23.05.2013 06:21 Merkliste 0

Griechenland muss bluten

NORBERT RIEF (Die Presse)

Die EU darf nicht sterben, deshalb muss Athen bluten.

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Man kann mit Recht wütend sein: Eigentlich dürfte Griechenland gar nicht Euromitglied sein. Athen hat sich seine Teilnahme erschwindelt und droht jetzt, die ganze Währungsunion in den Untergang zu reißen.

Denn so viel ist klar: Wenn man Griechenland aus dem Euro entlässt, dann muss man das auch für Portugal diskutieren, für Irland, Spanien, vielleicht auch für Italien. Und dann ist der Euro, und mit ihm die Europäische Union, tot.

Klar ist aber auch, dass die Union nicht dauerhaft reformunwillige und -unfähige Länder retten kann. Als Portugal unter den Euroschutzschirm flüchtete, blockierte die Opposition umgehend alle Sparpläne, um bei der Wahl im Juni punkten zu können. Warum sollte man es sich auch mit dem Volk verscherzen, wenn man ohnehin gerettet wird?

Der bessere Weg wäre eine Umschuldung samt „haircut“: Zahlen soll nicht nur ein Land, das jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat, sondern auch die Gläubiger, die leichtfertig Darlehen vergeben und von hohen Prämien profitiert haben.

 

norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2011)

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44 Kommentare
 
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Gast: Gast 9838273654
16.06.2011 20:07
0 0

EU kann nicht funktionieren.

Das EU Spektakel sollte endlich beendet werden! Lasst die EU sterben! Zurück zu den alten Systemen die haben zumindest funktioniert und es war ein wenig übersichtlicher was da passiert. Jetzt pumpen wir immer weiter Geld ins nicht und das uvermeidlich wird dennoch kommen! Das wird uns alle den Kopf kosten!

die sollen einmal

mit privatisierungen anfangen. das hat auch hierzulande wunder bewirkt.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.05.2011 19:06
1 0

Einige Privatisierungserfolge in Zahlen!

Die AUA hat Einnahmen von -500 Mio. Euro beschert und trotzdem war Österreich froh dieses Unternehmen weggebracht zu haben.

Post Eigenkapitalentwicklung:
2006: 821 Mio.
2007: 874 Mio.
2008: 741 Mio.
2009: 674 Mio.
2010: 690 Mio.

Telekom Eigenkapitalentwicklung:
2006: 2.823 Mio.
2007: 2.565 Mio.
2008: 2.155 Mio.
2009: 1.614 Mio.
2010: 1.477 Mio.

OMV
Eigenkapitalentwicklung:
2006: 9.176 Mio.
2007: 10.339 Mio.
2008: 9.363 Mio.
2009: 10.034 Mio.
2010: 11.312 Mio. (Danke an IPIC!)

Bei einer inflationsbereinigten Darstellung würde das noch viel schlimmer aussehen.

Privatisierungen könnten nur etwas bringen, wenn die Parteibonzen ganz die Finger davon lassen. Das können diese Versager aber niemals, weil man dann ja den Raubzug nicht machen kann.

Es bleibt wohl eher nur die Voest als positives Beispiel, sonst eher nichts.

Gast: Gast: Leser
09.05.2011 14:59
2 0

Reformunwillig

Es sollte nicht vergessen werden, dass zu den reformunwilligen und -unfähigen Ländern auch Österreich gehört, jedenfalls unter der SPÖVP-Koalitionsregierung. Es gibt nicht wenige in- und ausländische Wirtschaftsexperten, die uns ein ähnliches Schicksal wie Griechenland voraussagen, sollten nicht sofort radikale Reformen in Angriff genommen werden.

Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
09.05.2011 13:44
1 0

Lasst die EU doch endlich sterben,

sie wird doch nur noch künstlich am Leben erhalten. Alle ihre einstigen Ideale sind von gesinnungslosen Politmarionetten zerstört, vernichtet und gegen Schulden eingetauscht worden.
Zieht endlich den Stecker raus, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Wenn du merkst, daß du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Antworten Gast: Ein Steuerzahler
09.05.2011 22:30
0 0

