Keine Idee und keine Einigkeit

Die Deutschen bereiten sich auf die nächste Bankenkrise vor. Das ist kein besonders gutes Omen.

 

Deutschland bereitet sich also ernsthaft auf die nächste Bankenkrise vor. Da kann sich unser Finanzministerium gleich anschließen. Denn wenn es in Griechenland kracht, dann können sich die Banken und deren Kunden in ganz Europa anschnallen. Dann sind allerdings auch die ohnehin unglaubwürdig optimistisch abgefassten „Budgetsanierungspfade“ Makulatur.

Und es wird wohl krachen. Denn die politische Lösungskompetenz in der griechischen Schuldenkrise sieht jeden Tag jämmerlicher aus. Es gibt keine Idee, wie die Eurozone aus diesem Schlamassel herauskommt. Und wenn es eine gäbe, würde sie wohl nicht die notwendige breite Zustimmung finden.

Das gelingt ja offenbar nicht einmal bei der bereits beschlossenen, aber von den nationalen Parlamenten noch nicht abgesegneten Erweiterung des bestehenden Euro-Rettungsschirms. Da wird Österreich zwar keine Bremse sein, aber auch die hiesigen Mitglieder des parlamentarischen Finanzausschusses haben am Mittwoch – unter großer Beachtung durch die internationale Finanzcommunity – demonstriert, dass ihnen erstens das Kochen von parteipolitischen Süppchen über Sachpolitik geht und dass sie zweitens (zumindest in ihrer Mehrzahl) wenig Ahnung haben, wie internationale Märkte „ticken“.

So wird das nichts. Es ist gut, weiter auf eine Lösung der Schuldenkrise zu hoffen. Es schadet aber auch nichts, sich (wie die deutsche Regierung) auf ein Scheitern vorzubereiten.

 

E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2011)

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