25.05.2012 18:02 | Meine Presse Merkliste 0

Rote Johanna oder schwarzer Michael?

RAINER NOWAK (Die Presse)

Der ÖVP-Chef muss langsam klären, in welche Richtung seine Partei geht.

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Dem Vernehmen nach erwägen mehrere Vorstandsmitglieder des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Johanna Mikl-Leitner ein gut dotiertes Jobangebot zu machen. Schon länger fehlt dem ÖGB eine Frontfrau, die den Klassenkampf auf den Lippen trägt. Ihr Kampfruf „Her mit dem Zaster!“ klingt in den verzärtelten Ohren vieler Genossen zwar etwas zu derb und mehr deutsch als österreichisch, aber in Zeiten wie diesen nimmt der rote Exriese jede, die gegen die Kapitalisten von der Arbeitgeberseite ins Feld ziehen kann.

Die ÖVP, die sich an Schuldenbremse-Anfangserfolgen und Faymanns Facebook-Pein erfreuen könnte, hat ohne Not wieder einmal ihr ernstes, ungelöstes Problem aufgezeigt: den Richtungsstreit zwischen Arbeitnehmer- und Beamtenfraktion einerseits und Wirtschaftsbund andererseits. Dieser Tage – in der Zeit von Schuldenberg und Rezessionsängsten – müsste die Wirtschaftsseite Aufwind haben. Hat sie aber nicht.

Die ÖVP wird von Ex-ÖAAB-Chef Michael Spindelegger geführt, der das Zepter an die polternde Mikl-Leitner übergeben hat. In Interviews versicherte Spindelegger stets, er werde sich als Parteichef für die Leistungsträger einsetzen.

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, ein paar solcher grundsätzlicher inhaltlicher Weichenstellungen vorzunehmen. Etwa, wie er es mit dem Zaster der Privaten so hält. Und mit dieser Innenministerin.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2011)

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26 Kommentare
 
1 2

Woher kommt das Wort "Zaster"?

Wenn Herr Redakteur Rainer Nowak meint,
„Her mit dem Zaster!“ klinge in den Ohren mancher Österreicher tatsächlich "mehr deutsch
als österreichisch", beschränkt er den Begriff "deutsch" auf die Bundesrepublik Deutschland oder gar auf den nord- und mitteldeutschen Raum. Er hat insofern recht, als "Zaster" von Berlin und Mitteldeutschland und nicht von Österreich ausgehend in die deutsche Umgangssprache gelangte.

Dieses Wort, das soviel wie "Geld" und "Sold"
bedeutet, stammt aus der Gaunersprache Rotwelsch. Es kommt von "sáster" ("Eisen"), einem Wort der Zigeunersprache – "politisch korrekt" ausgedrückt, der Sprache der Sinti und Roma – und geht auf ein altindisches Wort für "Waffe aus Eisen" zurück.




Gast: Rade
01.12.2011 13:24
0 0

Niveauloser Absteigerverein

Fehlt nur noch eine Rapsong in dem die Reichen geschlachtet werden.

Gast: mh
30.11.2011 17:54
1 0

Drastische Ausdrucksweise gedacht für die Unternehmerstammtische in den Wirtshäusern?

No vielleicht hat die Frau Minister mehr Einblick in die Vermögenswerte Ihrer beamteten KollegInnen,PolitikerInnen und der ÖVP-Klientel der UnternehmerInnen die zuweilen (es gilt die Unschuldsvermutung) in mehr oder weniger großem Ausmaß Steuerhinterziehung begehen...

und hat vielleicht doch a bisserl recht?


Gast: b754
30.11.2011 16:45
2 0

die richtung steht längst fest

10%

Gast: zensuriert doch mal wen anderen
30.11.2011 15:09
1 0

die wirkliche front

verläuft schon lange nicht mehr zwischen den arbeitnehmern und den unternehmern (auch wenn die sozialisten aller parteien das gerne so hätten) sondern zwischen der wirklich arbeitenden bevölkerung mit den unternehmern, die diese arbeitsplätze bereitstellen und erhalten, mit einem klaren bekenntnis zum standort österreich, und den beamten, politikern und sonstigen schmarotzern, die nichts unversucht lassen, dieses land zu vernichten, um sich persönlich zu bereichern. es ist daher an der zeit, dass sich arbeitnehmer und -geber gemeinsam gegen diese blutsauger zur wehr setzen!

mongoose
30.11.2011 13:03
0 0

Wenn die ÖVP wief gewesen waere, haette sie sich eine Zustimmung zur Reichensteuer teuer erkaufen lassen

Auch wenn die Reichensteuer nur plumper Populismus ist, sich schwer umsetzen laesst und unterm Strich nix bringt, weil es Leute mit VIEL Geld eher vertreibt, sie wir kommen.

