11.02.2012 07:14 | Meine Presse Merkliste0

Der Schweizer EU-Pelz

WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Warum die Schweiz die EU-Partner nervt, und warum die Eidgenossen zeigen, dass es auch für die Türkei keinen Sonderweg geben kann.

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Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. So hätten es die Schweizer gerne gehabt. Sie wollten ordentlich vom EU-Binnenmarkt profitieren, aber dafür keine Souveränität abgeben. Die Folge sind 120 bilaterale Abkommen mit der EU, die eigentlich nur beide Seiten nerven. Nachdem sich EU-Recht ständig ändert, muss das Konstrukt mit der Schweiz nämlich andauernd angepasst werden. Das ärgert die EU-Regierungen und bringt die Eidgenossen an den Rand der Verzweiflung. Denn sie dürfen in der EU ja nicht einmal mitentscheiden, was sie später irgendwie doch wieder übernehmen müssen.

In Österreich wird gerne darauf verwiesen, dass es die Schweiz mit der EU klüger angelegt hat. Doch dabei wird übersehen, dass die Eidgenossen immer mehr zu Getriebenen werden, die Schritt für Schritt unangenehme Regeln wie etwa jene zum Finanzmarkt oder zur Besteuerung von Unternehmen übernehmen müssen – all das als Preis für ihre Partizipation am Binnenmarkt.

Das Sondermodell Schweiz/EU zeigt, dass es letztlich auch für andere Länder wie die Türkei kaum einen Mittelweg geben kann. Denn einerseits ist es für Partnerländer unzumutbar, dass sie nicht in EU-Entscheidungen eingebunden werden, andererseits ist es für EU-Staaten unzumutbar, dass sie hohe Mitgliedsbeiträge zahlen, Kompromisse bei gemeinsamen Entscheidungen eingehen und dann noch auf Partner Rücksicht nehmen sollen, die finanziell wie politisch weit weniger investiert haben. (Bericht: Seite 3)


wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2010)

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42 Kommentare
 
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Gast: KdN
03.08.2010 07:55
0 0

Nieeee!

Das sind die nächsten Staaten, die zur EU stossen:
Island (pleite), Kroatien, Mazedonien, Türkei.

Potentielle Beitrittskandidaten:
Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Serbien.

Na dann viel Spass!
Lieber klein aber fein! Lieber ein Staat in dem die Regierung sich noch um die eigene Bevölkerung kümmert. Nicht zu vergessen, die direkte Demokratie! Die geben wir nieeeee auf!

Gast: mysterium
30.07.2010 17:26
0 0

Schon interessant, dass ein Land wie Belgien - höchst verschuldet und korrupt -

doch interessanterweise nie in den Schlagzeilen den Ratspräsidenten stellen darf.

Gast: mysterium
30.07.2010 13:32
1 0

Schon aus der Masse der bürokratischen Regeln

und Verträge kann man ersehen, welch schlechten Weg die EU eingeschlagen hat. Brüssel hat weltweit den weitaus größten Papierverbrauch.
Die Schweiz wäre blöd der EU beizutreten.

Gast: radius
30.07.2010 13:15
0 0

Bekommt die Schweiz auch Milliarden

Vorbeitrittshilfe wie die Türken? Hab ich da was verpasst?

1 0

Schweizer sind stolz Schweizer zu sein!

Die haben noch Charakter und Nationalbewußtsein!

"Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen."

In Österreich wäre solch eine patriotische Haltung bereits terrorgefährlich!

Gast: pensionär
29.07.2010 22:38
0 0

Vielleicht

lesen die Schweizer gerne in den Schriften von Leopold KOHR (Das Ende der Großen) und in der Wirtschaftstheorie von Joseph Schumpeter - übrigens beide gute Österreicher.

Stoppt Schicklgruber und die Zensur!

Es ist eine bodenlose Frecheit. Die Schweiz ist unabhängig und souverän. Sit hat mit der UE Verträge und hält Ihre Verpflichtungen ein.

Nun will man ihr eine Gleichschaltung aufzwingen, genau wie Schicklgruber es damals mit Oesterreich und andere Länder tat.

Automatische Übername des Acquis Communautaire ist bloss die neue Name für Gleichschaltung!

Stoppt den IV. Reich

Es ist eine bodenlose Frecheit!

Die Schweiz ist unabhängig und souverän. Sit hat mit der UE Verträge und hält Ihre Verpflichtungen ein.

Nun will man ihr - ohne Rücksicht auf ihre demokratische Selbstbestimmung - eine Gleichschaltung aufzwingen. Genau wie Schicklgruber es damals mit Oesterreich und andere Länder tat.

Automatische Übername des Acquis Communautaire ist bloss die neue Name für Gleichschaltung!

0 3

Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

...außer höchstwahrscheinlich die Schweiz selber. Grenzen dicht machen und Geldflüsse von EU-Bürgern in die Schweiz hoch besteuern.

Antworten Gast: mysterium
30.07.2010 13:18
0 0

Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

Sie sind wohl ein Fan von Hitler und seinem 3. Reich, dem ist es gelungen, Österreich mit der Tausend-Mark-Sperre in die Knie zu zwingen.

0 0

Re: Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

Das nicht gerade. Aber jedenfalls bin ich kein Fan eines Landes, das es sich mit Geld von umgekommenen Opfern des Holocausts auf schweizer Banken gemütlich macht. Und noch dazu die Grenzen für Verfolgte des Dritten Reiches dicht gemacht hat. Diese Dichtheit sollte mal umgekehrt werden...

Antworten Antworten Antworten Gast: mysterium
30.07.2010 17:22
0 0

Re: Re: Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

Rache war schon immer ein schlechter Ratgeber.