Re: Lasst die EU doch endlich sterben,

Es ist überhaupt anmassend, was sich die EU Abgeordneten und alle dazu gehörigen Wichtigen erlauben. Mit den Geldern der Steuerzahler wird gewütet nur um Macht und Gier zu befriedigen. Nur weil das Konzept nicht aufgegangen ist, werden Schuldige gesucht - warum hat man nicht vorher besser recherchiert - das doch mit allen armen Ländern so! Letztendlich schafft man so Reize, die menschlich nicht fair sind - es ist unverantwortlich wie die Politik umgeht - auf jeden Fall nicht im Sinne einer Völkerverständigung - denn jetzt kurz vor der Reisezeit wird Griechenland durch den Dreck gezogen - wie schon im letzten Jahr - vielen Dank für dieses Verhalten. Wir fahren dennoch wieder nach Griechenland, denn die Menschen dort könne nichts dafür - sie sind gastfreundlich und liebenswert - für die Politik können sie nichts.

Gast: Sahmara
09.05.2011 13:07
0 0

Na und?!

Österreich musste auch in den 20iger Jahren durch den Völkerbund saniert werden. Und außerdem: in 10 Tagen laufen meine Griechenanleihen aus, bis dahin wird es schon jnoch gehen,.

Gast: 1. Parteiloser
09.05.2011 09:02
3 1

Die EU wurde kaputt gemacht!

Die EU und deren Mitgliedländer haben die eigene Aufgabe nur noch in Umverteilungsexzessen, der Schaffung von geschützten Bereichen und der Selbstbedienung gesehen.

Es kam zu einem Machtspiel der Interessensgruppen (Finanzwesen, Großindustrie, Landwirtschaft, staatlichen Organisationen, etc.) um die prall gefüllten Budgets, welche für deren Gier niemals prall gefüllt sein konnten. Das machte es erforderlich, dass es laufend erhöhte Budgets geben musste, die Zwangsabgaben erhöht werden mussten, die Leistungen an Bevölkerung reduziert werden mussten, aber auch zu einem Schuldenstand von etwa 10.000.000 Mio. Euro der Länder der Eurozone.
Das alles konnte nur passieren, weil die EU Grundrechtscharta von den Mitgliedsländern, aber auch von der EU selbst, laufend verletzt worden ist.

Eine solche EU hat ja keinen Sinn für die Gesellschaft, keinen Sinn für die Demokratie, eigentlich nur noch einen Sinn für sich selbst. Für sich selbst ist heute auch der einzige Grund war die EU noch existiert und warum die EU für sich selbst kämpft, auch wenn das gewaltige Schuldenproblem mit noch viel mehr Schulden bekämpft wird. Das Kernproblem, der exzessiven Umverteilung, wurde ja bis heute nicht unter Kontrolle gebracht.

Weil das aber so ist, so wird der Euro sterben, die EU sich auflösen, die Bürger Europas bluten.

Ein Mitgliedsland musste das Erste sein, es war eben Griechenland. Umschuldungen und haircuts, oder auch die Kreditgeber, werden aber das Problem nicht lösen können.

Re: Die EU wurde kaputt gemacht!

Heute ist übrigens der sog. "Tag der EU"; von dem jedoch, völlig berechtigt, kein Mensch Notiz nimmt; es gibt ja auch kaum etwas zu "feiern"! Richtig widerlich war daher das Geraunze vom ÖVP-Karas heute im Ö 1-"Mittagsjournal". "Warum nimmt die Regierung keine Kenntnis davon? Warum gibt es keine Ansprache des Bundespräsidenten? Warum sind die öffentlichen Gebäude nicht beflaggt? Warum redet kein Politiker darüber, was die EU bereits alles für Österreich geleister hat?" Kein Wort der Selbstkritik, keine Reflexion der größten Fehler der EU! Einfach nur ein Kasperl...

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.05.2011 19:03
0 0

Warum redet kein Politiker darüber, was die EU bereits alles für Österreich geleister hat?"

Über nichts zu sprechen wird eher schwierig sein! Das wird auch die Erklärung für Ihre Frage sein.

Ich würde aber auch die Frage stellen, was diese Regierung für die Österreicher der Realwirtschaft noch an Gegenleistung für die Staatsausgaben von 42.000.- Euro pro Haushalt erbringt? Da schaut es ja auch nicht viel besser aus.

Wahrscheinlich wird es erforderlich das das Bonzentum, welches Europa und Österreich schon fast aufgefressen hat, ein Mubarakschicksal zu bescheren.