Mit einer fruheren Zustimmung haette sich die ÖVP die gruenen ins Boot holen koennen fuer die Schuldenbremse und vielleicht auch noch die roten fuer Studiengebuehren und/oder Zuganfsbeschraenkungen fuer die Unis sowie ein frueheres Auslaufen der Hacklerregelung, etc, "erkaufen" koennen.

Jetzt ist es wohl zu spaet.

Antworten Gast: Bademeisterin
30.11.2011 15:59
0 0

Re: Wenn die ÖVP wief gewesen waere, haette sie sich eine Zustimmung zur Reichensteuer teuer erkaufen lassen

>vif< mein Bester, >vif<.......

Antworten citoyen
30.11.2011 14:10
1 0

Re: Wenn die ÖVP wief gewesen waere, haette sie sich eine Zustimmung zur Reichensteuer teuer erkaufen lassen

Das Wort "Strategie" können die von der ÖVP nicht einmal mehr buchstabieren geschweige denn danach handeln...

sir007
30.11.2011 12:55
2 0

ÖAAB = eine unter Realitätsverlust leidende Funktionärs-Clique

ÖAAB-Homepage: "Der ÖAAB ist eine Teilorganisation der Österreichischen Volkspartei und vertritt die Interessen der Arbeitnehmer." - Ich BIN Arbeitnehmer UND bürgerlich orientiert - aber meine Interessen sehe ich besser vertreten durch Personen wie etwa Veit Sorger oder Claus Raidl. Der ÖAAB ist nicht viel mehr als eine unter Realitätsverlust leidende Funktionärs-Clique.

citoyen
30.11.2011 12:11
2 0

Es geht eben nichts über eine humanistische Bildung...

Der LH ist ja bekanntlich dadurch unangenehm aufgefallen, daß er in einem Interview zugegeben hat, daß er nur ein Buch gelesen hat: "Der Schatz im Silbersee" von Karl May.

Wer nun gedacht hat, daß damit bereits die unterste Schublade geöffnet worden ist, wird eines Besseren belehrt: Die Frau M.-L. hat es offensichtlich nur bis zur Lektüre der Micky Maus geschafft und dabei großen Gefallen an der Panzerknacker Bande und ihrem Jargon gefunden.

Geht´s noch tiefer?

Antworten Gast: Eleonora K.
30.11.2011 17:25
0 0

Re: Es geht eben nichts über eine humanistische Bildung...

Ich frage mich, wie ich als Arbeitnehmer dazu komme, von einer solchen Person vertreten zu werden.

0 0

"nur bis zur Lektüre der Micky Maus"

nachdem sich das schreiben und verteilen von comic-heften als gewinnbringend erwiesen hat, wird das lesen von comic auch nicht schaden.

gib dem affen zucker!

was m.-l. bietet ist nur pseudo-sozialismus


kein ernsthafter befürworter einer höheren besteuerung von vermögen, ganz egal in welcher partei, würde diesen verbrecherdialekt anschlagen, wie das mikl-leithner getan hat.

daher ist es auch absurd, wenn poster hier m.-l.'s ausbruch als "sozialistisch" bezeichnen. das kann man nur, wenn man jegliche bestrebung, die gesellschaft egalitärer und gerechter zu gestalten und vermögen höher zu besteuern als das bisher der fall war, als von vornherein schon "kriminell" abualifiziert. das ist zwar in diesen seiten eh normal und presse-konsens, aber wahrer wird es darum auch nicht.

m.-l.'s gaunerdialekt ist nur ein zeichen der richtungslosigkeit und desorientierung ihrer öaab-clique, die nichts und niemanden repräsentiert und, zu recht, als diejenigen dasteht, die nur eine kleine schicht von vermögenden beschützt, dafür aber auf pensionisten, studenten und geringverdienern herumtrampelt.

so wie mikl-leithner reden sozialdemokraten eben nicht...

...das ist der unterschied, nowak.

kein spö-vertreter hätte sich je im traum einfallen lassen in primitiver bankräubersprache "her mit den millionen, her mit dem zaster" zu fordern.

das haben sozialdemokraten nämlich nicht nötig. die sind, wenn man von faymann&friends absieht, konsistent für eine höhere besteuerung von vermögen aus gerechtigkeitsgründen und weil es zur budgetsanierung beitragen kann. und nicht um irgendwen zu bestrafen, sondern weil es dem allgemeinwohl dient.

nötig haben diese verbrechersprache nur leute, die davon ablenken wollen, dass sie am gängelband von industrie&banken sind. nötig haben dass nur substanzlose schreier, die das ganze thema vermögenesbesteuerung diskreditieren wollen und sowieso schon seit jahr und tag als "raub" an den armen, armen millionären abqualifizieren.

nötig hat diese gauner-sprache nur eine övp-ministerin, die so tun muss, als ob sie irgendwie "sozial" wäre.

