Der Superman der Ökoszene

MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Bernd Vogl soll die Energieversorgung in Wien revolutionieren.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Kommentar

Die Gründung einer neuen Magistratsabteilung gehört nicht gerade zu den spannendsten Aktivitäten, die sich derzeit auf dieser Welt abspielen. Im Falle der MA20 (Energieplanung) ist es eine Spur anders. Denn diese Abteilung soll nichts anderes erreichen, als die Energieversorgung der Millionenstadt Wien auf völlig neue Beine zu stellen – umweltfreundlich und nachhaltig. Und nebenbei soll Wien energiepolitisch eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen. Diese Herkulesaufgabe soll der neue Leiter, Bernd Vogl vom Umweltministerium, mit derzeit zehn (!) Mitarbeitern und 1,3 Millionen Euro Budget bewältigen (wobei ein Großteil davon für Förderungen blockiert ist).

Grundsätzlich ist die Einrichtung einer derartigen Magistratsabteilung positiv. Die Ausstattung im personellen, finanziellen und Kompetenzbereich ist dagegen aber mehr als schwach. Vogl müsste also eine Art Superman der Ökoszene sein, um die Erwartungen, die mit dieser Abteilung verbunden sind, auch nur annähernd zu erfüllen.

Für die Grünen hat sich die Gründung dieser Abteilung aber bereits rentiert – als Signal an die grüne Kernwählerschaft. Und der SPÖ hat die Errichtung einer Spielwiese für die Grünen nicht wehgetan – falls es Maria Vassilakou nicht doch noch schafft, aus dieser, von der SPÖ genehmigten grünen Spielwiese, eine schlagkräftige Abteilung zu formen.

 

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare
0 0

Ist das jetzt eine MA oder eine Forschungsabteilung?

Der neue Leiter, Fachmann für Klimaschutz, also für die Produktion von warmer Luft, soll Windturbinen für Hochhäuser entwickeln und damit Wien als Vorreiter für neue Energien positionieren? Mit einem Jahresbudget von 1,5 Mio Euro?

Guten Morgen, Frau Vassilakou! Hauptsache, wir haben wieder für ein paar Grüne neue Posten im Magistrat, oder?

0 1

Die Gründung einer neuen Magistratsabteilung

jostet dem Volk erneut viel Geld, und wird unsinniger nicht sein können, da beinae sämtliche Energielieferanten in staatlichen Besitz sind !
Aber hauptsache man schafft den Grünen eine eigene neue Spielwiese, um sich da weiterhin blamieren zu können.

Top-News

AnmeldenAnmelden