Griechenland hätte erst gar nicht in die Eurozone aufgenommen werden dürfen

Der Schwindel war bekannt. Dass G. später immer wieder falsche Budgetzahlen abgab, war ebenso bekannt.

Und schließlich hätte man G. nach Bekanntwerden, dass es nun wirklich pleite ist, pleite gehen lassen bzw. aus dem Euroraum auschließen müssen. Die Folge davon ist ein Rettungsschirm mit unvorstellbar hohen Milliardenbeträgen, die von den noch gesünderen Volkswirtschaften zur Verfügung zu stellen sind, sodass sie ebenso in diesen Strudel hinabgezogen werden. Die Milliarden für Griechenland sind perdue. Auch die Schuldscheine für Irland und Portugal kann man sich sonst wohin stecken. Fazit der ganzen Retterei ist auch, dass diese Länder erst recht nicht daran denken, sich zu sanieren und alle anderen schon mit den Rettungsmilliarden als simple Problemlösung liebäugeln.

DAS, meine Dam- und Herrschaften EU-Hörige und -Gläubige, hat man Ihnen schon lange vorher gesagt. Jeder, der halbwegs bei Sinnen ist, wusste und weiß das. Der Wahnsinn könnte jetzt immer noch beendet werden, aber ich fürchte, man will doch warten, bis es wirklich kracht, um sich in den Wirren der Aufstände und Kriege, die danach folgen, noch schnell unbeobachtet aus dem Staub zu machen.

Antworten Gast: e.e.
10.05.2011 22:31
0 0

Re: Griechenland hätte erst gar nicht in die Eurozone aufgenommen werden dürfen

Es hätte kein Nettoempfänger in die EURO Zone aufgenommen werden dürfen!

Der Beitritt zum EURO KLUB hätte als Motivation zur Veränderung vom Nettoempfänger zum Nettozahler dienen können.

Re: Griechenland hätte erst gar nicht in die Eurozone aufgenommen werden dürfen

Zu diesem Thema habe ich vor einiger Zeit einen interessanten Artikel gelesen, der den ganzen Handlungsablauf dieses Riesenschwindels auflistete. Sehr wohl hatte es damals gewichtige warnende Stimmen gegeben, welche die Täuschung seitens der Hellenen durchschauten. Aber weil´s eben so politisch gewollt war, hatten die echten Experten keine Chance. Z.T. wurden sie sogar massiv unter Druck gesetzt, ihre Expertisen nur ja unter Verschluß zu halten. Man könnte als fast schon von einer gigantischen Verschwörung sprechen. Nurmalerweise kommt das nur in spannenden Krimis vor. Diesmal leider auch in der Realität...

Antworten Gast: lessismore
09.05.2011 11:18
0 0

Re: Griechenland hätte erst gar nicht in die Eurozone aufgenommen werden dürfen

Haben Sie eine klare Vorstellung, was es heißt, daß man Griechenland "pleite gehen läßt"? Ich frage, weil meine Vorstellung eben das ist, was gemacht wird: Man wandelt den Staat immer mehr in einen Schuldeneintreiber für die Banken um. Was soll es sonst noch sein?

Gast: HJB
09.05.2011 08:10
0 0

so schaut eine Wirtschaftsgemeinschaft aus

. . . nieder mit den Grenzen, Narrenfreiheit und die Zeche blechen die Dummen.

Gast: Humerus
09.05.2011 01:54
0 1

warum sollte die EU sterben

... wenn Griechenland wieder die Drachme einführt? Oder sonst noch wer irgendwas wiedereinführt (solange nicht die Deutschen wieder die DM einführen, kann der Euro nur stärker werden).
Die EU an sich lebt ja ganz gut mit verschiedenen Währungen (Euro, Krone, Pfund,...). Wir lebten mit unseren DM-gekoppelten Währungen allerdings besser...

Du liebe Güte!

Diese Sparpläne! Alsob die irgendwas ändern würden.
Das eiserne Sparen europäischer Länder dient nur dazu eine innere Inflation voranzutreiben und die Wirtschaften dieser Länder schrumpfen zu lassen.
Um den Kapitalsektor zu vergrößern muss die Realwirtschaft mit Gewalt verkleinert werden!

Es erstaunt mich immer wieder wie wenig Leute die Zusammenhänge begreifen obschon die Beispiele Argentiniens und Russlands wie Neonschilder vor uns stehen. Überdimensional und leuchtend!