Antworten Gast: gäst
30.11.2011 13:57
1 0

Re: so wie mikl-leithner reden sozialdemokraten eben nicht...

Das Lustige ist ja, dass Mikl Leitner mit ihrer Diktion (gemeinschaft[blut,boden,ehrliche Arbeit]...einige wenige Spekulanten[=Juden]....blabla) genau den Antisemitismus bedient, den Fekter vor nicht allzu langer Zeit bei den Linken sehen wollte. Mikl Leitner ist die einzige, die das bisher aus der Mottenkiste ausgegraben hat,
Aber wie hieß es doch: Antisemitismus ist der Sozialismus der Schwachsinnigen.

Gast: Anderl74
30.11.2011 08:56
4 0

tiefer gehts wirklich nimmer....


Gast: Flexis
30.11.2011 08:26
7 0

Rot

Da es seit 2011 in Österreich nun mehr 4 rote Parteien gibt, ist es an der Zeit, in ein leistungsfreundlicheres Land auszuwandern...

Nicht umsonst hat Putin unser Land als das Ideal des Kommunismus bezeichnet...

6 1

ÖAAB = GÖD

Also der ÖAAB ist ja nicht mehr als die Hülle für den GÖD.

Daher kein Wunder, dass der "Zaster" von den Millionären kommen soll und nicht durch die Reformen, die für sie schmerzhaft sein werden.


Gast: UKW
29.11.2011 23:20
7 0

So eine peinliche Person, da muss man sich direkt Fremdschämen

Ganz der alte Pröll. Nur ohne Glatze.

Gast: Ex-ÖVP-Mitglied
29.11.2011 22:29
10 1

in vielen anderen Ländern

würde eine Innenministerin, die sich derartig daneben benimmt "zurückgetreten". Nicht aber in Österreich. Die Typen von Pröll's Gnaden sollten langsam erkennen in welche Richtung sie die ÖVP führen: zielgerade in den Abgrund!

Antworten Gast: zensuriert doch mal wen anderen
30.11.2011 15:13
0 0

Re: in vielen anderen Ländern

am abgrund stand die övp gestern, heute, mit ML ist sie schon einen schritt weiter;-)

bula sagt
29.11.2011 22:26
5 0

die heilige johanna

der schwarzen arbeiter und angestellten - nun die neue speerspitze des öaab - hat ihren schlachtruf erschallen lassen.
wie das endet, weiss man aus der geschichte.

starclimb
29.11.2011 20:23
10 0

Wir brauchen eigentlich nicht zwei sozialistische Parteien

Die Miki-Leitner-ÖVP ist ja eigentlich nur mehr für Sozialisten die glauben sie seien zu gut für den normal Proleten - also die Sozialisten die in der Sovjietunion die Nomenklatur bildeten, die zwar gerne wie alle Sozialisten von der Arbeit andere lebten aber das nicht solidarisch teilen wollen.

Hr. Zyni
29.11.2011 20:10
1 0

Simplizissimus

Richtung der Partei: immer der Nase (des Vorsitzenden) nach.
Die Innmin: so schön wie sie klug ist.
Beamte: Schuldenbremsebremser
Das Volksparteivolk: Millionen österreichische Millionäre warten nur drauf ihr Börserl zu öffnen um die letzten paar hundert Arme des Landes zu erlösen.
Mittelstand: zählt nicht zur schwarzen Zielgruppe
Wirtschaft: immer nur mit S.A.U. voran
Noch Fragen, Herr N.?

12 1

mehr als 40 jahre sozialismus

hat erschreckende spuren hinterlassen.

sogar einstmals immun geglaubte institutionen sind vom populismus- und umverteilungsvirus befallen - die kreisky´sche kopfwäsche zeigt wirkung!

Gast: Neuqebauer
29.11.2011 18:49
3 0

Das habe ich schon entschieden!

Wir brauchen einfach mehr Geld um die Rechte der öff. Bediensteten auch finanzieren zu können. Weil es ja die Verfassungsbestimmungen gibt, also den Vertrauensschutz, so bleibt gar keine andere Möglichkeit.

 
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