Schlimmer geht's immer. Als Guido Westerwelle nach drei vernichtenden Wahlniederlagen und Umfragewerten zwischen drei und fünf Prozent im April diesen Jahres seinen Rücktritt vom FDP-Vorsitz verkündete, war die Partei nicht zuletzt wegen interner Querelen schon unhaltbar beschädigt. Doch die viel zitierte „Boygroup“ um Westerwelles Nachfolger Philipp Rösler und Generalsekretär Christian Lindner gab noch einmal Anlass zur Hoffnung.
Nun ist klar: Die Wende ist missglückt. Exakt zwei Jahre nach seinem Antritt als Parteistratege gibt Lindner auf. Aus Loyalität zur Partei nannte er keine Gründe für seinen Abgang. Sie waren wohl auch persönlicher Natur: Schon länger ist Lindners Verhältnis zu Rösler getrübt.
Auch der größte Optimist muss nun Dramatisches für die FDP befürchten. Dass das Schicksal der Liberalen jetzt an ihrem glücklosen Vorsitzenden hängt, macht die Sache nicht besser. Dass ihm der Neubeginn diesmal gelingt, ist angesichts seiner bisherigen Performance als Parteichef nicht zu erwarten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2011)















