SaudiA in exterritorialen, von US-UNO-Soldaten überwachten Flüchtlingscamps ) auf deren Kosten - nicht wieder nach Österreich. Wenn die die Lasten ihrer Taliban-Unterstützung mal zu tragen haben hat das eventuell einen gewissen Lerneffekt.

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Weg mit Karsai!

Nicht nur der sprichwörtliche Fisch beginnt vom Kopf zu stinken. Das eigentliche Problem in ähnlich wie Afghanistan umkämpften und innerlich zerrissenen Ländern ist IMMER die jeweilige politische Führung; bzw. der Mangel an deren Legitimität!

Woran soll man sich bei der oft zitierten"Nationbuilding" in Afghanistan denn eigentlich halten, wenn man dem Präsidenten einen Wahlschwindel der allerärgsten Kategorie einfach durchgehen läßt und hinter behauptet: Besser eine getürkte Wahl als gar keine!

Dem General Petraeus wird es nach einiger Zeit vermutlich so ergehen, wie seinem Vorgänger McChrystal: Er wird nur noch Frust schieben! Zwar gilt jetzt ein absolutes Schweigeverbot gegenüber Medien, welche die "richtige" Stimmung am Hindukusch verbreiten könnten. Aber im Endeffekt ist es ohnehin egal: DIESER Krieg kann niemals gewonnen werden, denn völlig egal, was die allierten Truppen auch immer machen: Die Zahl der Feinde wird so und so immer größer. Denn auch der, der unter "freundlichem Feuer" stirbt, hat Angehörige, die ihn rächen wollen...


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