Jeder Grieche war ein Teil des Systems

JAKOB ZIRM (Die Presse)

An der Misere sind nicht nur Banken und Politiker Schuld.

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Tausende griechische Bürger versammelten sich am Dienstag in Athen, um gegen das Sparpaket zu demonstrieren. Weitere Tausende – vor allem staatlich Bedienstete – legten ihre Arbeit nieder. Die „Empörten“, wie sie sich nennen, haben aus ihrer Sicht auch gute Gründe. Die Sparmaßnahmen sind für den Einzelnen schmerzlich. Sollen doch die Banken und Politiker zahlen, meinen sie. Das Volk kann doch nichts dafür, wie es auch außerhalb des Landes heißt.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die griechische Politik ist für das System der Korruption und die gefälschten Statistiken verantwortlich, mit denen sich das Land in die Eurozone geschwindelt hat. Auch die Rettung der nationalen Banken war nicht gratis. Der ganz große Teil des Defizits geht aber auf erhöhte Pensionen und Beamtengehälter zurück, wie Vizepremier Theodoros Pangalos sagt.

Dabei müssen gar nicht aberwitzige Prämien wie jene 310 Euro pro Monat für Busfahrer, die rechtzeitig zur Arbeit erscheinen, zitiert werden. Fakt ist, dass die griechischen Löhne viel schneller anstiegen als die Produktivität. Das gilt vor allem, aber nicht nur für den staatsnahen Bereich. Somit war jeder Grieche Teil dieses Systems. In Summe lebten die Griechen über ihre Verhältnisse und wählten jene Politiker, die ihnen versprachen, dass das so bleiben werde.

Das sei auch in Österreich so, meinen Sie?

Stimmt.

 

jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2011)

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82 Kommentare
 
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Gast: Wallstreet
30.06.2011 19:09
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GS + die Griechen

Dem Hehler wie den Stehler - Goldmann Sax muß zur Rechenschaft gezogen werden für diese verbrecherische "Beratung" und die EU Obern - die es entweder nicht erkannt oder geduldet hab en für Ihre Dummheit bestraft werden

30 Mrd Euros Steuern werden jährlich hinterzogen!

Das steuerliche Defizit dürfen die Steuerzahler in Österreich, Deutschland, Holland, ... ausgleichen.

SPIEGEL.TV
http://www.spiegel.tv/#/filme/unterwegs-mit-griechischen-steuerfahndern/

1 0

Seit sich Griechenland für die EU beworben hat,

haben alle Verantwortungsträger der EU nach dem Prinzip der *drei Affen* gehandelt.

Die EU war immer schon ein Brutkasten für Makro-Kriminalität.

Gast: gäston
29.06.2011 16:28
1 1

der Kellner

bei einer Wirtshausrauferei sind auch immer alle Schuld die sich im Lokal aufhalten.

Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,676346,00.html
" target="_blank">http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,676346,00.html


das ist Big Money, nicht wenn der an der Mautstelle mal ein paar Drachmen zu viel nimmt.

Gast: gast gast
29.06.2011 14:55
2 0

das haben aber alle in der eu gewußt als sie griechenland aufgenommen haben


Gast: pächter der wahrheit
29.06.2011 14:54
2 0

ja das war und ist auch in Österreich so

und unsere Politiker sind >> hier das treichl zitat einfügen << kaufen und kauften die Wählerstimmen mit Geschenken die nicht nachhaltig finanzierbar sind: Pensionen, Beamtevergünstigungen, ÖNB, Gesundheitssystem, Verkehr..

Alles nur auf Pump von zukünftigen Generationen.

8 0

Jeder Grieche war ein Teil des Systems

darum "demonstrieren sie auch gemeinsam, und stören so sogar ihre wichtigste Einnahmequelle, die Touristen; sondern zerstören sogar vermumt Übertragungsfahrzeuge und wie immer, fremdes Eigentum.

Pleite gehen lassen muss die Antwort darauf heissen, denn die Lügen aus Brüssel sind nichts anderes als heisse Luft, und maximal Verluste für Banken, welche lange Jahre gut verdient hatten.

Re: Jeder Grieche war ein Teil des Systems

Als Österreicher und Deutscher mit Rückgrat muss Griechenland nach den skandalösen Transparenten, auf denen Ö und D als Naziland bezeichnet wurden, so und so als Tourismusziel gestrichen werden. ... Oba es is jo so büüüülliiig .... :(((

Gast: Humerus
29.06.2011 13:20
1 0

Der Souverän (und eine Idee für eine Besicherung)

Unter einem Souverän (lat. superanus, „über allen stehend“) versteht man den Inhaber der Staatsgewalt, in Republiken ist dies das Staatsvolk,... laut Wikipedia).

