25.05.2012 17:59 | Meine Presse Merkliste 0

Hundstorfer wird nicht arbeitslos

KARL ETTINGER (Die Presse)

Bei den Pensionen wird sich der Sozialminister mit ein paar Aktionen über das Budget 2011 retten. Reformen erspart ihm das nicht.

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Ihre Spaziergänge in der milden Septembersonne, den Heurigenbesuch oder den Abstecher in eine Therme können die zwei Millionen Pensionisten noch in aller Ruhe genießen. Erst im November wird endgültig geklärt, wie hoch der Beitrag der Senioren und der Generation 50plus ist, damit der Finanzminister die Schulden im Budget 2011 einigermaßen in den Griff bekommt.

Mehr als acht Milliarden Euro muss der Bund inzwischen allein bei ASVG-Versicherten, bei Bauern und beim Gewerbe pro Jahr aus dem Budget zu den Pensionen zuschießen. Die 250 Millionen Euro, um die Sozialminister Hundstorfer die Ausgaben nun einbremsen muss, wird er vor allem aus Einmalmaßnahmen bei der Pensionserhöhung zusammenkratzen. Noch dazu, da die Seniorenorganisationen ohnehin signalisieren, dass sie heuer nicht auf die Barrikaden steigen werden, sondern bereit sind, den Ressortchef beim Sparen zu unterstützen. Bravo!

Der wendige Sozialminister darf sich nur keinen Illusionen hingeben. Mit den erwarteten Abstrichen für Bezieher höherer Pensionen, die die Regierung als Beitrag für mehr soziale Gerechtigkeit gebührend vermarkten wird, ist es nicht getan. Auf Hundstorfers langer Werkbank warten unangenehme Einschnitte bei Hackler- und Invaliditätspensionen. Im Gegensatz zu 300.000 Arbeitnehmern ohne Job braucht Hundstorfer also sicher keine Angst haben, dass er demnächst arbeitslos wird. (Bericht: Seite 1)


karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2010)

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3 Kommentare
Steininger
10.09.2010 16:43
0 0

Warum nicht mal unangenehme Einschnitte bei Beamtenpensionisten?

Warum muss immer bei den Schwächsten zuerst gespart werden?
Ausgerechnet Invalide sollen zum Handkuss kommen. Aber Hofräte? Nein, nie!
Wollte man sich wirklich was sparen dann könnte man einen Höchstbezug bei der Witwen/Witwerpension einführen!

Gast: Luzifer
10.09.2010 00:15
2 0

Die Gutverdiener in der Privatwirtschaft sind Manager

und nicht Dienstnehmer wie die hohen Beamten! Daher sind die Gutverdiener in der Privatwirtschaft (und dazu zählen auch die ÖBB-Manager, die Manager bei der Post-AG, bei der ÖIAG etc.) in jede Pensionsreform, die die "besser bezahlen" Bundespensionisten umfaßt, einzubeziehen!
Man denke etwa nur an die Karriere der "AK-Prinzessin" Goldmann bei den ÖBB. Nach kurzer Tätigkeit wurde sie mit einer (in dieser Höhe sicher) unverdienten Abfertigung von mehreren Hunderttausend EUR verabschiedet, um dank ihrer guten politischen Beziehungen postwendend einen anderen gut bezahlten Manager-Job zu finden!

Wenn man solche Sache mit der Hetzjagd gegen KH-Grasser vergleicht, dann fragt man sich schon, wo da die Gerechtigkeit bleibt!

0 0

Wieso....

...bekommen jene Mitglieder der Gesellschaft die am meisten Geld zu Hause liegen haben auch noch Pensions-Vergütungen für den öffentlichen Verkehr, Museen und Einruchtungen?

Wieso nicht Familien die durch das Durchbringen den Kinder den Standard der Alten erhalten können?

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