25.05.2012 17:56 | Meine Presse Merkliste 0

Fidel Castro ist aufgewacht

WOLFGANG GREBER (Die Presse)

Der 84-Jährige gibt zu, dass das „Kubanische Modell“ nicht mal mehr auf Kuba funktioniert.

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Schon oft wurde gemunkelt, dass Kubas Sozialismus ein Auslaufmodell sei. Dass Castro und Co. einmal aufwachen würden, dass Alter kein Hindernis für Einsicht sein müsse, auch nicht bei Hardcore-Ideologen. Nun berichtet ein US-Journalist aus Havanna, dass Castro auf die Frage, ob man Kubas Staatssystem noch exportieren könne, antwortete: „Das kubanische Modell funktioniert nicht mal mehr bei uns selbst.“

Also da hat man echt das Gefühl, der linke Revolutions-Jesus Fidel Castro sei ins Lager seiner bösen rechten kapitalistischen Kritiker gewechselt. Aber das soll kein Grund für Spott sein: Es war seit Jahrzehnten für Menschen ohne rosa Ideologiebrille klar, dass ein realsozialistisches System der Entmündigung auf Dauer null Zukunft hat, da kann es noch so sozialromantische Vorzeigefacetten wie Gratis-Medizin- und Schulsysteme haben. Auch Castro konnte sich lange als ewiger Guerillero des Guten gerieren, aber das gut gemeinte Gegenteil von Liberalismus und Marktwirtschaft, die beide kritikwürdig sind, funktioniert schon gar nicht – besonders, wenn man es mit einem Spitzelsystem und der Beschneidung bürgerlicher Rechte verknüpft.

Dass Kubas Experiment allerdings dermaßen gescheitert und die Insel in Armut versunken ist, liegt auch an der noch peinlichen Boykotthaltung der USA. Diese sollten wieder Handel, Tourismus und politischen Verkehr zulassen, damit die Kubaner die Scherben aufkehren und alles neu aufbauen können. Und was immer das sein wird: Marxistisch wird's gewiss nicht mehr. (Bericht: Seite 6)


wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2010)

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3 Kommentare
Gast: Luzifer
12.09.2010 14:10
0 0

Es war alles nicht so gemeint! Es war alles nur ein Spaß!

Ein Armutszeugnis mehr für unsere Journalisten, wie sie auf jeden "Schmäh" prompt hereinfallen!!

komajo
10.09.2010 06:57
1 0

Wir er für seine Verbrechen

zahlen müssen? Wahrscheinlich nicht. Auch Mao hat noch sein Mausoleum. Die Wahrheit ist nicht allen zugänglich - leider!

kahuna
10.09.2010 04:32
3 0

Nonsense

Zitat:..Dass Kubas Experiment allerdings dermaßen gescheitert und die Insel in Armut versunken ist, liegt auch an der noch peinlichen Boykotthaltung der USA...

1. Ziel des Kommunismus war es NIE eine herzige liebe & nette Alternative zum Kapitalismus zu sein, sondern diesen zu beseitigen, weil er ihm überlegen sein sollte
2. m.W. nach hat Europa resp. EG-EU gegen Kuba nie ein Handelsembargo verhängt. Genützt hat es Kuba trotzdem nichts
3. das US-Handelsembargo würde bei polit. Reformen sofort fallen. Warum hat Castro die nicht schon 1989 in die Wge geleitet?

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