Keine Idee und keine Einigkeit

15.09.2011 | 18:26 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Die Deutschen bereiten sich auf die nächste Bankenkrise vor. Das ist kein besonders gutes Omen.

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Deutschland bereitet sich also ernsthaft auf die nächste Bankenkrise vor. Da kann sich unser Finanzministerium gleich anschließen. Denn wenn es in Griechenland kracht, dann können sich die Banken und deren Kunden in ganz Europa anschnallen. Dann sind allerdings auch die ohnehin unglaubwürdig optimistisch abgefassten „Budgetsanierungspfade“ Makulatur.

Und es wird wohl krachen. Denn die politische Lösungskompetenz in der griechischen Schuldenkrise sieht jeden Tag jämmerlicher aus. Es gibt keine Idee, wie die Eurozone aus diesem Schlamassel herauskommt. Und wenn es eine gäbe, würde sie wohl nicht die notwendige breite Zustimmung finden.

Das gelingt ja offenbar nicht einmal bei der bereits beschlossenen, aber von den nationalen Parlamenten noch nicht abgesegneten Erweiterung des bestehenden Euro-Rettungsschirms. Da wird Österreich zwar keine Bremse sein, aber auch die hiesigen Mitglieder des parlamentarischen Finanzausschusses haben am Mittwoch – unter großer Beachtung durch die internationale Finanzcommunity – demonstriert, dass ihnen erstens das Kochen von parteipolitischen Süppchen über Sachpolitik geht und dass sie zweitens (zumindest in ihrer Mehrzahl) wenig Ahnung haben, wie internationale Märkte „ticken“.

So wird das nichts. Es ist gut, weiter auf eine Lösung der Schuldenkrise zu hoffen. Es schadet aber auch nichts, sich (wie die deutsche Regierung) auf ein Scheitern vorzubereiten.

 

E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2011)

 
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5 Kommentare
regenschirm
16.09.2011 02:33
0

Frage

Wie soll man sich als einfacher Staatsbürger,der sehr weit davon entfernt ist,sich die Taschen mit Steuer-oder Korruptionsgeld vollstopfen zu können,"auf ein Scheitern" vorbereiten?

Antworten Dagobert
16.09.2011 10:09
0

Re: Frage

Im schlimmsten anzunehmenden Fall: Kaufen sie haltbare Lebensmitel.

Wenn tatsächlich das Währungssystem zusammenbricht, wird ihnen niemand mehr etwas für ihre kleinen, bunt bedruckten Papierschnipsel, Waren verkaufen.

Antworten Antworten regenschirm
16.09.2011 10:56
0

Re: Re: Frage

Guter Hinweis,aber was ist mit den restlichen Dingen des Lebens die nicht gelagert werden können.Vor allem kenne ich keine Möglichkeit Energie zu lagern,denn die wird man dann ja auch nicht mehr mit den Papierschnipseln bezahlen können.

Antworten Antworten Antworten Dagobert
16.09.2011 12:53
0

Re: Re: Re: Frage

Ich würde hier zuallerst an Treibstoff und einen Generator denken.

Falls dieser Fall eintritt, gehöre ich aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch zu denjenigen, die dann von "hät i, tät i" jammern :-)

Antworten Antworten Dagobert
16.09.2011 10:10
0

Re: Re: Frage

PS: Lebensmittel schreibt man natürlich nicht nur mit einem "t".

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