Der Souverän = das Volk hat seine Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen, sondern mitgemacht.

Jetzt ist die Zeche zu zahlen.

PS: Könnten wir als Besicherung für unsere Kredite nicht eine kleine Insel kriegen? geben wir sicher wieder her, wenn wir das Geld bekommen haben...

"Das sei auch in Österreich so, meinen Sie? Stimmt"

ähnlich wie sich die griechen irren ("Das Volk kann doch nichts dafür, ..."), irrt auch herr österreicher, wenn er meint, die jetzt nötigen unterstützungen seien ein verlust für uns.

das wäre nur richtig, wenn mit dem jahr 2010 eine neue zeitrechnung eingeführt und alles vorhergehende vergessen würde.

wir haben nämlich die jetzt bevorstehenden 'verluste' in den vergangenen 10 jahren mehr als kompensiert!

allein der vergleich der aussenhandelsbilanz ö-gr der jahre 2004 und 2009
ö exporte nach gr 2004: 460 mio €, saldo + 320 mio
ö exporte nach gr 2009:580 mio €, saldo +450 mio
zeigt dies auf.
in diesen zahlen sind nicht mal die indirekten exporte (wenn ö zulieferer zu anderen nach gr exportierenden staaten ist) enthalten!

also:
die milliarden an krediten sind nicht in gr geblieben. natürlich ist dort einiges 'hängengeblieben', doch der größte teil floss via einkaufen an die kreditgeberländer wieder zurück.
wieviele leute in der autozulieferindustrie haben deshalb ihren arbeitsplatz nicht verloren? wieviele bei strabag, porr, alpine & co, die die griechischen straßen gebaut haben? wieviele in der nahrungsmittelindustrie? wieviele in all den anderen exportbetrieben?

die heute notwendigen hilfen sind letztlich ein zurückzahlen jener gewinne, die wir in den letzten 10 jahren dank der kredite an das 'konsumwütige' griechenland verdient haben.

so wie der grieche seine verantwortung für die situation gern ignoriert, so macht es der ö mit den profiten....

Antworten Gast: Pinoy
29.06.2011 18:13
0 1

Re:

. . . richtig: das globale Finanzsystem ist mitschuld - die Großbanken zerschlagen, weg mit der Globalisierung und Finanzspekulation!
Schulden und soziale Gerechtigkeit sind unvereinbar - weg mit den Schulden! - weg mit den Privilegienrittern, den hohen Gagen und Pensionen!
Bürgerinitiative 'Aktion 21'!

Du darfst mein Auto waschen,

bezahlen kann ich Dich leider nicht dafür - es sei denn, Du gibst mir einen "Kredit" in der Höhe Deines Lohns.

Das wäre doch ein tolles Geschäft - wenn Du das den ganzen Tag machst, wirst Du noch wirklich reich.


Antworten Gast: daswars
29.06.2011 13:44
3 0

Re:

Ihre Gedankengaenge kann ich leider nicht nachvollziehen.
Kann schon sein, dass Oesterr. und besonders Deutschland in den letzten Jahren vom Export und vom Geldverleihen profitiert haben.

Aber man kann Laender, die zeitgerecht Reformen eingefuehrt und fleissig gearbeitet haben, wohl nicht dafuer anklagen.

Eine der groessten "Suenden" und Versaeumnisse der Griechen liegt wohl darin, Reformen schon Jahrzehnte nicht durchgefuehrt zu haben. Nichts wurde reformiert und kaum etwas wurde privatisiert. Und das linke Gedankengut wurde mittels dauernder Gehirnwaesche in die Koepfe getrieben. Jeder etwas Leistende wurde verteufelt und der "Sozialstaat" im schlimmsten Sinne des Wortes verherrlicht.

Jetzt wo die Arbeitgeber immer weniger geworden sind, ist natuerlich Feuer am Dach. Aber was solls - das System der Regierenden bleibt das Gleiche. Sonderabgaben, Erhoehung der Steuern und Drohungen ohne Ende - das ist der Alltag.

Natuerlich gehoeren Steuersuender verfolgt, aber das kann nicht selektiv sein.


Re:

Na dann haben wir blöden Steuerzahler die Griechen halt etwas was weniger subventioniert und freuen uns riesig, dafür einem österreichischen Zulieferer für die "Sicherung" der Arbeitsplätze bezahlt zu haben. Dieses tolle Geschäft macht uns jetzt glücklich.
Bitte erklären Sie dem dummen Steuerzahler wozu der nicht ganz kostenlose Umweg über Griechenland gut war. Und bei der Gelegenheit vielleicht auch, was uns das Kaufen von, an sich unnötigen, Arbeitsplätzen in Ö bringt?

