25.05.2012 18:01 | Meine Presse Merkliste 0

Die nächste Angstspirale

ANDREAS WETZ (Die Presse)

Es ist gut, dass die Polizei zur Cybercrime-Bekämpfung auf externes Wissen setzt. Mehr Befugnisse braucht sie nicht.

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Kommentar

Die Frau gibt Gas. Gerade einmal im Amt, will Innenministerin Johanna Mikl-Leitner heute ihre Strategie gegen Cybercrime präsentieren. Die Pläne dazu wälzt ihr Ressort freilich schon länger. Ihnen ist zu entnehmen, dass die neue Internetpolizei auch intensiv auf das Wissen externer Fachleute zurückgreifen will.

Das ist gut so. Nur Universitäten und technische Industrie verfügen über ein Sensorium, das man auch mit „den Finger am Puls der Zeit“ umschreiben kann. Nichts verändert sich so schnell wie die Welt aus Nullen und Einsen.

Weniger erfreulich ist, dass die Republik ganz offensichtlich wieder an der Angstspirale dreht. Zuletzt waren es Terroristen, die man als Argument für den Beschluss einer Überwachungsgesetzgebung namens Vorratsdatenspeicherung brauchte. Nun sind es gewöhnliche Trickbetrüger, die anstelle eines losen Mundwerks an der Haustür den Laptop benutzen. Die Forderung nach neuen Befugnissen zur Abwehr von Gefahren aus dem Cyberspace wird kommen wie das Amen im Gebet.

Nötig ist das nicht. Kriminelle finden auch im Internet Wege, um Spuren zu verwischen. Mehr Eigenverantwortung der Bürger würde diesem „Geschäftszweig“ jedoch schnell die Grundlage entziehen.

 

andreas.wetz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2011)

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4 Kommentare
Gast: hans berger
18.05.2011 14:53
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Weg mit der Vorratsdatenspeicherung in Österreich!


Die Vorratsdatenspeicherung ist die Totalüberwachung elektronischer Kommunikationsdaten u. bedeutet die Aufzeichnung, welche Menschen wann, mit wem, von wo aus, wie lange u. in welcher Form kommuniziert haben – egal, ob sie sich jemals etwas zuschulden kommen lassen haben, u. ohne Vorliegen eines Verdachtes.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und private Beziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation – Krankheit u. Beziehungsprobleme ebenso wie etwaige finanzielle Schwierigkeiten – der Kommunizierenden werden möglich.

www.akvorrat.at

Antworten Gast: ajoux
18.05.2011 22:58
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Re: Weg mit der Vorratsdatenspeicherung in Österreich!

news:

Vorratsdaten: Österreich legt sich quer
von Erich Moechel

siehe

http://fm4.orf.at/stories/1682829/

Gast: ajoux
18.05.2011 03:22
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die mär mit den terroristen

verkauft sich bei uns mangels terroristen wirklich schlecht.

ein minimum an zielgruppenorientierung kann man von den unionalen und nationalen politikmarketingern schon verlangen, finde ich. wir bevorzugen ja auch anderes brot und anderes klopapier als die amis.

und es gibt tatsächlich interessante wendungen.
wie (nur) der orf gestern berichtete (fm4.at) haben die leider anonym gebliebenen österreichischen teilnehmer einer eu arbeitsgruppe zur menschenunwürdigen data retention die sinnfrage gestellt. und werden unterstützt von den - mittlerweile etlichen - ländern, deren verfassungsgericht die richtlinie für unzulässig erklärt hat.

es geschehen noch zeichen und wunder.

mich würde brennend interessieren wer diese leute sind.

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Nötig ist das nicht...

... weil? Woher will der Autor das denn wissen?

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