Re: Du liebe Güte!

Eine Inflation ist immer nur die fiskalische Begleitung einer überhitzten Konjunktur. Wenn die Wirtschaftsleistung aufgrund oktroyiertem "Gesundsparens" ständig nach unten geht, bleiben auch die Preise auf vergleichsweise bescheidenem Niveau. Wenn der Staat jedoch trotz dahin dümpelnder Wirtschaft neue und höhere Steuern einheben soll oder muß, um seine Defizite auszugleichen, bzw. Kreditschulden zurück zu zahlen, dann bricht das ganze Werkel bald wirklich zusammen. Daher also: Nur eine echte Konjunkturoffensive fürht die Volkswirtschaftne aus der Krise. Nur: DAFÜR gibt´s offenbar am allerwenigsten Geld...

Österreich hat auch geschwindelt.

Man denke da an die Auslagerung von Schulden in die ASFINAG, die ÖBB...
Alles Tricksereien, um die tatsächliche Höhe des Schuldenstandes zu verschleiern. Aber das fällt uns ja jetzt auf den Kopf.
Der Euro ist eine einzige Umverteilungsmaßnahme und durch den Rettungsschirm werden nur Spekulanten (und das sind Reiche) vor Verlusten geschützt. Die Völker europas dürfen dafür bluten, daß einige Wenige ruhig schlafen können.

Re: Österreich hat auch geschwindelt.

Allerdings waren diese österreichischen Schummeleien allgemein bekannt und zu keinem Zeitpunkt existenzgefährdend. Es muss deswegen kein anderer EU-Staat Österreich beispringen, um es vor dem Staatsbankrott zu bewahren.

Ihre Gleichsetzung von Österreich mit Griechenland ist völlig daneben!

Re: Re: Österreich hat auch geschwindelt.

@Hundefuerst: Noch nicht! Aber wenn Österreich so weit kommt, wird keiner mehr da sein, der uns helfen könnte.

Gast: Xerxes I
08.05.2011 21:53
0 1

Was heißt bluten ?

Die haben doch kein Blut !

Die Anzahl der Möglichkeiten ist enden wollend

Griechenland ist so oder so pleite. Für den Euro wird das wahrscheinlich egal sein, da Japan schon mit dem Schuldenstand bei 200% des BIP angelangt ist und mit massiven Abwanderungen kämpfen wird. Es heißt, dass der Yen in den nächsten Jahren ebenso auf die Hälfte abwerten wird. Die USA stehen auch nicht gerade gut da, und das heißt, dass vor allem China und Indien profitieren werden. Europa steht insgesamt noch ganz gut da, weil der Schuldenstand nicht so hoch ist wie in Japan und die Infrastruktur und Bildungsquote nicht so schlecht wie in den USA ist. Die nächsten Jahrzehnte werden auch für uns nicht lustig werden, das will halt noch keiner sagen, aber so wie in den 70er und 80er Jahren wird es nicht mehr werden. Auch bei uns werden Immobilienpreise purzeln und viele Menschen werden Problem bekommen ihre Kredite zu zahlen, weil die Niedrigzinspolitik auch enden muss. Man sollte sich in den nächsten Jahren auf mind. 6% Zinsen einstellen, es kann auch deutlich höher gehen. Und wer kann sich dann noch seinen Hauskredit leisten?
In Gefahr ist nicht der Euro, in Gefahr ist unser Wohlstand. Das will aber niemand offen sagen, denn oberstes Gebot ist: Der Wohlstand muss wachsen.

Gast: Hr.Zyni
08.05.2011 21:37
3 0

Falsch

Ohne die PIGS wäre der Euro viel stärker: diese Gaunerländer sollten ausgeschlossen werden.

Gast: Ohm Hans
08.05.2011 20:42
6 1

Tja, Herr Rief!


Da könnten wir uns jetzt bequem wie die Schweizer zurücklehen und der gríechischen Tragödie zuschauen, wenn uns die Blödel von SPÖVP da nicht reintheatert hätten!

Antworten Gast: Idefix1
08.05.2011 23:12
0 1

Tja, Herr Ohm Hans!

Waren Sie am 12. Juni 1994 auch bei den Blödeln dabei, die uns damals blauäugig mit ihrer JA-Stimme reintheatert haben ?

 
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