Re: Re:

ich weiss ja nicht, mit welcher tätigkeit sie ihr geld verdienen.
aber ich bin mir sicher, dass der arbeiter bei magna oder gm, dem sie seinen 'unnötigen arbeitsplatz' vorhalten, sie fragen wird, ob sie noch ganz bei trost sind!

wozu der umweg gut war?
die beschäftigten und die firmen haben steuern und abgaben gezahlt.
die beschäftigten haben keine arbeitslose bekommen.

Toll, galli leo

Ich habe einen Vorschlag, der sie bestimmt begeistern wird:

Sie geben mir einen Kredit über 1 Mio. EUR, ich kaufe ihnen dafür ein neues Auto (auch Porsche, wenn sie wollen) und bezahle ihnen auf die nächsten 10 Jahre Versicherung, Sprit und alle anderen Betriebskosten für dieses Auto. Am Ende zahle ich ihnen den Kredit mit 3,6 % Zinsen p.a. zurück.

Falls ich das nicht schaffe und defaulte seinen sie nicht böse, sie haben ohnehin enorm von diesem Kredit profitiert.

Re: Toll, galli leo

wenn ich all diese jahre nütze, um dank des porsche weit herumzukommen und gute geschäfte zu machen, dann könnte sich selbst ein totalausfall noch ausgehen.

aber abgesehen davon: handelsbeziehungen und internationale wirtschaft funktionieren nicht so, wie es ihr simplifiziertes beispiel andeutet.

Re: Re: Toll, galli leo

Na wunderbar, darf ich ihnen meine Kontonummer übermitteln ?


Doch.

Genau so funktionieren sie.
Alles andere sind rhetorische Nebelkerzen.

Wenn man Staaten mit ins Bild nimmt, ändert sich an den Grundprinzipien nichts - einzig die Zahlungsflüsse werden besser verschleiert.

Antworten Gast: JC
29.06.2011 12:58
0 0

Was soll Ihrer Meinung nach geschehen?

Das, was sie schreiben, scheint ja Hand und Fuß zu haben.

Was muß geschehen, damit das Problem gelöst wird, soll heißen: Damit Griechenland die Kurve kratzen kann, anstatt abzukratzen?

Wo sind die Verantwortlichen für dieses Desaster zu suchen?

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Alte Weisheit...

Wenn ein Grieche sagt: "Alle Griechen(original Kreter) lügen", so kann er auch die Wahrheit sagen.Das hätte man vor Aufnahme der Griechen in den Euroraum bedenken sollen.Jetzt erinnert die Situation stark an das Gefangenendilemma,beide (EU und Griechen) können nur durch Zusammenarbeit den größten Schaden abwenden,beide sind aber letzten Ende Gefangene von einander....

Gast: jujulula
29.06.2011 11:28
1 0

die österreichische lösung

auch hierzulande werden Wahlversprechen auf Pump eingelöst, weil die Parteien Angst haben, den Unmut der Wähler auf sich zu ziehen. Irgendwann wird auch auf uns wieder ein ordentliches Sparpaket zukommen. Nur wir österreicher sind eben keine Leute, die auf der Straße demonstrieren, wir nehmen es mit einem Schulterzucken hin, sudern ein bisserl und zahlen.

Dabei glaube ich, dass eine Regierung die bereit ist unbequeme Entscheidungen zu treffen eher wieder gewählt wird, als eine Regierung, die unbequeme Entscheidungen aufschiebt und stattdessen eine "österreichische Lösung" fabriziert. Unsere "österreichischen Lösungen" sind inzwischen ja schon legendär in ihrer Sinnlosigkeit!

Antworten Gast: Zen Su Riert
29.06.2011 12:35
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Re: die österreichische lösung

Leider teile ich Ihren Optimismus nicht: auch in Österreich wird es, wenn man dem Pöbel die Almosen vorenthält, die ihm die Politik zugesagt hat, zu Ausschreitungen kommen. Und das wir sicher ziemlich hässlich, vor allem weil ja mittlerweile die Transferleistungsempfänger in der deutlichen Merheit sind.

Gast: ÖGreece
29.06.2011 11:26
3 0

Na ists bei uns anders

Hand aufhalten, abcashen,Freunderlwirtschaft,Parteigünstlinge,
Staatskünstler,jugendliche Frühpensionisten,Asylanten sonder Zahl mit Vollkasko Betreuung. Wem noch etwas einfällt darf gerne noch etwas dazuschreiben.Nur nichts
in Abrede stellen.

Antworten Gast: Gäst
29.06.2011 14:10
0 1

Re: Na ists bei uns anders

Pfuscher

Und wieder kein Wort über das nicht-Steuerzahlende

griechische Grosskapital.

PS: Die Eingabe in der Überschriftszeile funktioniert nicht korrekt!

 
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