Ein "hochentwickeltes" Europa muss auch ein Land, das nicht beitreten möchte, aushalten oder steht Europa wirklich schon so schlecht?

Antworten Gast: Super Ösi
29.07.2010 20:27
0 0

Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

Na, na, seits denn wirklich so verzweifelt in Ösistan?

Antworten Gast: Hallali
29.07.2010 20:20
1 0

Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

genau. Dann könnten die Schweizer alle EU Bürger rausschmeissen die es dann nicht mehr braucht und hätten es endlich wieder schön.......

0 0

Re: Re: Abkommen mit der Schweiz braucht keiner...

Genau. Sind eh hochqualifizierte Kräfte, die den IQ-Schnitt der CH nach oben treiben. Die finden in der EU allemal Beschäftigung.

Herberti
29.07.2010 08:54
4 0

Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

Die Schweiz und die EU nerven sich gegenseitig.

Uns dagegen nervt nur die EU.

Unter anderem deshalb wollen inzwischen schon mehr Österreicher der Schweiz beitreten als bei der EU bleiben.

Antworten Gast: pensionär
29.07.2010 22:40
0 0

Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

Auch viele Deutsche würden das gerne.

Antworten galli leo
29.07.2010 10:52
0 3

Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

"Unter anderem deshalb wollen inzwischen schon mehr Österreicher der Schweiz beitreten ..."

...behauptet die so seriöse weltwoche!
die ja ÜBERHAUPT nichts zu tun hat mit der ihr eigenes süppchen kochenden millionario-partie rund um blocher zu tun hat.

Antworten Fritz
29.07.2010 09:21
1 0

Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

"...wollen inzwischen schon mehr Österreicher der Schweiz beitreten als bei der EU bleiben."

Machen sie eine Volksabstimmung, dann müssten Sie ja einen fulminanten Sieg einfahren.

Antworten Antworten Gast: mysterium
30.07.2010 13:23
0 0

Volksabstimmung ist aber schon gefährlich,

könnte ja sein, dass vorher die EU in Österreich einmarschiert und diese verhindert. Ach ja, das geht ja mangels EU-Heer nicht, dafür setzt es dann halt wieder SANKTIONEN.

Antworten Antworten Ch. Seidl
29.07.2010 11:57
0 0

Re: Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

Und nach der Volksabstimmung fragt sich dann nur noch, ob die Schweizer diese Österreicher überhaupt haben wollen.

Antworten Antworten Antworten Fritz
29.07.2010 12:39
0 2

Re: Re: Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

So ist es!!!
Aber bei einem Wahlsieg würden die "Sieger" dumm schauen, wenn Sie die Schweizer Standards übernehmen müssten:
25 % ausländische Kollegen
41,6 Stunden Woche
Pension mit 64/65
Mindesturlaub 20 Tage
Studiengebühren von € 425,- bis € 2000,- pro Semester.
Kinderbetreuungsgeld nur 14 Wochen lang.

usw. usw. Aber das sehen diese
Separatisten nicht. Sie würden sofort wieder ins EU Paradies zurückwollen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Nick
29.07.2010 20:19
1 0

Re: Re: Re: Re: Der Unterschied zwischen der Schweiz und der EU ist folgender:

Ja, ja.... und dafür haben die Ösis Schulden am Arsch bis zum abwinken......

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Pfeifen im Wald?!


Betrachtet man aktuelle Debatte genauer [1], so offenbart sich die Absurdität der Argumentation: Die Schweiz soll ihre Souveränität aufgeben, damit sie von innen aus zusehen kann, wie über sie bestimmt wird.

Was die EU will, ist nichts anderes als ein Blankoscheck der Schweizer, rechtliche Veränderungen automatisiert zu übernehmen. Zugleich tut sie dies aus einer jämmerlichen Position der Schwäche heraus (Arbeitslosigkeit, fehlendes Wachstum, Schulden) und einem Exportüberschuß von rd. 20 Mrd pro Jahr, ist doch die Schweiz der zweitgrößte Abnehmer nach den USA.

Dieses überkompensatorisch großkotzige Auftreten der EU-Dressurelite nicht nur den eigenen Bürgern sondern auch den Nachbarn gegenüber beginnt langsam aber sicher unangenehm zu werden. Einmal mehr: Wer Probleme hat, macht Probleme.

[1] Schweizer Fernsehen, Der Club: "Die Schweiz und Europa - in der Beziehungskrise?"

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=543b73e1-29db-49cc-9e6b-2a6b7761ce54

Antworten galli leo
29.07.2010 10:56
0 2

Re: Pfeifen im Wald?!

wenn die schweizer ihr liedlein im schweizer wald pfeifen wollen, dann können sie es eh tun!

aber bitte nicht auf der angrenzenden eu-wiese!

Antworten Fritz
28.07.2010 21:12
3 9

Re: Pfeifen im Wald?!

"...ist doch die Schweiz der zweitgrößte Abnehmer nach den USA."

Wie soll ich das verstehen? Meinen Sie dass die Schweiz der 2. größte Importeur aus der EU sein soll?

Die Schweiz importierte 2007 aus der EU Waren im Wert von ca 152 Milliarden SFR und exportierte aber nur Waren im Werte von 128 Milliarden SFR. Somit hat die Schweiz ein Handelsdefizit gegenüber der EU von ca 24 Milliarden SFR.

Also die EU ist somit sicher nicht in der "jämmerlichen Position der Schwäche"!

Ganz sicher aber ist die Schweiz NICHT der 2. größte Abnehmer von EU-Waren, wie Sie das offenbar behaupten!

 
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